# taz.de -- Männer zur Meldepflicht beim Militär: „Ich würde mich nicht bei denen melden“
       
       > Männer zwischen 17 und 45 Jahren brauchen eine Genehmigung der
       > Bundeswehr, um länger als drei Monate ins Ausland zu reisen. Wie finden
       > Betroffene das?
       
 (IMG) Bild: Vor der Auszeit in Indien bei der Bundeswehr abmelden?
       
       Obwohl das [1][Wehrpflichtgesetz] bereits im Dezember geändert wurde,
       entbrennt über ein Detail daraus erst jetzt eine Debatte: Männer zwischen
       17 und 45 Jahren, die mehr als drei Monate lang ins Ausland wollen, müssen
       sich das von der Bundeswehr genehmigen lassen. Die taz hat Männer gefragt,
       was sie davon halten.
       
       ## Janik, 29, IT-Sicherheitsexperte aus Franken 
       
       „Die Nachricht hat mich schockiert, ich empfinde das als krasse
       Freiheitseinschränkung. Noch dazu in Friedenszeiten! Das ist absolut nicht
       nachvollziehbar. Ich wurde zu meiner Abi-Zeit nicht gemustert und
       mittlerweile bin ich schwerbehindert. Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt
       wehrfähig bin, aber ich weiß: Für Deutschland kämpfen würde ich niemals.
       [2][Von den Grünen erwarte ich sowieso nichts], aber von der Linkspartei
       bin ich enttäuscht, dass sie gegen diese Vorschrift nicht lautstark
       protestiert hat. Haben die das Gesetz nicht gelesen?!“
       
       ## Matthias, 38, Ingenieur aus Potsdam 
       
       „Ich empfinde diese Form der Genehmigungspflicht von Auslandsaufenthalten
       unangemessen und übergriffig. Ich verstehe zwar, dass Wehrpflichtige
       erreichbar sein sollen, aber das reicht doch im Spannungsfall. Die Pflicht
       – frecherweise fast heimlich eingeführt und von Medien leider monatelang
       unbemerkt – greift genau die freiheitlich-demokratische Grundordnung an,
       die die Bundeswehr verteidigen möchte.“
       
       ## Yasar, 34, Rechtsanwalt aus Berlin 
       
       „Die Wehrpflicht wird genutzt, um immer mehr in das Leben junger Menschen
       einzugreifen. Es geht die Bundeswehr nichts an, ob jemand ein
       Erasmusstudium macht oder einen Job im Ausland findet. Ich würde mich auf
       jeden Fall nicht bei denen melden, sollte ich mehr als 3 Monate ins Ausland
       gehen. Krieg dient immer nur den Interessen des Kapitals und dessen
       Beschützer, dem Staat. Ich lasse mich doch nicht für die Gewinne von
       Waffenschmieden wie Rheinmetall verheizen!“
       
       ## Sebastian, 37, Journalist aus Leipzig 
       
       „Ich mache mir große Sorgen um unsere Demokratie. Um unsere
       [3][Verteidigungsfähigkeit] zu erhöhen, sollten wir der Bundeswehr wirklich
       alles mitteilen: Sorte der Frühstückmarmelade, Lieblingsserien, Tageslaune
       – täglich, per E-Mail. Je mehr Informationen sie bekommen, desto besser
       können sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: Menschen töten.“
       
       ## Philipp, 31, Architekt aus München 
       
       „Das ist ein vollkommen unverhältnismäßiger Einschnitt in unsere
       persönliche Freiheit. Als wären wir kurz vor einem Kriegseintritt! Einen
       Nutzen für die Bundeswehr sehe ich darin nicht. Und die
       [4][Kriegsbegeisterung] in unserem Land finde ich brandgefährlich. Die
       Regierung sollte sich lieber um tatsächliche Probleme kümmern, zum Beispiel
       Rente, Bildung, Gesundheit.“
       
       ## Kai, 42, Elektriker aus NRW 
       
       „Das Ganze löst keine großen Gefühle in mir aus. Ich habe nicht vor, so
       lang ins Ausland zu reisen. Wenn doch, und ich mich nicht melden würde,
       [5][hätte das laut Gesetz keinerlei Konsequenzen]. Und ich glaube auch
       nicht, dass Deutschland von Russland angegriffen wird.“
       
       ## Malte, 29, Dramatiker aus Mönchengladbach 
       
       „Ich finde das einen ganz schönen Hammer. Ich war ja gerade ein halbes Jahr
       im Ausland. Das heißt, ich war schon in Argentinien, als ein Freund mich
       darauf hingewiesen hat, dass ich mich abmelden müsste. Das habe ich
       natürlich nicht gemacht. Mit der Bundeswehr hatte ich in meinem Leben noch
       nie etwas zu tun. Und das wird auch so bleiben!“
       
       6 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.gesetze-im-internet.de/wehrpflg/BJNR006510956.html
 (DIR) [2] /Wehrpflicht-im-Bundestag/!6135565
 (DIR) [3] /Gesellschaft/!6164586&s=kriegsdienst/
 (DIR) [4] /Merz-leck-Eier-Banner-an-der-TU-Berlin/!6167434
 (DIR) [5] /Wehrpflichtdebatte/!6168675
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lotte Laloire
 (DIR) Eva Fischer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Wehrpflicht
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Eier
 (DIR) Bundeswehr
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Bundeswehr
 (DIR) Bundeswehr
 (DIR) Bundeswehr
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Friedensbewegung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Pistorius im Verteidigungsmodus: War alles nicht so gemeint
       
       Männer zwischen 17 und 45 Jahren bräuchten für längere Auslandsaufenthalte
       keine Erlaubnis der Bundeswehr, versichert Verteidigungsminister Pistorius.
       Das könne sich aber ändern.
       
 (DIR) Kriegsdienstverweigerung: Die schwere Suche nach dem Gewissen
       
       Wer unter keinen Umständen zur Bundeswehr möchte, hat gute Chancen auf eine
       Kriegsdienstverweigerung. Doch die Begründung muss gut überlegt sein.
       
 (DIR) Männer müssen sich bei Militär melden: Einfach Eier schaukeln im Ausland ist nicht
       
       Männer zwischen 17 und 45 brauchen für längere Auslandsaufenthalte die
       Erlaubnis der Bundeswehr. Was gilt, warum es Kritik gibt und was das
       Ministerium sagt.
       
 (DIR) Wehrpflichtdebatte: Willkommen in Absurdistan
       
       Der Bundeswehr mangelt es an allem. Und jetzt sollen auch noch alle 17- bis
       45-jährigen Männer einen Antrag stellen, wenn sie länger im Ausland sind?
       
 (DIR) Forscher über schwache Friedensbewegung: „Eine Mehrheit glaubt, mehr Waffen verhindern Krieg“
       
       Großproteste gegen die Aufrüstungspolitik seien derzeit unwahrscheinlich,
       sagt Friedensforscher Ingar Solty. Wenn die Rechnung kommt, könne sich das
       ändern.