# taz.de -- Krieg in Iran: Verhandlungen in Islamabad haben begonnen
> Der US-Vizepräsident und die Sondergesandten Witkoff und Kushner sind in
> Islamabad. Auch eine iranische Delegation ist schon da und stellt
> „Vorbedingungen“.
(IMG) Bild: Gerade gelandet: JD Vance in Pakistan
afp/dpa | In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben die
Verhandlungen um ein dauerhaftes Ende des Iran-Krieges begonnen. Nach
getrennten Vorgesprächen der Delegationen aus den USA und dem Iran mit
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif starteten die Kriegsparteien ihre
Friedensverhandlungen. Die Gespräche gelten allerdings als äußerst fragil,
die Delegationen waren mit langen Listen an Forderungen angereist.
Nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen handelt es sich um
direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran, in Anwesenheit von
Vermittler Pakistan. Zuvor hatte Gastgeber Sharif bei zwei separaten
Treffen mit den jeweiligen Leitern der Verhandlungsdelegationen gesprochen,
US‑Vizepräsident JD Vance und Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher
Ghalibaf. Sharif bemühte sich dabei laut dem arabischen Fernsehsender Al
Jazeera um direkte Gespräche unter pakistanischer Beteiligung.
Wenn Vance als Leiter der US-Delegation an direkten Gesprächen beteiligt
ist, würde es sich um den ranghöchsten direkten Austausch mit der
Islamischen Republik seit geraumer Zeit handeln. Die
Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad sind hoch. Mehr als 10.000
Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische
Einheiten, wurden für die Verhandlungen stationiert. Das Regierungsviertel
und die diplomatische Zone sind abgeriegelt.
Nach der Ankunft beider Delegationen forderte Pakistans Außenminister Ishaq
Dar die USA und den Iran auf, sich an den Gesprächen „konstruktiv zu
beteiligen“. Zugleich bekräftigte er „Pakistans Wunsch, die Parteien weiter
dabei zu unterstützen, eine nachhaltige und dauerhafte Lösung des Konflikts
zu erreichen“, wie sein Ministerium mitteilte.
## Iran fordert Waffenruhe im Libanon
Vance wurde vom pakistanischen Generalstabschef Asim Munir empfangen. Die
beiden anderen Mitglieder der US-Delegation, der Sondergesandte Steve
Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump,
waren schon vor Vance in Islamabad eingetroffen. Der US-Vizepräsident hatte
sich vor seinem Abflug nach Pakistan am Freitag „optimistisch“ geäußert,
dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte er Teheran
davor, „Spielchen zu spielen“.
Die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed
Bagher Ghalibaf war in der Nacht in Islamabad eingetroffen und ebenfalls
vom pakistanischen Generalstabschef Munir in Empfang genommen worden.
Der ebenfalls der Delegation angehörende Außenminister Abbas Araghtschi
bekräftigte die Position Teherans, dass vor einem Beginn der Gespräche
zunächst die „Vorbedingungen“ des Iran akzeptiert werden müssten.
Parlamentschef Ghalibaf hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon
und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert. Die iranische
Delegation umfasst mehr als 70 Mitglieder.
Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht zum Mittwoch auf eine
zweiwöchige Waffenruhe verständigt – nun geht es in Islamabad um eine
dauerhafte Friedenslösung. Die Liste an zu überwindenden Differenzen ist
aber kompliziert und lang. Zu den größten Streitpunkten zählt Teherans
Blockade der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht die Kontrolle der für
die weltweite Energieversorgung wichtigen Meerenge und plant ein
Mautsystem. Die USA wollen wie vor dem Krieg eine freie und sichere
Durchfahrt ohne Maut.
Zudem verlangt Washington die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm hoch
angereicherten Urans und die Einstellung des iranischen Atomprogramms.
Washington will dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur
Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.
Teheran pocht indes auf die Freigabe eingefrorener iranischer
Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen für die während des Kriegs
entstandenen Schäden. Zudem verlangt der Iran die Aufhebung sämtlicher
Sanktionen, eine Garantie, dass es nicht mehr zu Angriffen kommen wird, und
einen Abzug von US-Soldaten aus dem Nahen Osten. Der pakistanische
Regierungschef Shehbaz Sharif sprach von „schwierigen“ Verhandlungen, die
nun bevorstünden. Es gehe um „alles oder nichts“.
11 Apr 2026
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