# taz.de -- Rücktritt von Christian Dürr: Sie haben es sich zu leicht vorgestellt
       
       > Der Zustand der FDP ist jämmerlich. Wäre die Partei relevant, könnte man
       > das als tragisch bezeichnen. Die Folgen sind dennoch durchaus düster.
       
 (IMG) Bild: Die FDP fing nicht mit ihm an, aber könnte mit ihm aufhören: Christian Dürr auf dem Weg zur Pressekonferenz am 23. März in Berlin
       
       Wenn der eigene Rückzug als ehemals wichtiger politischer Player nur noch
       eine Randnotiz wird, ist klar, dass man auf allen Ebenen versagt hat. Der
       Rücktritt der FDP-Führung am Montagabend fällt in die Kategorie politischer
       Ereignisse, die dramatisch wären, wenn sie denn relevant wären. Das
       eigentlich Dramatische ist, dass die FDP so konsequent wie kraftvoll an
       ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit gearbeitet hat – und dass sie diesen Weg
       bis zu dem jetzt angekündigten Rücktritt Christian Dürrs auch noch als
       Erfolgsstrategie sah. Es galt die Maxime: Profilieren auf Kosten der
       anderen. Hätte die FDP stattdessen an dem Erfolg der damaligen Regierung
       gearbeitet, hätte es viel zu gewinnen gegeben.
       
       Aber das ist Geschichte. Die gegenwärtige Lage ist, dass es auch durch
       [1][das Abkacken der Liberalen an der Seitenlinie] bundesweit keine
       Machtoptionen mehr jenseits der Union gibt. In Baden-Württemberg und
       Rheinland-Pfalz sind die Landesparlamente konservativ-rechtsextreme
       Gruselkabinette, in denen sich eine Handvoll Abgeordnete aus der SPD
       (Stuttgart) und den Grünen (Mainz) als linke Opposition auf den Gängen
       fürchten müssen.
       
       Es ist ehrenvoll, dass die Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, Daniela
       Schmitt, die Ampel bis zum Ende als Erfolgsprojekt verstanden wissen
       wollte. Sie konnte sich gegen Dürr und die restlichen verbliebenen
       [2][Christian-Lindner]-Jünger nicht durchsetzen, die den Grund für alle
       Übel in Deutschland im Sozialstaat, der Umweltpolitik und manchmal auch in
       der Migration sahen. Dieser FDP, [3][die sich auch noch hinterrücks gegen
       das eigene Regierungsprojekt stellte,] gibt es nichts hinterherzutrauern.
       
       Nun hat Dürr das Rennen um den FDP-Vorsitz zwei Monate vor dem Parteitag
       nochmal eröffnet. Das bringt Politikerinnen wie [4][Marie-Agnes
       Strack-Zimmermann], die Dürrs Führung zwar öffentlich kritisiert, aber
       selbst bislang keine Verantwortung übernehmen will, in Zugzwang. Dass
       zumindest strategisch wieder Vernunft in der FDP-Führung einkehrt, ist
       nicht nur der Partei zu wünschen. Sonst werden die Machtoptionen jenseits
       der politischen Rechten auch weiterhin versperrt bleiben.
       
       23 Mar 2026
       
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