# taz.de -- Protest gegen Bank wirkt: Antifaschisten wieder mit Konto
> Der Bezirksverband Berlin-Treptow des VVN-BdA bekommt doch ein Konto bei
> der Sparkasse. Zuvor hatten sich prominente Stimmen mit dem Verein
> solidarisiert.
(IMG) Bild: Eine Fahne der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
„Plötzlich hab ich mich gefühlt, als wär ich VIP“, sagt Ellen Händler und
lacht. Die Vorsitzende des Treptower Bezirksverbands des VVN-BdA ist am
Telefon hörbar erleichtert. Denn der antifaschistische Traditionsverein hat
endlich wieder ein Bankkonto bekommen – bei der Berliner Sparkasse, die
genau das zuvor verweigert hatte, was vermutlich auch mit dem Vereinslabel
„Antifaschismus“ zu tun hatte. Doch nun, nach einer breiten Welle der
Solidarität, hat die Bank eingelenkt.
Der BdA hatte sich [1][vergangene Woche mit einem Hilferuf an die
Öffentlichkeit gewandt]. Die Arbeit des Vereins, der in Treptow unter
anderem für die Stolpersteinverlegung zuständig ist, stehe ohne
Bankverbindung da und damit vor dem Aus. Denn die Postbank hatte dem BdA
sein langjähriges Konto dort gekündigt. Hintergrund ist vermutlich, dass
die US-Regierung die „Antifa“ inzwischen als Terrororganisation einstuft –
[2][weshalb Banken bei dem Begriff offenbar nervös werden und linken
Initiativen im vorauseilenden Gehorsam die Konten kündigen]. Als dann auch
noch die Berliner Sparkasse eine Kontoeröffnung verweigerte, ging der
Verband auf die Barrikaden.
Offenbar mit Erfolg: „Nach dem öffentlichen Aufschrei hat sich ein Sprecher
der Sparkasse bei uns gemeldet und uns mitgeteilt, der Verband habe ab
sofort ein neues Konto“, erzählt Händler. Man habe den ganzen Vorgang
geprüft, habe der Sprecher gesagt, einer Kontoeröffnung stehe nichts im
Wege. „Sogar dass die Sparkasse mit unseren Werten übereinstimmt und ihre
internen Prozesse gründlich prüfen will, hat der Banksprecher gesagt“, so
Händler.
## Keine Entwarnung für die Antifa
Der taz gegenüber wollte sich die Sparkasse nicht zu einzelnen
Kundenbeziehungen äußern. Händler ist sich aber sicher: „Ohne den
politischen Druck wäre nichts passiert.“ Die örtliche Linkspartei habe
Unterstützung für eine mögliche Klage angeboten. Der Treptower
Bürgermeister Oliver Igel (SPD) habe sofort bei der Sparkasse interveniert,
ebenso der in Treptow ansässige Linken-Politiker Gregor Gysi.
Bürgermeister Igel zeigte sich der taz gegenüber erleichtert. Er sei sich
sicher, die Sache sei nur „doof gelaufen“, ein Irrtum bei der Sparkasse.
Dennoch stehe der Fall für ein Problem: „Wenn es Vereinen immer schwerer
gemacht wird, ein Konto zu besitzen, geht das an die Substanz vom Ehrenamt
in diesem Land“, sagte er. Dem stimmt auch Markus Tervooren vom Berliner
Landesverband des VVN-BdA zu. „Es gibt keine Entwarnung. In diesem Fall hat
die Sparkasse zum Glück verstanden, was die Sache für ihre Außendarstellung
bedeutet. Aber die Tendenz ist, dass Banken beim Thema Antifa immer
vorsichtiger werden.“
Ellen Händler ist jedenfalls froh, dass sie sich nun wieder auf ihre Arbeit
im Verband konzentrieren kann. Der 8. Mai steht an, der Tag der Befreiung
vom Faschismus, [3][und der BdA bereite die traditionelle Gedenkkundgebung
am Sowjetischen Ehrenmal vor]. In diesem Jahr wolle man am dortigen Grab
von 7.000 Sowjetsoldat:innen nur Musik sprechen lassen, ohne
Redebeiträge. „Es ist uns eine Pflicht, jedes Jahr an diesen Tag zu
erinnern, gerade heute, wo die Nazis in Deutschland wiederkommen“, sagt
Händler.
27 Apr 2026
## LINKS
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(DIR) Timm Kühn
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