# taz.de -- Chaostage bei der FDP: Das liberale Finale kommt Ende Mai
       
       > Im Streit um die künftige Führung der FDP will Wolfgang Kubicki plötzlich
       > doch die Partei retten – und trifft auf NRW-Landtagsfraktionschef Höne.
       
 (IMG) Bild: Will beim Bundesparteitag Ende Mai in Berlin jetzt doch auch für den Bundesvorsitz der FDP kandidieren: Henning Höne
       
       Mitten im Todeskampf der FDP gibt sich Henning Höne, in Nordrhein-Westfalen
       Vorsitzender der 12-köpfigen Landtagsfraktion und bisher heißester Kandidat
       für den Job des Bundesparteichefs, kämpferisch: „Als Marktwirtschaftler
       freue ich mich auf den anstehenden Wettbewerb mit Wolfgang Kubicki“,
       postete der 39-jährige [1][Betriebswirt auf Instagram]. „Mein Angebot an
       die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart“, schrieb Höne
       mit Blick auf den 74 Jahre alten Kubicki.
       
       Der hatte am Ostersonntag nach langem Zögern verkündet, beim
       Bundesparteitag Ende Mai in Berlin jetzt doch auch für den Bundesvorsitz
       der Liberalen [2][kandidieren zu wollen]. Für den Rechtsanwalt, zuvor
       jahrzehntelang Fraktionschef in Schleswig-Holstein und danach
       Bundestags-Vizepräsident, ist es ein Rückzug vom Rückzug: „Dass ich nicht
       die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst“, hatte Kubicki erklärt,
       nachdem die FDP 2025 aus dem Bundesparlament geflogen war.
       
       Seit Ostersonntag klingt Kubicki, der in der Vergangenheit
       populistisch-derb austeilen konnte und der etwa 2020 die nur mit Stimmen
       der AfD mögliche [3][Wahl von Thomas Kemmerich] zum
       Kurzzeit-Ministerpräsidenten Thüringens als „großartigen Erfolg“ feierte
       und den Grünen Robert Habeck den „unfähigsten Wirtschaftsminister aller
       Zeiten“ genannt hat, ähnlich – und doch ganz anders. „Ich bin nicht die
       Zukunft der FDP, aber ich will dafür Sorge tragen, dass die FDP überhaupt
       noch eine Zukunft hat“, sagte Kubicki dem Berliner Portal Politico.
       
       Zur Kandidatur gedrängt habe ihn der Ex-FDP-Chef Christian Lindner, dessen
       Fundamentalopposition innerhalb der Ampel-Regierung des ehemaligen
       SPD-Kanzlers Olaf Scholz vielen als Grund für den Niedergang der FDP gilt,
       [4][so Kubicki im Tagesspiegel]: „Jemand muss jetzt den Karren aus dem
       Dreck ziehen“, habe ausgerechnet Lindner gesagt. In Umfragen dümpelt die
       Partei, die zuletzt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz keinen
       einzigen Landtagssitz erobern konnte, bei kaum noch messbaren Werten von
       drei Prozent herum.
       
       ## Dürr klammerte
       
       Das Führungschaos der Liberalen läuft damit auf ein Duell der Generationen
       hinaus. Denn der amtierende Bundesparteichef Christian Dürr, der sich
       [5][trotz eines klaren Misstrauensvotums] des FDP-Bundesvorstands an sein
       Amt klammerte, hat erklärt, nicht mehr antreten und künftig Kubicki
       unterstützen zu wollen. Der hatte zuvor seine Gegenspielerin, die
       EU-Parlamentarierin und Verteidigungsexpertin Agnes Strack-Zimmermann,
       auflaufen lassen: „Ich bin schon verheiratet“, konterte Kubicki deren
       verklausuliertes Angebot, die FDP doch in einer Doppelspitze zusammen mit
       ihr zu führen.
       
       Strack-Zimmermann selbst unterstützt mittlerweile Henning Höne, der wie sie
       aus NRW stammt. Jetzt sei „[6][nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten
       oder späte Selbstvergewisserung]“, erklärte die Düsseldorferin. Die FDP
       müsse „von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur
       von alten Schlachtrössern“, stichelte die 68-Jährige über den 74-jährigen
       Kubicki.
       
       Ob Höne, der „in der Mitte Wahlen gewinnen“ und dazu mit
       „Wirtschaftswachstum und solider Haushaltspolitik“ werben will, das Rennen
       macht, ist aber längst nicht sicher. Zwar ist er als Parteivorsitzender in
       Nordrhein-Westfalen Chef des mit Abstand größten Landesverbands – von den
       etwa 68.000 FDP-Mitgliedern leben dort rund 17.000. Geholfen hat das schon
       Christian Lindner, der als NRW-Landtagsfraktionschef die Partei 2017 zurück
       in den Bundestag geführt hat. Doch auch Höne weiß, dass er bundesweit
       längst nicht so bekannt ist wie sein Gegenspieler: „Ich habe von Anfang an
       gesagt“, postete er, „dass unter anderem Wolfgang Kubicki und
       Agnes-Strack-Zimmermann als profilierte Gesichter weiterhin eine wichtige
       Rolle in der FDP innehaben müssen.“
       
       7 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.instagram.com/p/DWuUNr2CtkR/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading&img_index=1
 (DIR) [2] https://x.com/KubickiWo/status/2040522942237307095
 (DIR) [3] /Die-FDP-in-der-Bundesregierung/!5935571
 (DIR) [4] https://www.tagesspiegel.de/politik/kubicki-kandidiert-als-fdp-chef-der-alte-will-es-noch-mal-wissen-15437680.html
 (DIR) [5] /Nach-der-Wahl-in-Rheinland-Pfalz/!6165278
 (DIR) [6] https://x.com/MAStrackZi/status/2040738416766193978
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Wyputta
       
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