# taz.de -- Öffnung der Straße von Hormus: Erleichterung bei Merz, Macron und Meloni
> Die in Paris versammelten Regierungen begrüßen die vorübergehende Öffnung
> der Straße von Hormus durch Iran. Wie es weiter geht, bleibt zuerst
> unklar.
(IMG) Bild: Die Europäer sind über die neusten Entwicklungen im Irankrieg erfreut
Die Ankündigung des iranischen Außenministers Abbas Araghchi, der auf X die
[1][Öffnung der Meerenge von Hormus für die Dauer der Waffenruhe]
annoncierte, ist in Paris bei einer Konferenz zum Golfkonflikt begrüßt
worden. Die Ankündigung kam zum besten Zeitpunkt und wurde in Paris mit
vorsichtigem Optimismus aufgenommen.
Es gelte jetzt, dafür zu sorgen, dass diese „ermutigenden Fortschritte“ in
die „gute Richtung“ von Dauer seien, meinte der französische
Staatspräsident Emmanuel Macron bei der Pressekonferenz, bei der sich auch
Bundeskanzler Friedrich Merz, die italienische Ministerpräsidentin Giorgia
Meloni und der britische Premierminister Kier Starmer äußerten.
Die Einigung auf eine Feuerpause zwischen den USA und dem Iran, sowie
zwischen Israel und dem Libanon und jetzt die iranische Ankündigung einer
(wenn auch befristeten) Öffnung der Straße von Hormus bestärke die 49
Länder, die mehrheitlich per Videokonferenz am Treffen in Paris teilnahmen,
in ihrem Willen, gemeinsam für eine dauerhafte und bedingungslose
Durchfahrt durch die vom Iran kontrollierte Meerenge zu sorgen, auch wenn
die USA derzeit noch ihrer Blockade festhalten wollten, sagte Macron.
Auch Starmer, Meloni und Merz wollen, dass die Schiffe des Fracht- und
Tankerverkehrs unbeeinträchtigt von den Konfliktparteien „wie vor dem
Krieg“ und nach den Regeln des internationalen Rechts zirkulieren können.
## Bundeswehr könnte einen Beitrag leisten
Die Delegationen aus 49 Ländern hatten sich auf Einladung des französischen
Staatspräsidenten Emmanuel Macron und des britischen Premierministers Keir
Starmer zu dieser kurzfristig organisierten Konferenz der
„Nichtkriegsführenden“ im Golf-Konflikt getroffen.
Anders als namentlich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte
Macron darum im Voraus ausgeschlossen, dass die am Konflikt direkt
beteiligten Staaten (Iran, USA, Israel, Libanon) zur Konferenz und zur
weiteren Mitarbeit bei dieser diplomatischen Initiative eingeladen werden.
Friedrich Merz war wie Giorgia Meloni als Teilnehmer der Pressekonferenz
zunächst gar nicht vorgesehen, denn anders als Macron und Starmer gehörte
der Bundeskanzler, der eine Führungsrolle in Europa für sich reklamiert,
nicht zu den Ausrichtern des Treffens. Er kündigte nun an, was bereits vor
dem Treffen bekannt geworden war: dass Deutschland zueiner
Sicherungsmission Minenräumer und Seefernaufklärer beitragen könnte. „Das
können wir“, betonte Merz.
Die Bundeswehr verfügt derzeit über acht Minenjagdboote und
zweiEinsatzboote für Minentaucher. Diese Einheit habe „sehr
spezielleFähigkeiten, die im Bündnis sehr geschätzt werden“, sagte
amFreitagmittag ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Für
dieLuftaufklärung hat die Marine zwei Seefernaufklärer vom Typ
P-8„Poseidon“ zur Verfügung. Zudem, so hieß es in Berlin, könnte
dieLogistikbasis der Marine in Djibouti bei einer solchen Mission helfen.
## Merz wünscht sich Beteiligung der USA
Merz erläuterte noch einmal die [2][Bedingungen für eine
deutsche][3][Beteiligung] nach dem Ende der Kampfhandlungen: Zunächst
brauche es eine sichere Rechtsgrundlage, also ein internationales Mandat,
am besten eines des US-Sicherheitsrats. Zudem sei eine Zustimmung des
Bundestags notwendig. Zuletzt allerdings wurde in Berlin auch über eine
mögliche Ausweitung der EU-Mission „Aspides“ spekuliert.
Die Mission, an der Deutschland beteiligt ist, soll Schiffe im Roten Meer
vor Angriffen der Huthi-Milizen aus dem Jemen schützen. Bislang beharrt die
SPD allerdings auf ein Mandat der UN. Auch eine Ausweitung des
Aspides-Mandats müsste durch den Bundestag. In den Pressestatements in
Paris ist davon allerdings nicht die Rede.
Merz betonte noch einmal, dass er sich eine Beteiligung der USA an einer
solchen Mission wünsche. Das allerdings scheint Macron weiter anders zu
sehen.
Das erklärte Ziel des diplomatischen Treffens in Paris war es, die
weitgehend blockierte Passage von Hormus wieder für die internationale
Schifffahrt, namentlich für die Tanker- und Containerschiffe zu öffnen und
für die Sicherheit des zivilen Gütertransports zu sorgen.
## Macron: Es geht ausschließlich um die freie Durchfahrt
[4][Blockaden seitens des Iran und anschließend der USA], sowie außerdem
die iranische Bedrohung der Schifffahrt mit Seeminen, haben dazu geführt,
dass der Transport von Erdöl und Flüssiggas aus der Golfregion fast völlig
zum Erliegen gekommen ist, was in zahllosen Drittstaaten
Versorgungsengpässe und massiv steigende Treibstoffpreise für die
Verbraucher zur Folge hatte. Dies bringt die Staatsführungen in Zugzwang.
Als gemeinsamer Nenner und Ausgangspunkt der Konferenz hatte die
französische Präsidentschaft drei Punkte genannt: Erstens könne nicht
akzeptiert werden, dass im Persischen Golf Minen deponiert werden, welche
die Sicherheit der Schiffe gefährden. Zweitens werde jede Form einer
Durchfahrtsgebühr in der Meerenge von Hormus (wie dies Iran als
Gegenleistung für eine Öffnung gewünscht hat) abgelehnt. Drittens komme es
nicht infrage, die bisherigen Regeln oder Routen in den internationalen
Gewässern zu ändern, wo das internationale Seerecht gilt.
Der französische Präsident Macron betonte zudem, dass es ausschließlich
darum gehe, ausgehend von einem Waffenstillstand in der Region die
Durchfahrt zu sichern. Obwohl dazu auch die Kriegsmarine der an der
Konferenz teilnehmenden Staaten eingesetzt werden könne, handle es sich
ausdrücklich nicht um eine „militärische Operation“, sondern um eine
„Sicherung“. Macron erinnerte daran, dass Frankreich neben seinem
Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ rund ein Dutzend weitere Kriegsschiffe
in die Region geschickt hat.
Der britische Premierminister Starmer erklärte, bisher hätten sich rund 12
Staaten bereit erklärt, an der „strikt friedlichen und neutralen Mission“
zu beteiligen. Neben der Sicherung der ungehinderten Durchfahrt könnten
sich auch internationale Einheiten bei der Suche und Entschärfung von
Seeminen beteiligen.
17 Apr 2026
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## AUTOREN
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