# taz.de -- Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: FDP-Spitze tritt kollektiv ab
       
       > Die FDP taumelt mit Karacho in die Bedeutungslosigkeit. Nun schmeißt
       > Parteichef Dürr pro forma hin – um sich im Mai erneut zur Wahl zu
       > stellen.
       
 (IMG) Bild: Rücktritte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: FDP-Chef Christian Dürr am Montag in Berlin bei seinem Irgendwie-Rücktritt
       
       Die FDP-Spitze zieht die Konsequenz aus den Wahlpleiten in Rheinland-Pfalz
       und Baden-Württemberg. Am Montagnachmittag kündigte Parteichef Christian
       Dürr an, dass der komplette FDP-Vorstand beim Bundesparteitag im Mai
       zurücktreten werde. „Für uns ist eines klar: So wie es bisher ist, kann es
       nicht weitergehen“, sagte Dürr in Berlin.
       
       Und weil das angeblich so klar ist, erklärte er zugleich, dass er sich bei
       dem Parteitreffen in gut zwei Monaten erneut zum Vorsitzenden wählen lassen
       will. „Ich denke nicht daran aufzugeben“, sagte Dürr. Allerdings brauche er
       „eine neue Legitimation“. Die Neuwahl auf dem Parteitag – ein Jahr früher
       als ursprünglich geplant – solle für eine „klare Kursbestimmung“ sorgen –
       „insbesondere in Bezug auf meine Person“.
       
       Dürrs neuer Kurs klingt dabei nur bedingt danach, als könnte sie die
       darbende Partei bei der schwindenden Wähler:innenschaft attraktiver
       machen. Mehrfach betonte er, die FDP sei „die Partei der Leistungsbereiten“
       und „derjenigen, die in Deutschland was reißen wollen“. Mit diesem Anspruch
       waren seine Liberalen schließlich auch zuvor hausieren – und im Endeffekt –
       baden gegangen.
       
       So sackte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz die zuvor in Mainz noch
       mitregierende FDP am Sonntag von 5,5 auf 2,1 Prozent ab. Wie schon zwei
       Wochen bei der Wahl in Baden-Württemberg, als die Liberalen in ihrem
       einstigen Stammland [1][mit kläglichen 4,4 Prozent aus dem Landtag in
       Stuttgart flogen], ist damit nun auch in Mainz das Ende der
       parlamentarischen Fahnenstange erreicht.
       
       ## Liberale Tristesse geht weiter
       
       Im Laufe des Jahres könnte der Bedeutungsverlust dabei weiter zunehmen. In
       Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, in
       Mecklenburg-Vorpommern zwei Wochen später. Die FDP ist in beiden
       Landesparlamenten zwar noch vertreten, in Sachsen-Anhalt regiert sie sogar
       aktuell in einer Koalition mit CDU und SPD.
       
       Alle Beteiligten dürften indes ahnen, dass die FDP bei den beiden Wahlen in
       gut sechs Monaten erneut rasiert werden wird. In beiden Bundesländern kommt
       die Partei in Umfragen seit Langem nicht mehr über 3 Prozent hinaus – wenn
       sie denn überhaupt noch separat ausgewiesen wird.
       
       Zuletzt nahm auch CDU-Chef Friedrich Merz keine Rücksicht mehr auf den
       langjährigen Wunschkoalitionspartner. Am Tag nach dem FDP-Debakel in
       Baden-Württemberg stellte sich Merz vor die Presse und [2][gab den
       Liberalen noch zusätzlich eine rein]. „Die FDP ist nun seit gestern
       endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden.
       Sie wird keine Rolle mehr spielen“, stellte er trocken fest.
       
       ## Absturz nach Lindner
       
       Christian Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der
       Bundespartei gewählt worden. Er folgte auf Christian Lindner, der die
       Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünfprozenthürde bei der
       Bundestagswahl im Februar 2025 übernahm und sich aus der Politik zurückzog.
       
       Dem Parteichef gelang es seitdem nicht einmal ansatzweise, das lecke
       FDP-Schiff über Wasser zu halten. Parteiinterne Kritiker:innen, darunter
       die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, werfen Dürr und der
       mit ihm ins Amt gekommenen Generalsekretärin Nicole Büttner vor, keine
       Strategie zu haben. Statt eigene inhaltliche Akzente zu setzen, reagiere
       die Parteiführung nur auf die Politik der Bundesregierung und beschränke
       sich auf Kritik.
       
       Einem [3][Bericht des Spiegel ] zufolge soll Strack-Zimmermann auch schon
       eine Idee haben, wer es nun richten soll – nämlich Strack-Zimmermann
       selbst, und zwar als Teil einer Doppelspitze. Dürr erklärte, er sei bereit,
       auch in einer Kampfabstimmung gegen Gegenkandidat:innen bei der
       Neuwahl zur Parteispitze anzutreten.
       
       23 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /Nach-der-Wahl-in-Baden-Wuerttemberg/!6161039
 (DIR) [3] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-in-der-krise-marie-agnes-strack-zimmermann-bietet-sich-fuer-doppelspitze-an-a-a9908187-f6e9-498f-ba73-ed14f279cd2e
       
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 (DIR) Rainer Rutz
       
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