# taz.de -- Tag der Pressefreiheit: Technik fordert Medien heraus
> Medienkompetenz und die Regulierung von IT-Konzernen sind heute wichtiger
> denn je. Derweil hat sich die Situation für Journalisten weltweit
> verschlechtert.
(IMG) Bild: Um die Pressefreiheit zu schützen, müssen unabhängige Medien auch immer mehr vor den Gefahren moderner Digitaltechnologie geschützt werden
Die Warnung unter den Suchergebnissen zu Technologie und Pressefreiheit
lautet lapidar: „KI-Antworten können Fehler enthalten.“ Heißt es in der
Arzneimittelwerbung noch pflichtschuldig: „Zu Risiken und Nebenwirkungen
lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder
in Ihrer Apotheke“, lässt die KI Nutzende mit ihren Zweifeln allein.
Nicht nur Journalisten machen Fehler, auch Künstliche Intelligenz ist nicht
perfekt: Weil sie vielleicht selektiv oder gar manipulativ mit Inhalten
gefüttert wurde und weil Algorithmen Relevanzen quantitativ werten, aber
nicht qualitativ einordnen können.
Soziale Medien, Internetplattformen und KI-Programme wollen selbsterklärend
sein, profitieren aber davon, dass Nutzende nur begrenztes Wissen über den
Umgang mit ihnen haben. Die Weiterentwicklung digitaler Technologien in
Medien und Gesellschaft ist alternativlos. Die willkommenen Hilfsmittel
sind gefährlich, wenn sie selbst über Inhalte entscheiden und zu
Desinformation, Manipulation und Überwachung beitragen.
## Pressefreiheit weltweit verschlechtert
Ohnehin hat sich die Situation für Journalisten und Medienschaffende
weltweit verschlechtert, wie die neue Rangliste der Pressefreiheit von
Reporter ohne Grenzen zeigt. Den stärksten Rückgang gab es demnach im
rechtlichen Bereich, auch wird Journalismus immer häufiger kriminalisiert.
Gut ist die Situation nur noch in 7 von 180 Ländern. Zwar hat sich in
Syrien die Situation nach dem Sturz des Assad-Regimes stärker als in allen
anderen Ländern verbessert. Das ist erfreulich, trotzdem liegt Syrien nur
auf Rang 141. Wie die Tabelle zeigt, sind Länder mit massiver krimineller
Gewalt wie Mexiko besonders tödlich für Journalisten. In streng autoritär
regierten Staaten wie Russland, Belarus, China und Vietnam bringen dagegen
missbräuchlich angewandte Gesetze auffällig viele Reporter ins Gefängnis.
Um die Pressefreiheit zu schützen, müssen unabhängige Medien gestärkt und
bedrohte Journalisten geschützt werden, nicht nur vor autoritären Regimen,
sondern auch immer mehr vor den Gefahren moderner Digitaltechnologie. Die
Stärkung von Demokratie, Pluralismus, faktenbasiertem Wissen und die
Verhinderung von Meinungs- und Technologiemonopolen sollten dabei zentrale
Ziele sein.
Am 2. Mai, zusammen mit der wochentaz, erscheint die Sonderbeilage der taz
panterstiftung zum Tag der Pressefreiheit. Das Oberthema ist Technologie
und Pressefreiheit.
30 Apr 2026
## AUTOREN
(DIR) Sven Hansen
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