# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump fantasiert vom „perfekten“ Krieg
       
       > Der US-Präsident verkündet gewohnt großmäulig, dass der Krieg gegen Iran
       > fast vorbei ist. Im eigenen Land erodiert die Zustimmung zu Trumps
       > Vorgehen.
       
 (IMG) Bild: „Werden sehen, was passiert“: US-Präsident Donald Trump
       
       ## „Läuft alles reibungslos“: Trump sagt Trump-Sachen
       
       US-Präsident Donald Trump hat den Irankrieg als „kleinen Umweg“ bezeichnet.
       Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump am Donnerstag seine
       Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz. „Wir übertreffen
       alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land
       Iran“, prahlte Trump. „Aber wir mussten es tun, denn sonst hätten schlimme
       Dinge passieren können“, fügte er unter Anspielung auf das iranische
       Atomprogramm hinzu.
       
       Trump behauptete: „Der Krieg in Iran verläuft reibungslos.“ Und: „Er dürfte
       ziemlich bald zu Ende sein.“ Trotz steigender Energiepreise, Tod und
       Zerstörung sowie Sorgen über die Zukunft der Nato und des Nahen Ostens sei
       der Krieg „perfekt gewesen“, sagte Trump und lobte dabei die Stärke des
       US-Militärs.
       
       Bereits zuvor brüstete sich der bald 80-Jährige vor Journalisten am Weißen
       Haus [1][mit den vermeintlich großen Fortschritten in den Verhandlungen mit
       dem Iran]. ‌Die Islamische Republik sei jetzt zu Zugeständnissen in Fragen
       bereit, die sie vorher noch abgelehnt habe. Iran habe angeboten, für über
       20 Jahre auf Atomwaffen zu verzichten. Wenn es zu einer Einigung komme,
       werde der Ölpreis fallen und die ⁠Inflation schrumpfen, behauptete Trump.
       
       Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Feuerpause zwischen Iran und den
       USA. Die USA blockieren allerdings den Schiffsverkehr von und zu iranischen
       Häfen. Die Islamische Republik ihrerseits droht mit Angriffen auf
       Handelsschiffe, [2][die die Straße von Hormus passieren wollen]. Durch die
       Meerenge wird ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert.
       (afp/ap/rtr/taz)
       
       ## Angebliche Fortschritte bei Geheimdiplomatie
       
       Pakistanischen Vermittlerkreisen zufolge soll es tatsächlich Fortschritte
       bei der Geheimdiplomatie geben. Ein bevorstehendes Treffen könnte zur
       Unterzeichnung eines Abkommens führen. Zunächst solle eine
       Absichtserklärung unterzeichnet werden, auf die innerhalb von 60 Tagen ein
       umfassendes Abkommen folgen solle.
       
       „Detaillierte Vereinbarungen folgen später. Beide Seiten sind sich im
       Prinzip einig“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person aus
       Pakistan ‌am Freitag. Einem Diplomaten zufolge hält sich der wichtigste
       pakistanische Vermittler, Armeechef Asim Munir, seit Mittwoch in Teheran
       auf und hat bei heiklen Themen einen Durchbruch erzielt.
       
       Während Iran die Aufhebung der internationalen Sanktionen fordert, dringen
       die USA darauf, hochangereichertes Uran aus dem Land zu schaffen. Zwei
       iranischen Insidern zufolge zeichnet sich hier ein Kompromiss ab: Teheran
       erwäge, einen Teil seiner Bestände ins Ausland zu bringen.
       
       Dazu noch mal Trump: „Wir werden sehen, was passiert. Aber ich denke, wir
       stehen sehr kurz vor einem Abkommen mit Iran.“ Sollte ein Vertrag in der
       pakistanischen Hauptstadt Islamabad unterzeichnet werden, werde er
       möglicherweise dorthin reisen. (rtr)
       
       ## Umfrage: Hälfte der US-Amerikaner lehnt Irankrieg ab
       
       In einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos gaben 51 Prozent der
       befragten US-Bürger an, der Irankrieg sei angesichts der damit verbundenen
       Kosten nicht zu rechtfertigen. In einer Umfrage der Universität Quinnipiac
       äußerten 65 Prozent der Teilnehmer die Ansicht, dass Trump für den Anstieg
       der Benzinpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus verantwortlich
       sei. Nur 36 Prozent der Trump-Wähler befürworten demnach das Vorgehen des
       Präsidenten im Konflikt mit Iran, während 58 Prozent dies ablehnten.
       
