# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Britisches Militär meldet iranischen Beschuss von Tanker
       
       > Der Vorfall soll sich ereignet haben, kurz nachdem Teheran die erneute
       > Schließung der Straße von Hormus verkündet hatte. Iran revanchiert sich
       > damit für die fortlaufende Blockade seiner Häfen durch die USA.
       
 (IMG) Bild: Vom Weltraum aus gesehen: Ein Satellitenbild zeigt den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus am 2. April
       
       ## Iranischer Angriff auf Tanker in Straße von Hormus gemeldet
       
       Das britische Militär hat einen Angriff von Schnellbooten der iranischen
       Revolutionsgarde auf einen Tanker in der Straße von Hormus gemeldet. Die
       Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) teilte am Samstag mit, der
       Tanker und dessen Besatzung seien nach ersten Erkenntnissen in Sicherheit.
       Das Frachtschiff sei von zwei Schnellbooten beschossen worden, hieß es.
       Angaben zum Namen des Tankers oder zu seinem Ziel machte die UKMTO zunächst
       nicht. Der Vorfall habe sich 20 Seemeilen nordöstlich des Oman ereignet,
       teilt die Behörde mit.
       
       Zuvor hatte der Iran am Samstagmorgen seine Ankündigung vom Vortag
       zurückgenommen, die für den Energiehandel wichtige Meerenge wieder zu
       öffnen. Teheran begründete den Schritt mit der US-Seeblockade gegen
       iranische Häfen. Einige Handelsschiffe hätten eine direkte Funkmeldung der
       iranischen Marine erhalten, wonach die Straße von Hormus erneut gesperrt
       sei. Kein Schiff dürfe die wichtige Meerenge mehr passieren. (ap/rtr)
       
       ## Reeder vermissen belastbare Sicherheitsgarantien
       
       Die erneute Schließung der Straße von Hormus zeigt nach Einschätzung der
       deutschen Reeder, wie fragil und unübersichtlich die Lage ist. „Eine
       verlässliche und sichere Passage durch die Straße von Hormus ist unter
       diesen Bedingungen weiterhin nicht gewährleistet“, teilte der Verband
       Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit. Reedereien und Besatzungen
       benötigten stabile und international abgestimmte Rahmenbedingungen. „Ohne
       belastbare Sicherheitsgarantien kann es keine nachhaltige Normalisierung
       des Schiffsverkehrs in dieser für den Welthandel zentralen Region geben.“
       (dpa)
       
       ## Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig
       
       Der Iran macht [1][die am Vortag angekündigte Öffnung der Straße von
       Hormus] rückgängig. Das teilte das Hauptquartier der Streitkräfte laut
       Nachrichtenagentur Fars mit. Als Grund wird die anhaltende Blockade
       iranischer Häfen durch die USA angeführt.
       
       „Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen
       bleiben“, hatte zuvor Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammed
       Bagher Ghalibaf auf der Plattform X geschrieben. Die Durchfahrt durch die
       für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge erfolge auf der vom
       Iran „festgelegten Route“ und mit „iranischer Genehmigung“, fügte Teherans
       Chefunterhändler hinzu.
       
       Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs hatte die Staatsführung in
       Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden
       Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten. Umgekehrt wollen die USA aber
       [2][ihre eigene Seeblockade] aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit
       Start- oder Zielhafen im Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie
       bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem
       Iran“ bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran
       sorgte das für Empörung.
       
       Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, drohte den
       USA. „Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die Waffenruhe
       dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben“, sagte er
       der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Ghalibaf schrieb, ob die Straße
       geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort
       entschieden, „nicht durch soziale Medien“. Trump habe falsche Behauptungen
       aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.
       (dpa)
       
       ## Bislang keine Entspannung im Schiffsverkehr
       
       In der für den globalen Energiehandel wichtigen Straße von Hormus ist
       [3][eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs nach Einschätzung von
       Datenanbietern und Branchenbeobachtern nicht in Sicht]. Wie der Sender CNN
       unter Berufung auf Verkehrsdaten berichtet, passierten seit der offiziellen
       Freigabe durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres
       Kreuzfahrtschiff die Meerenge, jedoch keine Öltanker.
       
