# taz.de -- Gedenken zum 8. und 9. Mai in Berlin: Polizei verbietet russische und sowjetische Fahnen
> Zum Tag der Befreiung sind russische und sowjetische Symbole erneut
> untersagt. Provokationen durch die kremlnahen „Nachtwölfe“ bleiben wohl
> aus.
(IMG) Bild: Umkämpftes Gedenken: Demonstrant*innen mit ukrainischen Fahnen am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park im Mai 2025
Das Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. und 9. Mai ist
spätestens seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022
[1][umkämpftes Terrain] – besonders in Berlin. Hier hat die Polizei vor
diesem Hintergrund auch in diesem Jahr – 81 Jahre nach der Kapitulation der
Wehrmacht – strenge Regeln für die sowjetischen Ehrenmale im Treptower
Park, im Tiergarten sowie in der Schönholzer Heide verhängt.
Wie aus der [2][entsprechenden Allgemeinverfügung] hervorgeht, gelten vom
frühen Freitagmorgen bis zum späten Samstagabend umfassende Verbotszonen
rund um [3][die drei Monumente]. Dort sind dann etwa russische und
sowjetische, aber auch belarussische und tschetschenische Fahnen und
Symbole untersagt. Zudem ist es verboten, Bilder der russischen,
belarussischen und tschetschenischen Staatsoberhäupter zu zeigen und
russische Marsch- und Militärlieder abzuspielen.
Außerdem dürfen keine Militäruniformen und auch keine schwarz-orangenen
St.-Georgs-Bänder getragen werden, mit denen Unterstützung der russischen
Regierungspolitik bekundet wird. Auch die Buchstaben Z und V, die als
Propagandazeichen für den Angriffskrieg in der Ukraine gelten, fallen unter
das Verbot ebenso wie weitere „Symbolik und Kennzeichen, die geeignet sind,
den Russland-Ukraine-Krieg zu verherrlichen“, wie es in der Verfügung
heißt. Gemeint sind etwa Darstellungen des ukrainischen Staatsgebietes ohne
den Donbass.
Zur Begründung heißt es, in Russland beschränkten sich die Feierlichkeiten
zum dort sogenannten Tag des Sieges nicht nur auf die Erinnerung an den
Sieg über Hitlerdeutschland, sondern seien zu einer [4][Demonstration
militärischer Stärke geworden]: „Da der russischen Propaganda zufolge
russische Soldaten in der Ukraine gegen Nazis kämpfen, besteht ein direkter
Bezug zwischen dem Sieg über den Faschismus im Zweiten Weltkrieg und dem
aktuellen Krieg der Russischen Föderation in der Ukraine“, so die Polizei.
## Ukrainische Fahnen erlaubt
Fahnen und Symbole der Ukraine fallen nach einer Klage von ukrainischen
Initiativen 2023 nicht unter die Verbote. Zuvor waren auch sie untersagt
worden, was [5][heftige Kontroversen ausgelöst hatte].
Ein Eilantrag gegen das Verbot von Sowjetflaggen war im vergangenen Jahr
hingegen zurückgewiesen worden. Das Berliner Verwaltungsgericht
argumentierte, den sowjetischen Flaggen komme unter anderem eine Bedeutung
zu, die geeignet sei, Gewaltbereitschaft zu vermitteln. Der damit
einhergehende „Eindruck eines Siegeszuges“ beeinträchtige die Würde der
Opfer.
## „Nachtwölfe“-Korso noch nicht angekündigt
Auch in diesem Jahr dürfte es Versuche geben, juristisch gegen die
Allgemeinverfügung vorzugehen. Zu erwarten ist außerdem, dass
Besucher*innen wie auch schon in den vergangenen Jahren die Verbote
unterlaufen – etwa durch Kleidung in Farben der russischen Flagge.
Womöglich bleibt eine andere Provokation in diesem Jahr hingegen aus. Ein
Polizeisprecher sagte am Mittwoch zur taz, es gebe noch keine Anzeichen auf
einen Auftritt von Bikern des kremlnahen Motorradclubs „Nachtwölfe“. Die
Gruppe, deren deutscher Ableger auf der EU-Sanktionsliste steht, hatte in
den vergangenen Jahren zum 9. Mai mit Motorradkolonnen die Ehrenmale
besucht.
## Gedenken mit Chormusik
Unterdessen sind zahlreiche antifaschistische Kundgebungen und
Demonstrationen zum Tag der Befreiung geplant. Die Berliner Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) etwa organisiert am Freitagmittag [6][ihre traditionelle
Gedenkveranstaltung am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park]. Dort soll
es auch Chormusik geben.
Auch das Museum Karlshorst bietet wieder ein [7][umfassendes Programm]. Das
Museum befindet sich in dem Gebäude, in dem 1945 die Kapitulation
unterzeichnet wurde.
7 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Gedenken-am-8-und-9-Mai-in-Berlin/!6083344
(DIR) [2] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.berlin.de/polizei/_assets/dienststellen/dir2/allgemeinverfuegung2204.pdf&ved=2ahUKEwiN-K-Z5KSUAxUbBdsEHRnVKtEQFnoECBcQAQ&usg=AOvVaw0kHMwG_rg1WeiNQZcdj_9Q
(DIR) [3] /Sowjetische-Ehrenmale-in-Berlin/!6174255
(DIR) [4] /Tag-des-Sieges-in-Moskau/!6086954
(DIR) [5] /Kritik-an-Umgang-mit-8-Mai-Gedenken/!5850721
(DIR) [6] https://berlin.vvn-bda.de/veranstaltungen-zum-8-mai-2026-81-jahrestag-der-befreiung-vom-faschismus/
(DIR) [7] https://www.museum-karlshorst.de/veranstaltungen/81-jahre-ende-des-zweiten-weltkriegs-in-europa/
## AUTOREN
(DIR) Hanno Fleckenstein
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