# taz.de -- Anschlag auf israelisches Lokal: Angriff nach Ladenschluss
> Ein Restaurant jüdischer Betreiber in München wird in der Nacht mit
> Feuerwerkskörpern attackiert. Der Wirt will sich nicht einschüchtern
> lassen.
(IMG) Bild: In der Heßstraße wurde der Anschlag auf das jüdische Lokal in München verübt
KNA | Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag ein israelisches Restaurant
in der Münchner Innenstadt angegriffen. Die Attacke geschah nach
Ladenschluss, laut Polizei wurde niemand verletzt. Den Sachschaden
bezifferte sie vorläufig auf mehrere Tausend Euro. Derzeit gehen die
Ermittler von einem antisemitischen Motiv aus, auch der Staatsschutz ist
eingeschaltet.
Der oder die Täter beschädigten demnach die Schaufensterscheiben und warfen
Feuerwerkskörper in das Lokal. Anwohner hätten gegen 0.45 Uhr drei laute
Knallgeräusche in der Heßstraße bemerkt und die Polizei verständigt, hieß
es.
Die jüdischen Betreiber wollen bereits am heutigen Freitag wieder öffnen.
Dies sei „ein guter Moment, Verbundenheit zu zeigen“, kommentierte der
Zentralrat der Juden auf Instagram. Um 17 Uhr soll es eine
Solidaritätskundgebung vor der Grillbar geben.
Die Eclipse Grillbar gibt es seit 2007. Sie firmiert als „erstes
authentisch israelisches Restaurant in München“ und hat gut 80 Plätze. Die
Küche ist international und multikulturell ausgerichtet. Auf der
Speisekarte finden sich außer orientalischen auch mediterrane und russische
Einflüsse.
## Rabbinerkonferenz: „Kein Einzelfall“
Gekocht wird „kosher style“. Das heißt, die strengen religiösen jüdischen
Speisevorschriften werden nicht vollständig beachtet. Der Inhaber wurde in
Belarus geboren, wuchs in Israel auf, arbeitete als Koch in der Schweiz und
ist seit 2005 in München tätig.
Der Antisemitismus-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig
Spaenle, verurteilte den „feigen Übergriff“. Man könne die israelische
Regierung kritisieren, aber nicht solche Einrichtungen attackieren. Das
israelische Restaurant sei ein „wunderbarer Ort der Begegnung“. Der Angriff
richte sich gegen den interkulturellen Dialog. „Dieses judenfeindliche
Handeln dürfen sich der Freistaat Bayern und die Bundesrepublik nicht
bieten lassen“, so Spaenle.
Die in München ansässige Europäische Rabbinerkonferenz (CER) erklärte:
„Dieser Anschlag ist kein Einzelfall, sondern [1][Teil eines gefährlichen
Trends], den wir seit dem 7. Oktober 2023 sehen.“ An diesem Tag hatten
palästinensische Terroristen in Israel ein Massaker verübt.
CER-Generalsekretär Gady Gronich sagte: „München war bislang ein sicherer
Ort für Juden und muss es bleiben. Es braucht klare Kante: null Toleranz
gegenüber Antisemitismus, mit harten Strafen, die nicht zu Wiederholungen
animieren, und kein Raum für diejenigen, die Hass in unserer Gesellschaft
säen.“
10 Apr 2026
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