# taz.de -- Iran-Friedensgespräche in Pakistan: Stundenlange Verhandlungen gehen ohne Ergebnis zu Ende
       
       > Ohne Vereinbarung reisen die Verhandlungsdelegationen Irans und der USA
       > aus Pakistan ab. Was das für den Waffenstillstand heißt, ist noch unklar.
       
 (IMG) Bild: Fliegt ohne Ergebnis wieder nach Hause: US-Vizepräsident J. D. Vance vor der Abschlusspressekonferenz in Pakistan
       
       Die [1][Friedensgespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan] sind ohne
       Vereinbarung zu Ende gegangen. Dies erklärte US-Vizepräsident J. D. Vance
       während einer kurzen Stellungnahme in Islamabad am frühen Sonntagmorgen.
       
       „Die schlechte Nachricht ist: Wir haben keine Einigung erzielt. Ich denke,
       das ist für Iran eine weitaus schlechtere Nachricht als für die Vereinigten
       Staaten von Amerika“, erklärte Vance gegenüber Journalisten in Islamabad.
       
       Wie sich das Scheitern der Friedensgespräche auf den aktuellen
       Waffenstillstand auswirken wird, ist derzeit ungewiss.
       
       Laut Vance, der zusammen mit dem US-Sonderbeauftragen für
       Friedensverhandlungen Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner
       die US-Delegation anführte, haben die USA während der Verhandlungen ihre
       Forderungen deutlich zum Ausdruck gebracht.
       
       ## Kaum Details aus den Gesprächen bekannt
       
       „Wir haben sehr deutlich gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen. In
       welchen Punkten wir bereit sind, ihnen entgegenzukommen und in welchen
       nicht. Und wir haben dies so klar wie nur möglich kommuniziert – doch sie
       haben sich entschieden, unsere Bedingungen nicht zu akzeptieren“, fasste
       der 41-jährige Vance die Verhandlungen zusammen, die sich über 21 Stunden
       hingezogen hatten.
       
       Der ehemalige US-Senator aus Ohio gab nur wenige Details bekannt. Er machte
       allerdings klar, dass Iran bislang nicht gewillt sei, sich von seinen
       atomaren Ambitionen zu verabschieden.
       
       „Wir erkennen bei den Iranern keinen fundamentalen Willen, langfristig
       keine Atomwaffe zu entwickeln“, sagte Vance. Dies sei jedoch eines der
       Kernziele von Präsident Donald Trump.
       
       Vance, der für weniger als vier Minuten sprach und drei Reporter-Fragen
       beantwortete, sagte, dass das US-Team während der Verhandlungen im
       ständigen Austausch mit Washington gewesen sei, um Trump und das nationale
       Sicherheitsteam über die Fortschritte zu informieren.
       
       ## Trump: „Wir haben schon gewonnen“
       
       Trump, der am Samstagabend live bei einem Mixed-Martial-Arts-Event der
       [2][Ultimate Fighting Championship] in Miami zu Gast war, hat sich bislang
       nicht zu den gescheiterten Friedensgesprächen geäußert. Im Vorfeld sagte er
       jedoch, dass es für ihn keinen Unterschied machen würde, ob es zu einer
       Einigung komme oder nicht. „Wir haben schon gewonnen“, sagte der
       79-Jährige.
       
       Laut dem iranischen TV-Sender Press TV gab es neben den Differenzen über
       Atomwaffen auch bezüglich der [3][Straße von Hormus] und weiteren Themen
       unterschiedliche Auffassungen. Die „überzogenen Forderungen“ der USA
       verhinderten eine Einigung, berichtete der Sender.
       
       Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitiert zudem eine anonyme Quelle mit
       angeblichem Kontakt zur iranischen Delegation, die behauptet, dass die USA
       nach einer Ausrede gesucht hätten, um die Verhandlungen scheitern zu
       lassen. „Die Amerikaner benötigten die Verhandlungen, um auf
       internationaler Bühne ihr Gesicht zu wahren“, sagte die Person laut Fars.
       
       Aktuell gibt es keine Pläne für weitere direkte Gespräche. Vance hat jedoch
       in seinen Aussagen weitere Verhandlungen, auch unter Beihilfe von
       Vermittlern wie Pakistan, nicht ausgeschlossen.
       
       „Wir verabschieden uns von hier mit dem … Verständnis, dass dies unser
       letztes und bestes Angebot darstellt. Wir werden sehen, ob die Iraner es
       annehmen“, sagte Vance zu Abschluss.
       
       12 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Iran-Verhandlungen/!6169866
 (DIR) [2] /Rechtsextremismus-im-US-Kampfsport/!6063991
 (DIR) [3] /Strasse-von-Hormus/!6169745
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hansjürgen Mai
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Pakistan
 (DIR) J.D. Vance
 (DIR) Friedensverhandlungen
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) J.D. Vance
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Nach Verhandlungen im Iran-Krieg: Was wir jetzt wissen
       
       Am Wochenende verhandelten die USA und Iran über ein Ende der
       Kampfhandlungen – ohne Ergebnis. Eine FAQ.
       
 (DIR) Gescheiterte Iran-Verhandlungen: Trump, der Kriegspräsident – eine globale Gefahr
       
       Immerhin: Die USA zeigten in Pakistan, dass sie die Lage ernst nehmen. Doch
       die Hilf- und Kopflosigkeit Trumps machte kleinste Hoffnungen zunichte.
       
 (DIR) Spannungen im Libanon: Bedrohung von außen, Bedrohung von innen
       
       Israel bombardiert Orte in Südlibanon. Der Plan direkter Verhandlungen mit
       Netanjahus Regierung sorgt bei der Hisbollah für Protest.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump kündigt US-Blockade der Straße von Hormus an
       
       Die US-Marine soll Schiffe abfangen, die Iran an der Straße von Hormus
       Gebühr bezahlen. Papst fordert in Friedensappell Waffenruhe im Libanon.
       
 (DIR) Irankrieg: Wie Iran die Golfstaaten angreift
       
       Trotz Waffenruhe attackierte Teheran weiterhin die Infrastruktur der
       arabischen Länder am Golf. Können die Verhandlungen in Pakistan weitere
       Attacken verhindern?
       
 (DIR) Krieg in Iran: Verhandlungen in Islamabad haben begonnen
       
       Der US-Vizepräsident und die Sondergesandten Witkoff und Kushner sind in
       Islamabad. Auch eine iranische Delegation ist schon da und stellt
       „Vorbedingungen“.
       
 (DIR) Straße von Hormus: Durchfahrt nur unter Bedingungen – und gegen Geld
       
       Die Straße von Hormus bleibt de facto blockiert. Die Islamische Republik
       Iran entscheidet, wer sie wo und wann passieren darf – und warnt vor
       Seeminen.