# taz.de -- WWF-Vorschlag: Vermieter sollten Extraheizkosten tragen
> Noch ist unklar, was die Reform des Heizungsgesetzes für Mieter bedeutet.
> Der WWF will sicherstellen, dass sie nicht alleingelassen werden.
(IMG) Bild: Union und SPD wollen ausdrücklich den Einbau von Gasheizungen wieder erlauben. Der WWF fürchtet: Das geht auf Kosten der Mieter
dpa | Vermieter sollten nach Ansicht des WWF künftige Extrakosten durch
fossile Heizbrennstoffe gänzlich übernehmen müssen. Das verlangt die
Umweltschutzorganisation in einem Forderungspapier, das der Deutschen
Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Während Eigentümer, die ihr Gebäude selbst nutzen, sich vor steigenden
Kosten durch die Wahl einer klimafreundlichen und im Verbrauch günstigen
Heizung schützen könnten, drohten Mietenden enorme Kosten, warnte Viviane
Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland. „Fehlentscheidungen für fossile
Heizungen müssen auch von denen verantwortet werden, die sie treffen.“
Hintergrund ist die von der schwarz-roten Koalition geplante Reform des
Heizungsgesetzes, die wieder mehr Möglichkeiten zum Einsatz fossiler
Brennstoffe schaffen soll – unklar ist bislang aber, wie Mieter dabei vor
Belastungen etwa durch den steigenden CO2-Preis geschützt werden sollen.
## Was Vermieter tragen sollen
Sowohl für neue Heizungen als auch für Bestandsanlagen fordert der WWF: Die
Kosten durch den nationalen oder den europäischen CO₂-Preis sollen gänzlich
von Vermietern und Gebäudeeigentümern übernommen werden. Dies solle auch
für Zusatzkosten gelten, die aus Beimischungs- und Beschaffungspflichten
für Biobrennstoffe entstünden, die die schwarz-roten Reformpläne vorsehen.
Auch die Kosten wegen der zu erwartenden steigenden Netzentgelte in der
Gasversorgung sollten aus Sicht des WWF Vermieter beziehungsweise
Eigentümer übernehmen.
Nach den Reformplänen von Union und SPD sollen Immobilienbesitzer weiterhin
Öl- und Gasheizungen in ihre Wohnhäuser einbauen dürfen. Die pauschale
Pflicht entfällt, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent
erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Allerdings müssen nun neue
Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil
klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.
Eine Blaupause für seine Forderungen könnten laut WWF die Vorschläge von
Mieterbund und Verbraucherzentrale Bundesverband sein. Die Verbände hatten
einen relativen Heizkostendeckel vorgeschlagen. Die Maximalhöhe entspräche
dabei dem Preis der wirtschaftlichsten Heizungsoption, den Energiekosten
für eine effiziente Wärmepumpe. Mehrkosten müssten Vermieter tragen.
19 Apr 2026
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