# taz.de -- Moskaus Propagandaparade am 9. Mai: Von Luftangriffen ist abzuraten
       
       > Putin bietet der Ukraine für den 8. und 9. Mai einen Waffenstillstand an.
       > Kyjiw wird das Angebot wohl ablehnen – das ist verständlich, aber unklug.
       
 (IMG) Bild: Flugübungen für Putins Show am 9. Mai
       
       Russland hat für den 8. und 9. Mai eine [1][zweitägige Waffenruhe in seinem
       Krieg gegen die Ukraine angekündigt] – die Tage, an denen des Endes des
       Hitler-Faschismus gedacht wird. Allem Anschein nach wird die Ukraine dieses
       Angebot nicht erwidern. Warum auch, fragt man sich in der ukrainischen
       Führung. Schließlich hatte Putin ja auch die für den 6. Mai angekündigte
       einseitige ukrainische Waffenruhe ignoriert. Wie du mir, so ich dir.
       
       Nachvollziehbar ist die ukrainische Ablehnung also. Kommt hinzu, dass die
       Ukraine Putins Show am 9. Mai nicht einfach ungestört zusehen will. Denn in
       Moskau wird man am 9. Mai nicht nur des Endes des Hitler-Faschismus
       gedenken. Russlands Führung setzt [2][den Kampf gegen Hitler mit seinem
       Überfall auf die Ukraine gleich.]
       
       Nun überbieten sich beide Seiten mit Drohungen. Sollte die Ukraine die
       Paraden zum 9. Mai stören, [3][werde man Kyjiw mit Raketen angreifen], so
       die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Und Serhi
       Sternenko, Berater im ukrainischen Verteidigungsministerium, tut auf seinem
       Telegram-Kanal kund, dass Russen kein Recht auf Leben haben, [4][sie Leiden
       und Tod verdient haben].
       
       Sternenkos Drohungen sollte man ernst nehmen. Der frühere Chef des Rechten
       Sektors von Odessa, der immer wieder mal politische Gegner in Müllcontainer
       geworfen hat, ist im ukrainischen Verteidigungsministerium für Drohnen
       zuständig.
       
       ## Russland wird Angriffe propagandistisch nutzen
       
       Gleichwohl ist der Ukraine von Luftangriffen auf die Paraden des 9. Mai in
       Russland abzuraten. Und dies aus mehreren Gründen: Russland wird diese
       ukrainischen Angriffe nutzen, um die ukrainische Führung als Faschisten
       hinzustellen, die das Andenken an den Sieg über Hitler schmälern wollen.
       
       Dazu kommt: Sollte es der Ukraine gelingen, mit Drohnen eine russische
       Militärparade zu stören, dann nur unter der Voraussetzung, dass viele
       Drohnen eingesetzt werden. Denn nur wenige werden durchkommen. Die anderen
       werden abgeschossen. Und abgeschossene Drohnen über Wohngebieten könnten
       den Tod von Zivilisten bedeuten.
       
       Außerdem hat die ukrainische Führung jetzt schon ihr Ziel erreicht.
       Zahlreiche russische Städte haben die für den 9. Mai geplanten
       Veranstaltungen aus Angst vor ukrainischen Drohen ganz abgesagt.
       
       Leider ist auch die Drohung von Frau Sacharowa, man werde das Zentrum von
       Kyjiw mit Raketen beschießen, sollte die Ukraine am 8. oder 9. Mai Russland
       angreifen, ernst zu nehmen. Warum aber das Leben von Kyjiwer Zivilisten
       riskieren? Ein hoher Preis dafür, Putins Parade die Schau zu stehlen.
       
       7 May 2026
       
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