# taz.de -- Kandidatur für Chefposten bei der FDP: Kubicki mag einfach nicht loslassen
       
       > Die Liberalen steuern auf ihren Untergang zu. Doch Wolfgang Kubicki
       > möchte das Ruder herumreißen und konkurriert nun mit Christian Dürr und
       > dem NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne um das Spitzenamt.
       
 (IMG) Bild: Wolfgang Kubicki will sich mit dem Siechtum seiner Partei nicht abfinden
       
       dpa | Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki will neuer
       Parteichef der Liberalen werden. Mit Blick auf den anstehenden Parteitag
       sagte Kubicki der Bild am Sonntag: „Ich werde den Delegierten meiner Partei
       im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles
       tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Der Bams-Bericht zu Kubickis
       Plänen wurde der Deutschen Presse-Agentur aus dem Büro des Politikers
       bestätigt.
       
       Die FDP war im März bei den [1][Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz] und in
       ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und
       somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar
       2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die
       Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef
       Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück.
       
       Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt,
       Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. [2][Nach den jüngsten Umfragen
       könnten die Liberalen bei allen drei Wahlen ebenfalls an der
       Fünf-Prozent-Hürde scheitern].
       
       Kubicki sagte der Bild am Sonntag, er wolle eine Partei, die mit „neuem
       Selbstbewusstsein“ die politischen Debatten in diesem Land anführe, statt
       ihnen „hinterherzulaufen“. „Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich
       in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land
       groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der
       Sprache. Für die Freiheit“, sagte Kubicki, der früher auch
       Bundestagsvizepräsident war.
       
       Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten
       Landtagswahlen [3][hatte der Bundesvorstand um den derzeitigen Vorsitzenden
       Christian Dürr im März beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen
       zurückzutreten]. Dürr kündigte aber an, wieder für den Vorsitz kandidieren
       zu wollen. Zudem erklärte der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und
       Fraktionsvorsitzende Henning Höne, sich dafür bewerben zu wollen.
       
       ## Amtsinhaber Dürr zeigt sich selbstkritisch
       
       Kritiker in der FDP werfen Dürr vor, seit seiner Wahl im Mai vergangenen
       Jahres keinen klaren Kurs für die Erneuerung der Partei vorgelegt zu haben.
       Der FDP-Chef zeigte sich zuletzt selbstkritisch: „Es ist mir nicht gut
       genug gelungen, meinen Plan, meine Richtung und meine Vorstellung für die
       FDP so in die Partei zu tragen, dass daraus eine klare gemeinsame
       Orientierung wird.“
       
       Zwischenzeitlich wurde über eine mögliche Doppelspitze für die FDP
       diskutiert: Die Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte
       in den FDP-Führungsgremien ihre Bereitschaft angekündigt, an die Spitze der
       Partei zu treten – wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber in einer
       Doppelspitze. Dann erklärte sie aber ihre Unterstützung für Hönes
       Einzelbewerbung.
       
       Wolfgang Kubicki trat 1971 mit 19 Jahren in die FDP ein. Nach der
       Bundestagswahl 1990 zog er erstmals über die Landesliste Schleswig-Holstein
       als Abgeordneter in den Bundestag ein. Der 74-Jährige gilt als liberaler
       Freigeist, der auch innerparteilich schonungslos Kritik übt. Sollte Kubicki
       zum Parteivorsitzenden gewählt werden, setzt er nach Angaben der Bams auf
       den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär.
       
       5 Apr 2026
       
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