       Nach Einschätzung von John-Paul Rodriguez, Experte für Seeschifffahrt an
       der Texas A&M University, halten widersprüchliche Statusmeldungen
       Reedereien von der Durchfahrt ab. Rodriguez sagte dem Sender Al Jazeera:
       „Seit der Ankündigung haben Schiffe versucht, die Meerenge zu passieren …
       aber es sieht so aus, als würden viele von ihnen umkehren, weil die Lage
       unklar ist.“ Große Reedereien würden sich wahrscheinlich nicht wohl dabei
       fühlen, die Meerenge zu durchfahren, bis die „derzeitige iranische Sperre
       vollständig aufgehoben“ sei.
       
       So hatte etwa eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen den Versuch
       abgebrochen, ‌die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten
       zufolge sind die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe,
       Massengutfrachter und Tanker, wieder umgekehrt. Zu der Gruppe gehören auch
       drei Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Sie lehnte ‌eine
       Stellungnahme ab. Die Schiffe waren Teil des bisher größten Schiffskonvois
       Richtung ⁠Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Krieges.
       
       Der Analysedienst Kpler schrieb auf der Plattform X, eine Rückkehr zur
       Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte
       werde Monate in Anspruch nehmen. (dpa/rtr)
       
       ## Krisendiplomatie vor Ablauf der Waffenruhe
       
       Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die bis Mittwoch
       geltende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im
       Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Trump rechnet in den
       nächsten Tagen mit einem Abkommen. „Die Gespräche laufen“ und würden über
       das Wochenende fortgesetzt, sagte er Reportern. Laut unbestätigten
       US-Medienberichten könnten die Unterhändler [4][am Montag in der
       pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde
       zusammenkommen].
       
       [5][Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne
       konkrete Ergebnisse geendet]. Pakistan bereitet sich auf weitere
       Verhandlungen vor. Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen, und
       es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt. Aus dem
       Weißen Haus verlautete, die Planungen liefen noch. Ein konkreter Termin sei
       bislang nicht angesetzt, sagte ein ranghoher US-Beamter.
       
       Angesprochen darauf, dass der Iran weiterhin erhebliche Unterschiede in den
       Positionen sehe, sagte Trump Reportern: „Nun, das könnte sein. Warten wir
       ab.“ Er glaube aber nicht, „dass es allzu viele wesentliche Unterschiede
       gibt.“ Einer der zentralen Streitpunkte ist der Umgang mit Irans hoch
       angereichertem Uran. Der Sender CBS News zitierte Trump aus einem
       Telefoninterview mit der Aussage, die USA würden für die Bergung der
       Uran-Vorräte mit dem Iran zusammenarbeiten. „Unsere Leute werden gemeinsam
       mit den Iranern arbeiten, um es zu holen. Und dann bringen wir es in die
       Vereinigten Staaten.“
       
       Irans Außenamtssprecher Baghai wies dies umgehend zurück. „Der Transfer von
       Uran in die USA war nie eine Option und stand auch nicht zur Debatte“,
       sagte er laut Nachrichtenagentur Tasnim. Trump schrieb dagegen auf Truth
       Social, die USA würden Irans Uran bekommen und Geld werde nicht fließen.
       
       Das US-Nachrichtenportal „Axios“ hatte zuvor unter Berufung auf zwei
       US-Beamte und weitere mit den laufenden Verhandlungen vertraute Personen
       berichtet, dass unter anderem darüber diskutiert werde, ob die USA
       eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar
       freigeben. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch angereichertem
       Uran aufgeben.
       
       Irans angereichertes Uran werde „nirgendwohin transferiert“, sagte Baghai
       laut Staatsmedien. Mit Blick auf mögliche weitere Verhandlungen mit den USA
       über einen dauerhaften Frieden sagte der Außenamtssprecher: „Sobald wir das
       Gefühl haben, dass unsere Interessen berücksichtigt und gesichert sind,
       dann sind wir auch nicht weit von einer Einigung.“ Für den Iran seien die
       Aufhebung der Sanktionen und die Wiedergutmachung der Kriegsschäden enorm
       wichtig. (dpa)
       
