# taz.de -- Urteil des Berliner Kammergerichts: Mehrjährige Haftstrafe für Berliner Hisbollah-Fan
> Ein 30-jähriger Berliner brüstete sich damit, für die islamistische
> Terrormiliz im Libanon an Kämpfen teilgenommen zu haben. Nun wurde er
> verurteilt.
(IMG) Bild: Drei Jahre und neun Monate Knast: Der Angeklagte zum Prozessauftakt im Kammergericht Berlin
dpa/taz | Er brüstete sich damit, von der Hisbollah ausgebildet worden zu
sein – und ist wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung in
Berlin vor Gericht gelandet. Tatsächlich handelte es sich nach Überzeugung
des Berliner Kammergerichts um „prahlerisches Gehabe“ in Chatnachrichten.
Im Gefängnis bleibt der inzwischen 30-Jährige dennoch. Die Richter
verurteilen den Berliner zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen
Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und Verwendens von
Kennzeichen terroristischer Organisationen, wie ein Sprecher mitteilte.
Nach Überzeugung der Richter hat der Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit
zwischen Dezember 2023 und April 2025 im Libanon an bewaffneten Kämpfen
teilgenommen. Dabei habe er mit Sturmgewehren geschossen. Zudem habe er mit
Waffen für Fotos und Videos posiert und in sozialen Netzwerken mehrfach
Propagandabeiträge, die [1][die Terrororganisation Hisbollah
verherrlichten] und deren Ziele unterstützten, veröffentlicht.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte dem 30-Jährigen in ihrer Anklage auch
vorgeworfen, Mitglied der Hisbollah zu sein – einer „Organisation mit
militant-islamistischer Ausrichtung, die als Ziel die Befreiung vom Libanon
von westlichen Einflüssen und die Bekämpfung Israels verfolgt“.
Dies hat sich aus Sicht des Gerichts nicht feststellen lassen. Die
Beweisaufnahme habe vielmehr ergeben, dass der 30-Jährige mit
Chatnachrichten, in denen er sich damit brüstete, von der Miliz ausgebildet
worden zu sein und mit „seiner Einheit“ im Kampf zu stehen,
Chatpartnerinnen und gleichgesinnte Bekannte beeindrucken wollte.
## Waffen gehören Großfamilie
Tatsächlich hätten die von dem Angeklagten benutzten Kriegswaffen nicht der
Hisbollah, sondern einer in der Bekaa-Ebene im Libanon ansässigen
Großfamilie gehört. Diese sichere ihre Interessen und Aktivitäten durch
solche Waffen aller Art ab, so die Richter. Der Berliner, dessen Familie
aus dem Libanon stammt, sei dort oft zu Gast gewesen.
Mit einem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der
Generalstaatsanwaltschaft, die auf fünf Jahre Haft plädiert hatte. Die
Verteidigung hatte beantragt, den Angeklagten zu drei Jahren zu verurteilen
und den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Das Urteil ist nicht
rechtskräftig.
Der Angeklagte war Mitte April vergangenen Jahres in einer Neuköllner
Wohnung festgenommen worden und befindet sich in Untersuchungshaft. Das
Mitglied [2][einer bekannten arabischen Großfamilie] ist in der
Vergangenheit mehrfach durch diverse Straftaten aufgefallen und verbüßte
bereits eine mehrjährige Haftstrafe.
24 Apr 2026
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