# taz.de -- Straße von Hormus: Iran attackiert Emirate – USA starten Schutzmission
> Trotz Waffenruhe greift Iran Ziele in den Emiraten an. Die USA starten
> eine Schutzmission im Golf und sprechen dennoch von begrenzten Angriffen.
(IMG) Bild: Zum Schutz der Straße von Hormus: über 100 Flugzeuge, Raketenabschusssysteme und 15.000 US-Soldaten im Einsatz
„Die Waffenruhe ist nicht beendet“, sagt US-Verteidigungsminister Pete
Hegseth. Das ist eine interessante Aussage, hat die Islamische Republik
Iran doch am Montagabend die [1][Vereinigten Arabischen Emiraten
angegriffen] – ein enger Verbündeter der USA und einer der hauptsächlich
leidtragenden Staaten in diesem Krieg. Insgesamt 4 Drohnen, 3
Marschflugkörper und 12 ballistische Raketen habe Iran auf die Emirate
abgeschossen, berichtet das Verteidigungsministerium in [2][Abu Dhabi].
Die Angriffe zielten unter anderem auf den Hafen von Fujeirah ab. Dieser
ist strategisch wichtig, ermöglicht er doch den Emiraten die iranische
Blockade der Straße von Hormus zu umgehen. Denn der Hafen liegt östlich der
Meerenge. Seit Beginn des Irankrieges erfolgen die emiratischen Ölexporte
über Fujeirah.
Auch US-Truppen selbst habe Iran „mehr als zehnmal“ angegriffen, erklärte
der hochrangige US-Militär Dan Caine. Die Islamische Republik hatte
außerdem mindestens zwei Schiffe angegriffen, ein südkoreanisches und ein
emiratisches. Caine erklärte aber: „Alle Angriffe lagen unterhalb der
Schwelle, die zum jetzigen Zeitpunkt eine Wiederaufnahme größerer
Kampfhandlungen rechtfertigen würde“.
Kleinere Kampfhandlungen gibt es aber seitens der USA wohl, so haben sie
nach eigenen Angaben einige Schnellboote – welche die Revolutionsgarden
Berichten zufolge zuvor zum Verlegen von Seeminen genutzt hatten –
beschossen.
Zusätzlich hat am Montag die sogenannte Schutzmission der US-Streitkräfte
mit dem Namen „Projekt Freiheit“ begonnen. Sie soll im Arabischen Golf
gestrandete Handelsschiffe – bis zu 2.000 sollen es sein – dabei
unterstützen, durch die blockierte Straße von Hormus in den Golf von Oman
zu navigieren.
Das funktioniert so: Das US-Militär schützt die von iranischem Beschoss
bedrohten Schiffe bei ihrer Fahrt durch die Meeresenge. Dabei sind laut dem
Leiter des lokalen Kommandos Centcom, Brad Cooper, über 100 Flugzeuge im
Einsatz, außerdem Raketenabschusssysteme und insgesamt 15.000 US-Soldaten.
Auch Zerstörer der US-Marine sind im Einsatz. Berichten zufolge haben
bislang mindestens zwei Schiffe unter US-Flagge so die Blockade überwunden.
Es ist möglich, dass das US-Militär im Rahmen dieser Mission bereits ein
Flugzeug verloren hat. [3][Berichten auf X] zufolge hatte ein Tankflugzeug
am Dienstag einen Notfall signalisiert und war anschließend aus dem
Tracking verschwunden. Ein Kommentar der US-Streitkräfte steht noch aus.
Zudem scheint es am Montag und Dienstag Störungen bei der Übermittlungen
von Schiffs- und Standortdaten in der Straße von Hormus gegeben zu haben.
Davon berichtet unter anderem [4][die Marine-Daten-Plattform Windward].
Betroffen sind wohl unter anderem die AIS-Daten von Schiffen. Zentral für
die Überwachung der Berufsschifffahrt wie zu deren Kollisionsverhütung ist
das seit dem Jahr 2000 obligatorische automatische Identifikationssystem
(AIS). Es tauscht über ein Funksystem zwischen Schiffen wie Landstationen
und Seeverkehrszentralen selbstständig Schiffsdaten aus wie Name, Kurs,
Geschwindigkeit und Funkzeichen (MMSI – Maritime Mobile Service Identity)
aus.
Das AIS berechnet auch, wann bei ausbleibender Kursänderung und
gleichbleibender Geschwindigkeit eine Kollision erfolgen würde. Es schlägt
bei gefährlicher Annäherung Alarm und ermöglicht so den Schiffsführern,
rechtzeitig auszuweichen.
Durch die Übermittlung der MMSI können Schiffe auch schnell direkt über
Funk Kontakt aufnehmen. Für Küstenstaaten bietet das System eine
Möglichkeit, durch die Daten zu Schiffen und Ladung den Verkehr zu lenken
und illegalen Fischfang zu überwachen. Das AIS ist eine sinnvolle Ergänzung
zum Radargerät. Das liefert viele Informationen eines AIS nicht. Letztere
kann im Gegensatz zum Radar auch Schiffe samt Daten orten, die sich etwa
hinter einer Insel oder Flussbiegungen befinden.
Üblich ist es, AIS mit elektronischen Schiffskarten zu kombinieren, sodass
dort die Schiffe samt ihrer Daten integriert sind und dann auch etwa gleich
die Wassertiefe oder die Entfernung zu Seezeichen erkennbar ist. Inzwischen
ist das benutzerfreundliche AIS auch in der Sportschifffahrt verbreitet.
Kriegsschiffe, die ja ganz bewusst einen marinegrauen Tarnanstrich haben,
sind von der obligatorischen Nutzung des AIS befreit, das sie allerdings
zur eigenen Sicherheit sehr wohl in Friedenszeiten nutzen. Wollen Schiffe
unerkannt bleiben, etwa auch Fischer, die illegal in fremden
Hoheitsgewässern Netze auslegen, schalten sie das AIS aus.
Auch kann das System von den Schiffen selbst wie von außerhalb manipuliert
werden und dann etwa falsche Schiffs- wie Positionsdaten anzeigen. Dies
wurde auch schon in Marinemanövern geübt. Die Manipulation von AIS-Daten
und damit die Verschleierung der wahren Schiffsdaten ist zum Teil
elektronischer Kriegsführung geworden.
5 May 2026
## LINKS
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(DIR) [3] https://x.com/HormuzLetter/status/2051565767380832303?s=20
(DIR) [4] https://x.com/WindwardAI/status/2051570883467133391?s=20
## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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