# taz.de -- Daten zu tödlichem Radverkehr: Zu viele kommen unter die Räder
       
       > Seit 2015 ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrenden
       > um 20 Prozent gestiegen. Dabei spielen E-Bikes eine zentrale Rolle.
       
 (IMG) Bild: Immer mehr Radfahrer und Radfahrerinnen sterben im Straßenverkehr
       
       In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten
       Fahrradfahrer um 20,6 Prozent gestiegen. Von den 2.025 verunglückten
       Verkehrsopfern war jedes sechste mit dem Rad unterwegs. Das geht aus
       [1][neuen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis)] hervor.
       
       Verknüpft ist dieser Anstieg mit dem Boom von E-Bikes. Insgesamt kamen im
       letzten Jahr 462 Fahrradfahrende ums Leben, 217 von ihnen waren mit einem
       E-Bike unterwegs. 2015 waren unter 383 verunglückten
       Fahrradfahrer:innen 36 E-Bikes.
       
       Mit 61,5 Prozent war die Mehrheit der verunglückten Fahrradfahrenden 65
       Jahre oder älter. „In diesem Alter verlaufen Unfälle oft schwerer als bei
       Jüngeren“, erklärt Anika Meenken, Sprecherin vom Verkehrs Club Deutschland
       (VCD) der taz. Zudem locken E-Bikes auch viele Neu- und Wiederaufsteiger
       an, die das Radfahren – vor allem mit hoher Geschwindigkeit – nicht gewöhnt
       sind.
       
       Laut Meenken ist der Anstieg nicht überraschend: Es bestehe ein
       Zusammenhang zwischen steigenden Unfallzahlen und Zunahme der
       Fahrrad-Personenkilometer. „Das ist ein Zusammenhang, der voneinander
       entkoppelt werden muss.“ Um diesen Automatismus zu beenden, schlägt Meenke
       die konsequente [2][Förderung von Radwegenetzen] und sicherer Kreuzungen
       vor. Gerade das seien gravierende Unfallschwerpunkte.
       
       ## Nicht einschüchtern lassen!
       
       Seit 2015 waren bei knapp 70 Prozent der tödlichen Radunfälle, an denen
       eine weitere Person beteiligt war, ein:e Autofahrer:in dabei. Bei knapp
       drei Vierteln der Unfälle zwischen Auto und Fahrrad trugen die
       Autofahrer:innen die Hauptschuld.
       
       Um dieses Problem einzudämmen, sei die Einführung von Tempo 30 innerorts
       ein wichtiger Ansatz. Auch das Anheben von Bußgeldern und Strafen für
       verkehrsgefährdendes Verhalten sowie verpflichtende Abbiegeassistenzsysteme
       könnten die Straßen für Radfahrende sicherer machen.
       
       Angela Francke, Fachgebietsleitung Radverkehr und Nahmobilität von der Uni
       Kassel, erklärte der taz: „Die Zahlen sind abschreckend. Jeder Verkehrstote
       ist einer zu viel.“ Dennoch sei es wichtig, dass sich weder Radfahrende
       noch politische Entscheidungsträger von ihnen einschüchtern lassen. Denn
       der allgemeine Gesundheitseffekt der E-Bikes sei nicht zu unterschätzen.
       
       Caroline Lodemann, Geschäftsführerin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs
       (ADFC) verdeutlicht mit dem Beispiel Helsinki, dass ein sicherer
       Straßenverkehr möglich ist. „Um das zu erreichen, braucht es vor allem den
       politischen Willen, die Sicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern ernst
       zu nehmen.“
       
       27 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N025_461.html?nn=2110
 (DIR) [2] /Nationale-Verkehrssicherheitskonferenz/!6170150
       
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 (DIR) Evke Bakker
       
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