# taz.de -- Jung, berufstätig, wohnungssuchend: Wenn Arbeit nicht mehr zum Leben reicht!
> Ost und West im Blick rund um Arbeit, Mieten und Perspektiven. Darüber
> sprechen die Politiker:innen Susan Sziborra-Seidlitz und Damiano
> Valgolio.
Stell dir vor, du bist jung, in Berlin geboren und willst endlich auf
eigenen Beinen stehen. Du hast einen Job gefunden, aber eine eigene Wohnung
ist trotzdem in weiter Ferne. Zu wenig Gehalt, zu hohe Mieten, zu viele
Absagen. So geht es Hanna aus Berlin, die in der Bürgersprechstunde
nachfragt, ob Landespolitik an diesem Umstand etwas ändern kann. Genau
damit müssen gerade viele junge Berufstätige in Berlin umgehen. Auch unser
Moderator Dennis Chiponda kennt das aus eigener Erfahrung. Er wohnt in
Leipzig, möchte aber nach Berlin umziehen. Pendeln kostet ihn mittlerweile
einfach zu viel Kraft und für eine WG fühlt er sich langsam zu alt. Aber
auch sein Arbeitsvertrag macht es ihm schwer, eine Wohnung zu finden.
Darüber spricht Chiponda mit Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der
Grünen in Sachsen-Anhalt, und Damiano Valgolio, wirtschafts- und
arbeitspolitischer Sprecher der Linken in Berlin. Gemeinsam schauen wir auf
die großen Fragen rund um Arbeit, Wohnen und Perspektiven für alle
Menschen. Dass Friedrich Merz seine eigene Bevölkerung als [1][„faul“
betitelt,] hilft da wenig. Das sieht auch Sziborra-Seidlitz so: „Ich will
mir nicht von so einem alten Mann, der mit so einem goldenen Löffel im
Allerwertesten geboren wurde, erzählen lassen, ich sei zu faul gewesen.“
Und in Sachsen-Anhalt sieht die Lage wieder ganz anders aus. Dort studieren
und lernen viele junge Menschen, doch nach Ausbildung oder Studium ziehen
sie oft wieder weg. Der demografische Wandel schlägt in dieser Region schon
voll durch und zurück bleiben eher freie Ausbildungsplätze und viele leere
Wohnungen. Was sich wiederum negativ auf die Wirtschaft in dem Bundesland
auswirkt. „Auch hier stellt sich die Frage, an welchen Stellschrauben
Politik noch drehen kann, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und
gute Arbeitsplätze zu schaffen, um die Menschen zum Bleiben zu motivieren.
Man muss sich dann auch genauer angucken, warum bestimmte Ausbildungsplätze
nicht besetzt werden können. Du kommst aus der Pflege, dem muss ich das
nicht erzählen, wie in manchen Bereichen die Arbeitsbedingungen sind und
die Ausbildungsbedingungen“, so Valgolio.
Das Gespräch dreht sich um faire Löhne, Tarifbindung, bezahlbares Wohnen,
gute Ausbildung und die Frage, was Politik tun muss, damit Beschäftigte
nicht permanent unter Druck stehen. Außerdem geht es um die Unterschiede
zwischen Ost und West, um Fachkräftemangel und darum, wie Regionen wieder
attraktiver werden können.
„Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der [2][taz panter stiftung].
Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf [3][taz.de/mauerecho] sowie
überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem neuen Cutter
Sebastian Jautschus.
23 Apr 2026
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(DIR) Dennis Chiponda
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