# taz.de -- Studierende in Not: Mehr Geld für Studierende
> Nach monatelangem Streit einigen sich Union und SPD auf die Finanzierung
> der Bafög-Reform. Für Studierende ist das eine gute Nachricht.
(IMG) Bild: Mehr Geld für die Mensa und alles andere: Szene aus einer Uni-Mensa in Hannover
Endlich mal gute Nachrichten für Studierende: Die Bafög-Reform kommt. Wie
Fachpolitiker:innen der SPD am Mittwoch verkündeten, hat die
Bundesregierung [1][ihren Streit um die Finanzierung] beigelegt. Eine
Sprecherin des Wissenschaftsministeriums bestätigte eine grundsätzliche
politische Einigung. Damit kann der Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause
durch das parlamentarische Verfahren gehen – und der erste Teil der Reform
wie geplant zum kommenden Wintersemester in Kraft treten.
Für Bafög-Empfänger:innen heißt das: Mit dem 1. August wird die
Wohnpauschale von derzeit 380 Euro auf voraussichtlich 440 Euro erhöht. Ab
kommendem Jahr sollen die Bafög-Bedarfssätze dann schrittweise von derzeit
475 Euro auf Grundsicherungsniveau (aktuell 563 Euro) steigen. Damit würde
der Bafög-Höchstsatz statt derzeit 992 Euro künftig mehr als 1.100 Euro
betragen. Schätzungen zufolge kostet die Reform rund 1 Milliarde Euro
zusätzlich in dieser Legislatur.
Über die Frage, aus welchem Etat dieses Geld kommen soll, hatte sich der
Streit entzündet. Wissenschaftsministerin Dorothee Bär (CSU) sah das
Finanzministerium in der Pflicht. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD)
beharrte auf einer finanziellen Beteiligung des Wissenschaftsministeriums.
Nach taz-Informationen haben sich die beiden Ressorts nun auf einen
Kompromiss geeinigt.
Entsprechend zufrieden äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver
Kaczmarek: Die Einigung zeige, dass Finanzminister Lars Klingbeil die
wirtschaftlichen Nöte der Studierenden ernst nehme, so Kaczmarek. Als
wissenschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion hat er die Eckpunkte zur
Bafög-Reform mitverhandelt. „Angesichts explodierender Mieten und deutlich
gestiegener Lebensmittelpreise ist die Bafög-Reform eine überfällige und
richtige Entscheidung im Interesse der Studierenden.“
## Niedrige Zahl der Bafög-Empfänger*innen
Kacmarek hatte die Bundesregierung zuletzt zum Handeln aufgefordert.
Bereits im November hatten sich die Fraktionen auf die Eckpunkte der
Bafög-Reform geeinigt. Ein entsprechender Gesetzentwurf hätte nach dem
Zeitplan der Bundesregierung bereits vor zwei Wochen ins Parlament gehen
sollen.
Auch Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen
Studierendenwerks, äußerte sich auf taz-Anfrage erleichtert: „Es ist gut,
dass nun nach monatelangem Stillstand und haushaltspolitischem Streit
zwischen Dorothee Bär und Lars Klingbeil endlich wieder Bewegung in die
versprochene Bafög-Reform kommt.“ Anbuhl mahnte aber, dass mit der
Gesetzgebung nun schnell begonnen werden müsse: „Das Budget vieler
Studierender ist auf Kante genäht, und diese Naht droht angesichts hoher
Mieten und steigender Lebensmittelpreise zu reißen“, so Anbuhl.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der Bafög-Empfänger:innen auf den
niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000 gesunken. Als Gründe hierfür gelten zum
einen Unwissenheit unter Studierenden, ob sie Bafög-berechtigt sind oder
nicht. Zum anderen stehen die vergleichsweise niedrigen Bafög-Sätze für
viele Studierende offenbar nicht im Verhältnis zum hohen bürokratischen
Aufwand. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis zu 70 Prozent der
Förderberechtigten keinen Bafög-Antrag stellen.
29 Apr 2026
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