# taz.de -- Neue Anti-Terror-Strategie der USA: Europa und Linksextreme im Visier
       
       > Anti-Terror-Koordinator der US-Regierung mit mutmaßlichen Kontakten zu
       > Rechtsextremen, Sebastian Gorka, sieht Europa im willentlichen
       > Niedergang.
       
 (IMG) Bild: Der von Trump ernannte Chef der Terrorismus-Abwehr, Sebastian Gorka, im April 2025
       
       afp/rtr Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat in ihrer neuen
       Anti-Terror-Strategie Europa und „gewaltbereite Linksextremisten“
       anvisiert. In Europa, das ein „Brutkasten“ für Terrorismus sei, nutzten
       „gut organisierte feindliche Gruppen offene Grenzen und damit verbundene
       globalistische Ideale“ aus, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten
       Papier.
       
       „Je stärker diese fremden Kulturen wachsen und je länger die derzeitige
       europäische Politik fortbesteht, desto sicherer ist weiterer Terrorismus“,
       hieß es weiter.
       
       Europa, die „Geburtsstätte der westlichen Kultur und Werte“, müsse „jetzt
       handeln und seinen willentlichen Niedergang stoppen“, hieß es in der
       Anti-Terror-Strategie. Verantwortet wurde das Papier von dem
       Anti-Terror-Koordinator der US-Regierung, Sebastian Gorka, dem Verbindungen
       zu rechtsextremen Gruppen vorgeworfen werden.
       
       Die Formulierungen ähneln der im Dezember veröffentlichten
       US-Sicherheitsstrategie. In dem Papier war von einer „zivilisatorischen
       Auslöschung“ Europas durch Migration die Rede gewesen. Die US-Regierung
       forderte darin, die „Ära der Masseneinwanderung“ müsse enden.
       
       ## „Antifa“ und „Pro-Transgender“ als Feindbilder
       
       Neben scharfer Kritik an Europa liegt ein weiterer Fokus der
       Anti-Terror-Strategie auf „gewaltbereiten Linksextremisten, darunter
       Anarchisten und [1][Antifaschisten]“. Anti-Terror-Maßnahmen der
       US-Regierung werden demnach „die rasche Identifizierung und Neutralisierung
       gewalttätiger, weltlicher politischer Gruppen priorisieren, deren Ideologie
       antiamerikanisch, radikal pro-transgender und anarchistisch ist“.
       
       Gorka nannte dabei Gruppierungen mit antiamerikanischer, ‌radikaler
       Transgender- oder anarchistischer Ideologie wie [2][die sogenannte Antifa].
       Die Regierung werde deren Netzwerke und Mitglieder erfassen, Verbindungen
       zu internationalen Organisationen aufdecken und sie handlungsunfähig
       machen, bevor sie Unschuldige verletzen ⁠oder töten könnten, erklärte
       Gorka.
       
       Nach der [3][Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk] im
       September hatten Mitarbeiter des Präsidialamts ein koordiniertes Vorgehen
       gegen namentlich nicht genannte linke Gruppen gefordert. Das Papier
       verweist ausdrücklich auf den mutmaßlichen Mörder des ultrarechten
       Aktivisten Charlie Kirk. Dieser sei „ein Radikaler, der extreme
       Transgender-Ideologien“ vertrete.
       
       Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, dem seiner Meinung nach in den USA
       wütenden „Transgender-Wahn“ ein Ende zu setzen. Zu Beginn seiner zweiten
       Amtszeit im Januar des vergangenen Jahres verkündete er, in den USA gebe es
       nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Trump unterzeichnete zudem
       ein Dekret, das geschlechtsangleichende Maßnahmen für Kinder und
       Jugendliche verbietet. Zudem schloss er Trans-Athletinnen vom Frauensport
       aus.
       
       ## Lippenbekenntnis zur Bekämpfung rechter Gruppen
       
       Laut Gorka ‌stehen auch gewaltbereite ‌rechte Gruppen im Fokus der neuen
       Strategie. Bürgerrechtler ⁠haben allerdings Trump in der Vergangenheit
       vorgeworfen, Verständnis für solche Gruppierungen gezeigt zu haben.
       
       Darüber hinaus sieht die Strategie vor, den ‌Druck auf die globale
       Dschihadisten-Bewegung aufrechtzuerhalten. Dies ‌schließe die gezielte
       Bekämpfung und Zerschlagung von Gruppen wie al-Qaida ein, sagte Gorka. Des
       Weiteren ist in der Anti-Terror-Strategie von Drogenkartellen auf dem
       amerikanischen Kontinent die Rede.
       
       7 May 2026
       
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