# taz.de -- Doku über den Weg zum Mond: All und Staat
       
       > „Die Eroberung des Mondes“ erklärt, warum alle immer zum Mond wollen. Und
       > wie immer bei großen Geschichten gibt es miese und hoffnungsvolle
       > Elemente.
       
 (IMG) Bild: 1969: Lyndon B. Johnson bei Start der Apollo 11
       
       Am Ende sind die Nazis doch noch auf die Rückseite des Monds gekommen, wie
       im trashigen Roman und Film [1][„Iron Sky“] vorhergesagt. Denn ohne die
       Vorarbeit des skrupellosen Raketenbauers, NS-Karrieristen und SS-Mannes
       Wernher von Braun, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern
       übernommen wurde, wäre die [2][gerade erfolgreich abgeschlossene
       Artemis-Mission] wohl nicht möglich gewesen.
       
       Das ist nur einer der Stränge der dreiteiligen, höchst beeindruckenden
       [3][Arte-Doku „Die Eroberung des Mondes“], die bis ins Heute reichen wie
       ein robotischer Greifarm.
       
       Auch das Motiv der Zerbrechlichkeit der Erde beziehungsweise der alle Opfer
       und Anstrengungen fadenscheinig erscheinen lassenden Unwirtlichkeit von
       Mond und Weltraum findet sich. Und doch herrscht in diesen 1960er Jahren in
       den USA noch ein Zukunftsoptimismus, ein Wille, den von der Menschheit
       schon ziemlich versauten „Rusty Cage“ Erde hinter sich zu lassen.
       
       Wobei nicht nur den herrschenden Soziopathen, sondern uns allen immer
       wieder mal vor Augen geführt werden kann: Der nächstliegende Zentralstern
       eines Planetensystems, Proxima Centauri, liegt 4,2 Lichtjahre entfernt.
       Wenn wir auch nur in seine Nähe reisen wollten, um dort zum Beispiel
       unseren Müll abzuladen, wären wir Jahrtausende unterwegs.
       
       ## Grausame Katastrophen
       
       Aber dann – ist das Ding Raumfahrt halt groß und laut und hell! Alle können
       sehen, was passiert, von den grausamen Katastrophen bis zu den epochalen
       Erfolgen, zumindest in den USA, wo der Wettlauf zum Mond mit der zunächst
       führenden Sowjetunion immer auch als demokratisches, als Medienspektakel
       angegangen wurde, mit JFK vor Ort.
       
       Astronauten durften ihre „Home Stories“ exklusiv vermarkten, damit sie und
       ihre Ehepartner sich von dem Geld anständig angezogen in der Öffentlichkeit
       präsentieren konnten. Die Sowjets prahlten nur mit den Erfolgen und
       verheimlichten die Desaster. Am Ende kam aber die Demokratie zuerst auf den
       Mond. Lasst uns also offen bleiben! Denn hoch hinaus kommen wir nur, wenn
       wir von Niederlagen lernen. Dazu muss man sie aber erst mal eingestehen.
       
       17 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Trash-Film-Iron-Sky/!5096784
 (DIR) [2] /Artemis-2/!6169949
 (DIR) [3] https://www.arte.tv/de/videos/RC-023220/die-eroberung-des-mondes/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ambros Waibel
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Mondlandung
 (DIR) Raumfahrt
 (DIR) Demokratie
 (DIR) Mond
 (DIR) Arte
 (DIR) Dokumentation
 (DIR) wochentaz
 (DIR) talkshow
 (DIR) Raumfahrt
 (DIR) wochentaz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Artemis 2: Der Mond im Mann
       
       Nach 54 Jahren fliegen Menschen wieder zum Mond. Doch wir sollten uns von
       den spektakulären Bildern nicht trügen lassen. Dabei gewinnt nur ein Mann.
       
 (DIR) „Artemis 2“ auf dem Rückflug: Einmal um den Mond und zurück
       
       Die „Artemis 2“-Crew entfernt sich weiter von der Erde als je Menschen
       zuvor und umrundet den Mond. US-Präsident Trump lädt sie ins Weiße Haus
       ein.
       
 (DIR) Mission Artemis 2: Ist bemannte Raumfahrt Geldverschwendung?
       
       Die Artemismission hat erstmals seit über 50 Jahren vier Astronaut:innen
       Richtung Mond geschickt. Aber braucht es wirklich Menschen im All?