# taz.de -- Podcast über Werner Herzog: Anekdoten eines Regisseurs
> Warum Werner Herzog außerhalb Deutschlands oft größer wirkt als
> hierzulande. Ein SWR-Podcast will das ändern. Das gelingt nur
> stellenweise gut.
(IMG) Bild: International bekannter als in Deutschland: Der Regisseur Werner Herzog
Nennt mal international bekannte Deutsche. So beginnt eine
SWR-Podcast-Serie [1][über Werner Herzog]. Vielen fällt bei dieser
Straßenumfrage eher Heidi Klum oder Til Schweiger ein als Werner Herzog,
obwohl der mittlerweile 83-jährige Regisseur ein internationaler Star ist.
Der Podcast will erklären, warum das so ist, und Herzog einer jüngeren
Zielgruppe näherbringen.
Das größte Problem ist die Haltung des Hosts. Er macht früh klar, dass er
Fan ist und so klingt der Podcast auch stellenweise. Viele Geschichten
werden eher bewundernd erzählt als kritisch hinterfragt. Erst ziemlich am
Ende fällt der Hinweis, man hätte sich kritischer mit Herzog beschäftigen
können. Gerade bei jemandem, der seine eigene Legendenbildung seit
Jahrzehnten pflegt, wäre genau das interessant gewesen.
Herzog selbst wollte beim Podcast nicht dabei sein, stattdessen imitiert
jemand Herzogs Stimme mit dem markanten bayerischen Dialekt. Dass die
Imitation so nah an die Wirklichkeit rankommt, ist irritierend, denn wer
weiß, ob Herzog es so betont und gemeint hätte?
Auch der persönliche Zugang des Hosts ist an Stellen zu viel und kommt in
letzter Zeit so oft in [2][öffentlich-rechtlichen] Podcasts vor, dass man
meinen könnte, es ist die einzige Idee, jungen Menschen Themen nahebringen.
Dazu kommt eine bemüht wirkende [3][Jugendsprache]. Die bräuchte es nicht,
Herzog selbst ist anschlussfähig für ein junges Publikum, das zeigen seine
900.000 Follower auf Instagram und zahlreiche Memes.
Spannend wird der Podcast, wenn Weggefährten erzählen. Etwa von den
Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“, bei denen ein Schiff durch den Dschungel
gezogen wurde, oder den legendären Wutausbruch von Klaus Kinski am Set.
Auch persönliche Storys bleiben hängen: Herzog habe seine erste Kamera
gestohlen, sei beinahe Skispringer geworden oder habe Waffen über die
mexikanische Grenze geschmuggelt.
Trotz aller Schwächen funktioniert der Podcast als Einstieg in die Welt
Werner Herzogs. Wer ihn bisher kaum kennt, lernt viel über seine Filme,
seine Eigenarten und darüber, warum er außerhalb Deutschlands oft größer
wirkt als hier.
17 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ann-Kathrin Leclère
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