# taz.de -- Wahlrechtsreform in Italien: Melonis Trump’sche Züge
> Das Referendum zur Justizreform ist gescheitert. Nun versucht Italiens
> Regierungschefin Giorgia Meloni den nächsten Schritt Richtung
> Machterhalt.
(IMG) Bild: Stoßgebet von Rechtsaußen, Meloni's Fisimatenten werden immer Trumpeliger
Da haben sich die illustren Besuche der italienischen Regierungschefin
Giorgia Meloni in Mar-a-Lago bei US-Präsident Donald Trump offensichtlich
gelohnt. Jedenfalls hat es den Anschein, betrachtet man ihre Bestrebungen
für eine [1][Reform des Wahlrechts]: weniger Zerstückelung der
Parteienlandschaft, mehr Stabilität für die Regierung. 2027 soll in Italien
gewählt werden – und natürlich will Meloni an der Macht bleiben.
Wie ihr Amtskollege im Weißen Haus möchte Meloni Überraschungen vorbeugen
und versucht, das Wahlsystem vor der Parlamentswahl zu ändern. Also lieber
selbst vorpreschen, als dem Wählerwillen die Entscheidung zu überlassen.
Gelingt ihr das, soll im konkreten Fall jeder Partei oder Koalition, die
mehr als 40 Prozent der Stimmen erhält, automatisch eine parlamentarische
Mehrheit garantiert werden. Nach jetzigem Stand könnte eine solche Reform
das Meloni-Bündnis stärken.
Aus Sicht der Postfaschisten und Nationalkonservativen ist es genau der
Schub, den es bräuchte, um wieder für klare Verhältnisse zu sorgen. Das
[2][Referendum zur Justizreform, das ein erster Schritt Richtung
Zementierung von Melonis Posten hätte sein sollen, ist Ende März
gescheitert.] Vor allem im ärmeren Süden des Landes gab es viele
Neinstimmen.
Ungewöhnlich, hatte Meloni doch vor allem mit Unterstützung aus dieser
Region gerechnet. Doch die Unzufriedenheit ist groß dank hoher
Lebenshaltungskosten und Wirtschaftsflaute. Auch ihre außenpolitisch viel
gerühmte Haltung im Ukrainekrieg stößt im Inland auf immer mehr Gegner.
Dieser Rückschlag war so nicht vorgesehen, wird nun aber zur Freude der
Oppositionsparteien sehr genau beäugt.
Meloni selbst ist nach wie vor noch eine der beliebtesten
Politiker:innen Italiens. Ihr [3][autoritärer Staatsumbau] verlief im
Gegensatz zu ihren Vorbildern in den USA, Argentinien, Ungarn eher moderat.
Bis zu den Wahlen 2027 wollen sich die linken Parteien Italiens
zusammenraufen – und sorgen beim Entwurf für eine Wahlrechtsreform für
mächtig Gegenwind. Aktionen, die auch Meloni ernst nehmen sollte.
1 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Tanja Tricarico
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