       Unterdessen rechnen die Deutschen trotz neuer Verhandlungen nicht mit einem
       schnellen Ende des Irankriegs. [3][Laut ZDF-Politbarometer] erwarten 87
       Prozent der Befragten, dass der Krieg der USA und Israels gegen Iran
       ‌länger dauern wird. Nur 9 Prozent glauben an ein Ende in den kommenden
       Wochen. Eine militärische Beteiligung Deutschlands an dem Krieg lehnen 93
       Prozent ab. (afp/rtr)
       
       ## SPD-Außenexperte bekräftigt Bedingungen für deutschen Kriegseinsatz
       
       Der SPD-Außenpolitikexperte Adis Ahmetovic hat die Bereitschaft
       Deutschlands zur Beteiligung an einem internationalen Militäreinsatz zur
       Sicherung der zivilen Schifffahrt in der Straße von Hormuz bekräftigt.
       Diese sei aber an Bedingungen geknüpft, sagte er am Freitag im
       ZDF-„Morgenmagazin“. Es brauche unter anderem „einen stabilen verlässlichen
       Waffenstillstand“ in der Region und ein „internationales Dach“ für den
       Einsatz, dazu komme ein Bundestagsmandat für den entsprechenden
       Bundeswehreinsatz.
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berät am Freitag in Paris mit
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem britischen Regierungschef Keir
       Starmer und zahlreichen weiteren Staats- und Regierungschefs über einen
       solchen Einsatz. Deutschland könne sich daran mit Minenräumung oder
       Seefernaufklärung beteiligen, hieß es vorab in Regierungskreisen in Berlin.
       Merz und Macron betonten außerdem bereits öffentlich, dass ein solcher
       Einsatz erst nach dem Ende des Irankrieges möglich sei.
       
       Ahmetovic sprach mit Blick auf die geplanten Abstimmungen in Paris von
       einem „Schlüsselmoment“ für die gesamteuropäische Sicherheitspolitik. „Wir
       müssen europäische Geschlossenheit heute zeigen“, sagte der außenpolitische
       Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. In der Region brauche es „Stabilität“.
       „Das ist nicht unser Krieg, die Folgen aber schon“, ergänzte Ahmetovic mit
       Blick etwa auf steigende Energiepreise.
       
       Zunächst gehe es in Paris aber um die vorbereitende Abstimmung zwischen
       Partnern, fügte Ahmetovic hinzu. Die Entscheidung über den eigentlichen
       Einsatz sei keine, „die wir morgen treffen werden“. Im Hintergrund gebe es
       bereits diplomatische Kontakte zu Golfstaaten, arabischen Ländern sowie
       asiatischen Partnern wie Südkorea und Japan. In einem zweiten Schritt sei
       es aber nötig, dass die USA bei der Mission „dabei sind“. (afp)
       
       ## Emirate: Nicht Israel, sondern Iran ist primärer Gegner der Golfstaaten
       
       Die Vereinigten Arabischen Emirate betrachten Iran nach Aussagen des
       diplomatischen Beraters des Präsidenten, Scheich Mohammed bin Sajid Al
       Nahjan, als „Hauptfeind“. Anwar Gargasch sagte am Donnerstag bei einem
       Medienbriefing im Dubai Press Club, die Golfstaaten hätten eine andere
       Sicht auf Iran als andere Länder der Region.
       
       „Wir sind uns der Haltung vieler arabischer Gesellschaften vollkommen
       bewusst, Israel als den primären Feind zu sehen, aber die Sichtweise in den
       Golfstaaten kann anders sein.“ Iran sei „derjenige, der die Golfstaaten mit
       Tausenden Raketen und Drohnen angegriffen hat, und aus diesem Grund
       vertrauen wir ihm nicht und betrachten ihn als primären Feind“, sagte er.
       (ap)
       
       17 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Gescheiterte-Iran-Verhandlungen/!6166545
 (DIR) [2] /Strasse-von-Hormus/!6171546
 (DIR) [3] https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-politbarometer-april-2026
       
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