       ## Pakistans Regierungschef beendet Vermittlungsbesuche
       
       Der im Iran-Krieg als Vermittler auftretende pakistanische Regierungschef
       Shebaz Sharif hat einen mehrtägigen Besuch in ebenfalls um Vermittlung
       bemühten Staaten der Region beendet. Nach Besuchen in Saudi-Arabien und
       Katar verlasse er nun die türkische Stadt Antalya „mit schönen
       Erinnerungen“ sowie der „erneuerten Verpflichtung“, die „enge
       Zusammenarbeit“ zwischen den Ländern „fortzusetzen, um den Dialog und die
       Diplomatie im Interesse eines dauerhaften Friedens und einer dauerhaften
       Stabilität in der Region voranzubringen“, erklärte Sharif am Samstag in
       Onlinediensten.
       
       Sharif hatte in der ersten US-iranischen Gesprächsrunde über ein Ende des
       Iran-Kriegs eine Schlüsselrolle gespielt. Nach einem Besuch in
       Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad war Sharif nach Angaben seines Büros zu
       Gesprächen über „Pakistans laufende Bemühungen um regionalen und globalen
       Frieden“ in Doha mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani,
       sowie in der Türkei mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammengekommen.
       Zudem nahm er an einem diplomatischen Forum in Antalya teil. Wie Pakistan
       sind Saudi-Arabien, Katar und die Türkei um Vermittlung im Iran-Krieg
       bemüht.
       
       Auch Pakistans einflussreicher Armeechef Asim Munir beendete seinen
       mehrtägigen Vermittlungsbesuch in Teheran. Munir habe während seines
       Besuchs in der iranischen Hauptstadt mehrere hochrangige iranische
       Führungspersonen getroffen, erklärte die Armee am Samstag. Dies
       unterstreiche Pakistans „unerschütterliche Entschlossenheit, eine
       Verhandlungslösung zu ermöglichen“.
       
       Am Mittwoch war die von Armeechef Munir angeführte pakistanische Delegation
       in Teheran angekommen und wurde vom iranischen Außenminister Abbas
       Araghtschi empfangen. Am Donnerstag kam Munir laut Berichten des iranischen
       Staatsfernsehens mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher
       Ghalibaf in Teheran zusammen. (afp)
       
       ## Iran gibt einen Teil seines Luftraums wieder für internationale Flüge
       frei
       
       Der Iran hat nach Angaben der Luftfahrtbehörde des Landes im Zuge der
       Waffenruhe mit den USA einen Teil seines Luftraums wieder für
       internationale Flüge freigegeben. „Die Flugrouten im Osten des Landes sind
       für internationale Flüge geöffnet, die den Iran überfliegen“, teilte die
       zivile Luftfahrtbehörde des Landes am Samstag mit. Zudem hätten am Morgen
       (Ortszeit) einige bislang geschlossene Flughäfen des Landes ihren Betrieb
       wieder aufgenommen.
       
       Laut Daten des Flugtracking-Portals Flightradar24 haben bislang jedoch
       keine internationalen Flüge den Iran überflogen. Einige Flugzeuge nahmen
       demnach lange Umwege in Kauf, um den iranischen Luftraum nicht zu
       passieren. (afp)
       
       ## Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
       
       Die angeblich in der Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran verteilten
       iranischen Seeminen sollen nach Angaben von Trump geborgen worden sein –
       oder werden derzeit noch entfernt. „Der Iran hat mithilfe der USA alle
       Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!“, schrieb Trump auf der
       Plattform Truth Social. Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die
       der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt
       haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat.
       (dpa)
       
       ## Trump spricht von „ziemlich guten Nachrichten“
       
       US-Präsident Donald Trump spricht von neuen „ziemlich guten Nachrichten“ in
       Bezug auf den Iran. „Wir haben vor 20 Minuten ziemlich gute Nachrichten
       bekommen, es scheint im Nahen Osten mit dem Iran sehr gut zu laufen“, sagt
       Trump vor Journalisten an Bord der Air ‌Force One. Auf die Frage, was die
       gute Nachricht sei, antwortet Trump: „Sie werden davon hören. Ich denke
       einfach, das sollte passieren. Es ist das einzig Sinnvolle. Und ich glaube,
       das wird es auch. Wir werden sehen, was passiert, aber ich glaube, das wird
       es.“ (rtr)
       
       18 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
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