# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Anzeichen für zweite Verhandlungsrunde verdichten sich
> Das Treffen zwischen den USA und Iran könnte bald fortgesetzt werden.
> Derweil kündigt US-Präsident Donald Trump Spitzengespräche zwischen
> Israel und Libanon an.
(IMG) Bild: Ein Schiff in der Straße von Hormus am 12. April
## Anzeichen für zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran
verdichten sich
Nach dem Scheitern einer ersten Runde von Friedensgesprächen verdichten
sich die Anzeichen für eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und
Iran. „Es gibt diese Diskussionen“, sagte die Sprecherin von US-Präsident
Donald Trump, Karoline Leavitt, am Mittwoch über die Möglichkeit neuer
Gespräche. Die US-Regierung sei guter Dinge, dass es zu einem „Deal“ kommen
könne. Der Iran drohte mit einer Ausweitung der Seeblockade auf das Rote
Meer, zeigte sich aber zugleich offen für weitere Verhandlungen.
Eine zweite Gesprächsrunde würde „sehr wahrscheinlich“ wieder in der
pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden, sagte Leavitt. Pakistan
setzte derweil seine Vermittlungsbemühungen fort. Eine vom pakistanischen
Armeechef Asim Munir angeführte Delegation wurde am Mittwoch in Teheran vom
iranischen Außenminister Abbas Araghtschi empfangen.
Bei dem Treffen sollte laut iranischem Staatsfernsehen eine neue Botschaft
der USA überbracht und die Möglichkeit einer zweiten Verhandlungsrunde
erörtert werden. Nach Angaben des Sprechers des iranischen
Außenministeriums, Esmail Baghai, wurden bereits in den vergangenen Tagen
„via Pakistan mehrere Nachrichten (mit den USA) ausgetauscht“.
Die USA und Iran hatten sich vor einer Woche auf eine zweiwöchige
Feuerpause verständigt. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung
über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden, der Ende Februar
mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte.
Eine erste Runde von Verhandlungen zwischen Vertretern Irans und den USA
war am Wochenende in Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Wichtigster
Streitpunkt war das iranische Atomprogramm. Trump verhängte daraufhin eine
Blockade iranischer Häfen in der [1][Straße von Hormus].
Irans Armeekommandeur Ali Abdollahi drohte laut dem Staatsfernsehen, falls
die USA ihre am Montag begonnene Blockade iranischer Häfen in der Straße
von Hormus fortsetzten, würden die iranischen Streitkräfte „keinerlei
Exporte oder Importe durch den Persischen Golf, den Golf von Oman und das
Rote Meer zulassen“.
Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen
Resai, drohte zudem mit Angriffen auf US-Schiffe in der Straße von Hormus.
„Ihre Schiffe werden von unseren ersten Raketen versenkt werden und stellen
eine große Gefahr für das US-Militär dar“, sagte Resai im Staatsfernsehen.
„Sie können definitiv unseren Raketen ausgesetzt werden, und wir können sie
zerstören.“
Das US-Militär erklärte, es habe in den ersten zwei Tagen seiner Blockade
iranischer Häfen in der Straße von Hormus zehn Schiffe abgefangen. Es habe
kein Schiff die Blockade durchbrochen, betonte das für den Nahen Osten
zuständige US-Militärkommando Central Command (Centcom) am Mittwoch im
Kurzbotschaftendienst X.
Allerdings scheint dies im Widerspruch zu Schifffahrts-Trackingdaten zu
stehen. Demnach durchfuhren am Dienstag mindestens drei aus iranischen
Häfen ausgelaufene Schiffe die Straße von Hormus. Laut dem
Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler passierten mindestens sieben in
Verbindung zu Iran stehende Schiffe die Meerenge, seitdem die Blockade am
Montag in Kraft getreten ist.
Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch
die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und
Flüssiggastransports verläuft, bereits de facto durch die iranischen
Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise
für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.
