# taz.de -- FDP-Chef will nicht mehr kandidieren: Dürr kneift nun doch
> Christian Dürr wollte sich im Mai erneut für das Amt des Vorsitzenden
> bewerben. Doch nun kündigt er an, er unterstütze stattdessen Wolfgang
> Kubicki – im Gegensatz zu einer prominenten Parteikollegin.
(IMG) Bild: Christian Dürr wollte gern FDP-Bundesvorsitzender bleiben, nun hat er es sich anders überlegt
Berlin dpa | Angesichts der [1][Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki
für den Bundesvorsitz] zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine
eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen
Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der Bild.
„Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“,
erklärte Dürr am Ostersonntag. „Die Voraussetzung ist eine geschlossene
Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und
werde nicht antreten.“
Dürr fügte hinzu: „Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne
kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für
Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“
Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass
er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich zunächst bei der
Bild am Sonntag und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im
Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles
tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“
## Strack-Zimmermann: „Nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten“
Derweil hat sich die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes
Strack-Zimmermann kritisch über die Kandidatur ihres Parteikollegen
Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen geäußert. „Wettbewerb kann
einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und
Leistungsprinzip steht, nie schaden“, erklärte die Europaabgeordnete am
Ostersonntag. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten
oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“
Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von
alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst
müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei
stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr
an der Spitze allein im Weg stehen.“
## Serie von Wahlschlappen
Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem
Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit
nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025
war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die
Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef
Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals.
Im März hatte der [2][Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im
Mai geschlossen zurückzutreten]. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für
den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. Bestehen
bleibt die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und
Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Agnes Strack-Zimmermann bekräftigte
ihre Unterstützung für ihn.
5 Apr 2026
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