# taz.de -- Militärausgaben steigen auf Rekordhoch: Billionen, die es für eine bessere Welt bräuchte
> Knapp 3 Billionen Dollar geben Staaten für Aufrüstung aus. Das Geld
> könnte stattdessen in Bildung, Gesundheit oder ein würdevolles Leben
> fließen.
(IMG) Bild: Verkaufserfolg: Leopard 2 A4-Panzer bei Rheinmetall in Unterlüß
Es ist eine wahrlich traurige Statistik, die das Friedensforschungsinstitut
Sipri veröffentlicht hat. Satte und unglaubliche [1][2,9 Billionen
US-Dollar gibt die Welt für Militär und Rüstung aus]. Es ist das elfte Jahr
in Folge, dass die Militärausgaben international steigen. Das Stockholmer
Institut spart auch nicht mit Superlativen: Die Staaten sind wieder auf dem
Investitionslevel wie zu Zeiten des Kalten Krieges angelangt. Und
angesichts der trüben Aussichten und Kriegslagen an den verschiedensten
Hotspots der Welt wird es wohl auch im kommenden Jahr die nächsten
Erfolgsmeldungen geben.
An der Spitze des Rankings stehen die altbekannten Player mit ihren
autokratischen Regimen: die USA, [2][China], Russland. Die Investitionen
der Vereinigten Staaten sind leicht rückläufig, aber nur aus dem einen
bescheidenen Grund, da US-Präsident Trump entschieden hat, die militärische
Ukraine-Hilfe zurückzufahren. Derzeit. Müßig, zu sagen, dass die
Investitionen im kommenden Jahr vermutlich auch in den USA wieder steigen
werden, schließlich spart der Mann im Weißen Haus nicht mit kriegerischen
Drohgebärden Richtung Naher Osten oder mit Blick auf den „Hinterhof“ der
USA, Lateinamerika.
Es sind 2,9 Billionen US-Dollar, die in Bildungsprojekte fließen könnten,
in Gesundheit, in den Umweltschutz, in ein gutes und würdevolles Leben im
Alter. Wenn man so will, sind dies auch alles politische Krisenfelder und
friedensstiftende Maßnahmen, die Aufmerksamkeit und Geld brauchen. Aber die
Regierungen dieser Welt scheinen keinen alternativen Geschäftsplan für ihre
Bevölkerungen zu haben, sondern rühmen sich mit ihrem Investment in
Verteidigung.
Vielleicht schon mal über Resilienzfaktoren in Sicherheitsfragen anderer
Art nachgedacht? Zum Beispiel der Einsatz für internationale Abkommen zur
Abrüstung, für mehr Diplomatie oder für Bündnisse, die sich gegen die
Klimakrise stemmen, für Gleichberechtigung und gegen soziale
Ungerechtigkeit eintreten? Ja, das scheint angesichts der Weltlage eine
naive Forderung zu sein, die sich aber langfristig auszahlen würde. Niemand
beschönigt oder unterschätzt die Bedrohungslage, die insbesondere vom
russischen Aggressor Wladimir Putin für die europäischen Staaten ausgeht.
Doch anstatt sich ihres diplomatischen Instrumentenkastens zu bedienen,
rücken sie im Rüstungs-Ranking nach oben. Allen voran Deutschland, [3][das
nun auf dem vierten Platz landet und auf die Top Drei hofft]. 2027 dürfen
wir ziemlich sicher mit dem nächsten Rekordwert rechnen.
27 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Tanja Tricarico
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