# taz.de -- Gescheiterte Iran-Verhandlungen: Trump, der Kriegspräsident – eine globale Gefahr
> Immerhin: Die USA zeigten in Pakistan, dass sie die Lage ernst nehmen.
> Doch die Hilf- und Kopflosigkeit Trumps machte kleinste Hoffnungen
> zunichte.
(IMG) Bild: Ein intellektuell überforderter Präsident, der sich aus der Verantwortung stiehlt
Es muss nicht zwingend als Drama interpretiert werden, wenn ein komplexer
Konflikt zweier Kriegsgegner nicht gleich am ersten Verhandlungstag gelöst
werden kann. Da würden sich normalerweise ohnehin Emissäre niedrigen Ranges
treffen, um zunächst festzulegen, worüber in welcher Reihenfolge überhaupt
verhandelt werden kann. Wenn ein paar Tage später die Entscheidungsträger
dazukommen, etwa der Vizepräsident der größten Militärmacht der Welt, wären
Einigungsoptionen weitgehend vorbereitet.
Nichts dergleichen [1][hat am Wochenende die Verhandlungen über ein Ende
des Krieges zwischen Iran und den USA in Pakistan gekennzeichnet].
Washington schickte direkt das Hochrangigste, was die Trump-Regierung
unterhalb des Präsidenten selbst zu bieten hat. Allein damit signalisierte
die US-Regierung schon, wer in der aktuellen Lage unter Druck steht und wer
nicht. Vorbereitet war offensichtlich absolut gar nichts. Und das
mörderische iranische Regime kostet genüsslich aus, die Widersacher aus den
USA nach allen Regeln der Kunst vorführen zu können.
Die wiederum verhakeln sich in selbst gebauten Tentakeln aus
Fehlkalkulationen, Desinteresse, Selbstüberschätzung und blankem Irrsinn.
Noch in der vergangenen Woche hatte Trump verkündet, eine Zivilisation
auslöschen zu wollen, sollte die Straße von Hormus nicht geöffnet werden.
Ein paar Tage und 21 Stunden gescheiterter Verhandlungen später kündigt er
an, [2][die US-Marine selbst werde nunmehr verhindern, dass irgendwelche
Schiffe den strategisch wichtigen Seeweg passieren könnten] – insbesondere
solche nicht, die Iran für die Durchfahrt eine Gebühr gezahlt hätten. Das
ist Hilf- und Kopflosigkeit auf einem wirklich ungekannten Niveau. Während
seine Delegation in Pakistan verhandelte, stellte Trump seine Pläne für den
gigantischen und geschmacklosen Triumphbogen in Washington D.C. vor und
besuchte in Miami gemeinsam mit Außenminister Marco Rubio ein
Kampfsportevent. Klar, das soll signalisieren, alles sei unter Kontrolle –
gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
Gibt es aber. Nämlich einen intellektuell überforderten Präsidenten, der
sich aus der Verantwortung stiehlt. Und die hat er nicht nur für sich
selber oder die Wahlchancen der Republikaner bei den Midterm-Wahlen im
November. Trump als „Friedenspräsident“, der um den Nobelpreis bettelte,
war eine peinliche und lächerliche Figur, die die USA beschämte. Trump als
Kriegspräsident ist eine globale Gefahr. Womöglich ist Regime Change in
Washington mindestens so dringend wie in Teheran.
12 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Iran-Friedensgespraeche-in-Pakistan/!6169878
(DIR) [2] /-Nachrichten-im-Irankrieg-/!6169908
## AUTOREN
(DIR) Bernd Pickert
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Donald Trump
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) J.D. Vance
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Achse China–Iran: Flugabwehr made in China?
Peking gibt sich im Irankrieg diplomatisch, soll Teheran aber direkt mit
Waffen beliefern wollen. Das berichten Medien übereinstimmend.
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump kündigt US-Blockade der Straße von Hormus an
Die US-Marine soll Schiffe abfangen, die Iran an der Straße von Hormus
Gebühr bezahlen. Papst fordert in Friedensappell Waffenruhe im Libanon.
(DIR) Iran-Friedensgespräche in Pakistan: Stundenlange Verhandlungen gehen ohne Ergebnis zu Ende
Ohne Vereinbarung reisen die Verhandlungsdelegationen Irans und der USA aus
Pakistan ab. Was das für den Waffenstillstand heißt, ist noch unklar.
(DIR) Krieg in Iran: Verhandlungen in Islamabad haben begonnen
Der US-Vizepräsident und die Sondergesandten Witkoff und Kushner sind in
Islamabad. Auch eine iranische Delegation ist schon da und stellt
„Vorbedingungen“.