Die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung zwischen den USA und Iran ließ die
Aktienkurse an der Wall Street am Mittwoch steigen, [2][während der
Rohölpreis] sank. (afp)
## Trump kündigt Spitzengespräch zwischen Israel und Libanon an – Beirut
dementiert
US-Präsident Donald Trump hat für Donnerstag Gespräche auf höchster Ebene
zwischen [3][Israel und Libanon] angekündigt. Er wolle eine „kleine
Atempause zwischen Israel und Libanon schaffen“, schrieb Trump am Mittwoch
in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Anführer beider Länder würden
erstmals seit rund 34 Jahren miteinander sprechen, fügte er hinzu, ohne
Angaben zu den Teilnehmern zu machen. Aus hochrangigen Kreisen Libanons
wurden entsprechende Pläne jedoch dementiert.
„Wir haben keine Kenntnis über einen geplanten Kontakt mit der israelischen
Seite und wurden auch nicht über offizielle Kanäle darüber informiert“,
erfuhr AFP aus hochrangigen Kreisen in Beirut.
Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter
Israels und Libanons am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt.
Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.
Israel und Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen
Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.
Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar hat die proiranische Hisbollah ihre
Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive
Luftangriffe auf Ziele in Libanon und schickte Bodentruppen über die
Grenze. (afp)
## Chinas Wirtschaft trotzt Sorgen um Irankrieg mit starkem Wachstum
Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 trotz der Risiken
durch den Irankrieg stärker als erwartet gewachsen. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 5 Prozent im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistikamt am Donnerstag
mitteilte. Die Wirtschaft habe einen guten Start in das erste Quartal
gehabt, das externe Umfeld werde jedoch komplexer, teilte die Behörde
weiter mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten
mit einem Plus von 4,8 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2025 war die
zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 4,5 Prozent gewachsen. Dies war der
niedrigste Wert seit drei Jahren. (rtr)
## China drängt Iran zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus
Der chinesische Außenminister Wang Yi hat Iran aufgefordert, die normale
Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen. Wang habe am
Mittwoch mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi telefoniert,
teilte das chinesische Außenministerium mit. Zwar müssten die Souveränität
und die Sicherheit Irans in der Meerenge respektiert werden, sagte Wang
demnach. Jedoch müsse auch die Freiheit und Sicherheit der Schifffahrt auf
dem Wasserweg gewährleistet sein. Zurzeit öffne sich ein kritisches Fenster
für den Frieden. China unterstütze die Einhaltung des Waffenstillstands
und die Fortführung der Verhandlungen. Dies sei im Interesse Irans, der
Region und der Welt. China sei bereit, sich weiter für eine Entspannung
der Situation und eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ländern
der Region einzusetzen. (rtr)
## Insider: Iran erwägt teilweise Öffnung der Straße von Hormus
Iran zieht in den Verhandlungen mit den USA Insidern zufolge eine teilweise
Öffnung der Straße von Hormus in Erwägung. Damit rückt die Islamische
Republik erstmals von Maximalforderungen ab. Bislang wollte die Regierung
in Teheran Gebühren für die Durchfahrt durch die internationale
Wasserstraße erheben und die Souveränität über die Meerenge beanspruchen.
Um ein Wiederaufflammen des Krieges mit den USA abzuwenden, könnte Iran
Schiffen die freie Durchfahrt auf der omanischen Seite der Meerenge
gestatten, sagte eine von der iranischen Regierung unterrichtete Person am
Mittwoch. Voraussetzung sei jedoch, dass die US-Regierung auf die übrigen
Forderungen Irans eingehe. Dazu gehörten unter anderem die Freigabe
eingefrorenen Vermögens und ein Ende der Sanktionen. Unklar blieb, ob alle
Schiffe – auch solche mit Verbindungen zu Israel – die Route passieren
dürften. Ein westlicher Sicherheitsinsider bestätigte, dass der Vorschlag
erörtert werde. Das US-Präsidialamt und das iranische Außenministerium
nahmen zu dem Vorstoß zunächst nicht Stellung. (rtr)
## Emirate und Iran sprechen über Deeskalation
Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich einem Medienbericht
zufolge über den Abbau von Spannungen in der Golfregion im Zusammenhang mit
dem Irankrieg ausgetauscht. WAM, die staatliche Nachrichtenagentur der
Emirate, berichtete am Mittwoch von einem Telefonat zwischen Vizepräsident
Scheich Mansur bin Sajid Al Nahjan und dem iranischen Parlamentspräsidenten
Mohammed Bagher Ghalibaf. Dabei sei es um die Entwicklungen in der Region
und mögliche Deeskalationsmaßnahmen gegangen. (ap)
16 Apr 2026
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