# taz.de -- Bewegungstermine in Berlin: Den Tech-Bros den Kampf ansagen
> Die Woche steht im Zeichen des Kampfes gegen die Tech-Milliardäre.
> Sonntag wird Burak Bektaş gedacht, der von einem mutmaßlichen Rechten
> getötet wurde.
(IMG) Bild: Rechenzentren verbrauchen Unmengen an Wasser und Energie, was Aktivist:innen auf sie aufmerksam macht
Mal wieder eine schlechte Note an der Uni bekommen, weil Sie Bücher zitiert
haben, die es gar nicht gibt? Oder Sätze, die noch nie gesagt wurden? Dann
ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie sich an künstlicher Intelligenz
bedient haben. Der Begriff Intelligenz ist allerdings oftmals etwas zu hoch
gegriffen. ChatGPT und Co sind schließlich letztlich Sprachmodelle, die
basierend auf einer großen Datenmenge das nächste wahrscheinliche Wort
vorhersagen. Dabei kann schon mal Unsinn bei herauskommen.
Geht es nach dem technologiekritischen Capulcu-Kollektiv, reiht sich KI
damit in [1][eine größere Entwicklung des „Bullshitting“] ein – der
zunehmenden Verdrängung der diskursiven Auseinandersetzung über Fakten in
kapitalistischen Gesellschaften.
Befeuert wird diese Entwicklung von rechten bis rechtsextremen Kräften
weltweit, die auf Desinformationskampagne setzen, um durch die allgemeine
Verwirrung hindurch ihre teils faschistische Agenda durchzubringen. Aus
dieser Perspektive gedacht, sind die Patzer der KI kein unpolitischer
Technologieglitch, sondern Teil eines Angriffs der rechten Tech-Bros gegen
den demokratischen Diskurs.
Kürzlich war Capulcu Objekt einer „Nius“-Berichterstattung, die eine Nähe
des Kollektivs zur „Vulkangruppe“ behauptet hat, welche für den
Stromanschlag im Januar verantwortlich gemacht wird. Am Mittwoch (8. April)
lädt die Gruppe zu einem Vortrag und einer Diskussion zu
[2][„Rechtsextremer Tech-Oligarchie und zerstörerischem KI-Bullshit“] ein.
Los geht es ab 18 Uhr im Drugstore (Potsdamer Straße 134).
## Die Bewegung kommt zusammen
Von Freitag bis Samstag findet am Franz-Mehring-Platz 1 die [3][„Cables of
Resistance – Bewegungskonferenz gegen Big Tech“] statt. Ein breites
Spektrum von linken Aktivist:innen aus verschiedenen Bewegungen kommt
hier zusammen, um über verschiedene Formen des Widerstands gegen die
Big-Tech-Konzerne zu sprechen.
Im Manifest der Konferenz heißt es, Big-Tech-Firmen verschwenden Energie
und Wasser im großen Stil, rauben ihre Ressourcen aus dem Globalen Süden
und befeuern faschistische Kräfte (nicht nur) im Globalen Norden. Dagegen
soll Widerstand geleistet werden – von zivilem Ungehorsam bis zur
Vergesellschaftung.
Das Programm ist umfassend. Gruppen wie Ende Gelände berichten von ihren
Massenaktionen, es geht um Recherchen über die schmutzigen Lieferketten von
Tech-Konzernen, um Widerstand gegen Datenzentren und Chipfabriken sowie die
Nutzung von KI-Technologien für militärische Zwecke. Tickets gibt es keine
mehr – die Konferenz ist bereits ausverkauft.
Wer am darauffolgenden Sonntag den Widerstand gegen die faschistische
Gewalt praktisch werden lassen will, kann am [4][Gedenken an Burak Bektaş]
teilnehmen. Bektaş wurde 2012 in Neukölln erschossen. Obwohl das Tatmuster
der NSU-Mordserie ähnelt, wurde die Tat nie aufgeklärt. An seinem 14.
Todestag am 12. April treffen sich Unterstützer:innen in Neukölln um
14 Uhr am Gedenkort für Burak Bektaş an der Rudower Straße Ecke Möwenweg.
7 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://capulcu.noblogs.org/post/2025/06/05/bullshitting-normalisierung-des-postfaktischen/
(DIR) [2] https://radar.squat.net/en/node/577204?language=ca
(DIR) [3] https://cableresist.de/
(DIR) [4] https://radar.squat.net/en/node/576437?language=ca
## AUTOREN
(DIR) Timm Kühn
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