# taz.de -- Sparen beim staatlichen Wohnzuschuss: Bauministerin Hubertz will das Wohngeld kürzen
       
       > Viele Rentner*innen und Familien beziehen Wohngeld, weil sie steigende
       > Mieten nicht stemmen können. Nun will das Bauministerium genau dort
       > kürzen.
       
 (IMG) Bild: Betroffen, wenn SPD und CDU kürzen: Familien, Alleinerziehende und Rentner*innen, die als Mieter*innen Wohngeld bekommen
       
       Eine Milliarde Euro muss das Bauministerium für den Haushalt 2027
       einsparen, so lautet die Ansage von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
       Nun gibt das Bauministerium aber bekannt, dass es den Rotstift ausgerechnet
       beim Wohngeld ansetzen will. „Wir werden unsere Einsparvorgaben durch eine
       Neustrukturierung des Wohngeldes erfüllen“, erklärte ein Sprecher. Man
       wolle aber darauf achten, das Wohngeld „gerecht und zielgerichtet“
       auszugestalten. Die [1][Beschlüsse zu den Eckwerten für den Haushalt 2027]
       fielen „in eine Zeit, die von außergewöhnlichen Herausforderungen geprägt“
       sei.
       
       Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss, den Menschen beantragen können, die
       keine Grundsicherung beziehen, aber trotzdem Probleme haben, ihre
       Wohnkosten zu stemmen. Viele Familien, Alleinerziehende und
       Rentner*innen sind darauf angewiesen. Ende 2024 [2][bezogen 1,2
       Millionen Haushalte Wohngeld], im Schnitt bekamen sie 287 Euro im Monat.
       Der tatsächliche Auszahlungsbetrag kann stark variieren, er ist abhängig
       von Miethöhe, Einkommen und Wohnort.
       
       Die Kürzungspläne von [3][Bundesbauministerin Verena Hubertz] (SPD) kommen
       überraschend, weil das Wohngeld vor noch nicht allzu langer Zeit umfassend
       reformiert wurde – und zwar von ihrer Vorgängerin und Parteikollegin
       [4][Klara Geywitz]. Seit 2023 haben deutlich mehr Menschen Anspruch,
       Wohngeld zu beantragen – die damalige Reform war auch eine Reaktion auf die
       stetig steigenden Mieten. Die SPD feierte sie [5][damals als „historisch“
       und als „sozialpolitischen Meilenstein“.]
       
       Ob Menschen nun künftig weniger Wohngeld erhalten sollen, der
       Empfängerkreis wieder eingeschränkt oder der Verwaltungsaufwand reduziert
       wird, ist zurzeit völlig unklar. Es sei aktuell „zu früh, um konkrete
       Aussagen zur Höhe von Einsparungen beim Wohngeld zu treffen“, heißt es aus
       dem Ministerium. Man wolle eine Reform des Wohngelds angehen, „auch im
       Kontext der [6][Ergebnisse der Sozialstaatskommission“.]
       
       Unter anderem wird diskutiert, künftig die Grundsicherung, das Wohngeld und
       den Kinderzuschlag in ein einheitliches System zu überführen. Das kündigte
       auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Dienstag auf dem Tag der
       Jobcenter in Berlin an.
       
       Das Bauministerium wolle jedenfalls einen „Investitionskurs“ fortsetzen,
       Schwerpunkte seien unter anderem der soziale Wohnungsbau und die Sanierung
       kommunaler Infrastrukturen.
       
       ## Grüne und Linke erschüttert
       
       Der grüne Bundestagsabgeordnete Timon Dzienus warf der Bundesregierung vor,
       „Menschen mit den horrenden Mieten“ alleinzulassen: „Das ist das
       Unsozialste, was ich von der SPD seit Langem gehört habe“, erklärte er.
       Eine Kürzung beim Wohngeld müsse „verhindert werden.“
       
       Sahra Mirow, Sprecherin für soziales Wohnen in der Bundestagsfraktion der
       Linkspartei, sprach von einem fatalen Signal: „Wer ausgerechnet bei den
       finanziell Schwächsten kürzt, um Haushaltslücken zu schließen, handelt
       unsozial und nimmt billigend in Kauf, dass die Wohnungslosigkeit weiter
       steigt.“ Nur mit einem bundesweiten Mietendeckel und sozialem Wohnungsbau,
       der dauerhaft erhalten bleibt, könne der Bedarf an staatlichen Zuschüssen
       langfristig sinken, „ohne dass Menschen ihr Zuhause verlieren“.
       
       5 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Bundeshaushalt-2027/!6174655
 (DIR) [2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Wohngeld/aktuell-wohngeld.html
 (DIR) [3] /Bauministerin-Verena-Hubertz/!6095515
 (DIR) [4] /Umsetzung-der-Wohngeldreform/!5892359
 (DIR) [5] /Bundestag-beschliesst-Wohngeld-Plus/!5889318
 (DIR) [6] /Reform-des-Sozialstaats/!6148059
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jasmin Kalarickal
       
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