# taz.de -- AfD in Hamburg-Harburg: Bezirksfraktion zerlegt sich weiter
       
       > Schon wieder sind Abgeordnete aus der zerstrittenen Fraktion der AfD im
       > Hamburger Bezirk Harburg ausgetreten. Gibt es bald zwei Fraktionen?
       
 (IMG) Bild: So geht's abwärts: Harburgs AfD-Fraktion zerlegt sich selbst
       
       Die zerstrittene AfD im Hamburger Bezirk Harburg arbeitet weiter an ihrem
       Untergang. Erneut haben zwei Abgeordnete ihre Fraktion im Streit verlassen,
       berichtet der NDR. Online hat die AfD die Entwicklung bereits aktualisiert.
       Die Abtrünnigen Andreas Ehlers und Harald Feineis sind auf ihrer Webseite
       schon als „fraktionslos“ gelabelt.
       
       Bei der Bezirkswahl vor etwas mehr als zwei Jahren war die AfD mit sieben
       Sitzen ins Harburger Rathaus eingezogen. Jetzt besteht die Fraktion nur
       noch aus drei Abgeordneten und ist damit auf Mindestgröße geschrumpft.
       
       Der ausgetretene AfDler Andreas Ehlers begründet den Schritt mit Vorwürfen
       gegen den Fraktionschef Helge Ritscher. So soll es Mitte März auf einer
       Sitzung zu einem körperlichen Übergriff gekommen sein. Außerdem soll Geld
       in sechsstelliger Höhe auf dem Fraktionskonto liegen, für das es keine
       richtigen Belege gebe. Der Fraktionschef streitet auf NDR-Anfrage beides
       ab.
       
       Es ist nicht das erste Mal, dass die Fraktion Mitglieder verliert.
       Vergangenes Jahr verließ der AfDler Adrian Leuser nicht nur die Fraktion,
       sondern gleich die Stadt. Nachdem er seinen – nun aus der Fraktion
       ausgetretenen – Parteikollegen Andreas Ehlers wegen Bedrohung angezeigt
       hatte, bekam er einen Hausbesuch.
       
       ## Hass strahlt nach innen
       
       „Verrat wird bestraft, Leuser“, schrieb jemand auf die Tür seines
       Wohnhauses. Leuser hatte Ehlers angezeigt, weil Ehlers ihn in
       nicht-öffentlicher Sitzung als „Untermensch“ und „Affe“ bezeichnet und ihm
       einen „Stiefeltritt“ angedroht haben soll.
       
       Der als Verräter titulierte Leuser sagte dem NDR, die Gewaltbereitschaft in
       der Harburger AfD mache ihn fassungslos. Er habe Angst um seine Sicherheit.
       Der taz-Autor und Rechtsextremismusexperte Andreas Speit [1][attestierte
       Leuser „ein Nicht-wahrhaben-Wollen von Hass und Hetze in der rechten
       Szene“]. Wo nach außen Angst verbreitet wird, könne es auch nach innen zur
       Verrohung und zu Übergriffen kommen.
       
       In der Harburger Bezirksversammlung ist die CDU mit zwölf Sitzen stärkste
       Fraktion. Es folgt die SPD mit zehn, die Grünen mit acht, die Linke mit
       vier, Volt mit drei und die auf drei Sitze geschrumpfte AfD. Wenn man sich
       umhört bei den anderen Fraktionen in der Harburger Bezirksversammlung, hört
       man Bedauern, dass die Streithähne der AfD bisweilen die parlamentarische
       Arbeit übertönen.
       
       Rainer Bliefernicht (CDU) sitzt seit 2001 in der [2][Harburger
       Bezirksversammlung]. „So ein Durcheinander und so eine schwierige Situation
       miteinander umzugehen wie jetzt, hab ich noch nicht erlebt“, sagt er der
       taz. Er befürchtet, dass die Situation mit dem Austritt der zwei
       AfD-Abgeordneten nicht zur Ruhe kommt.
       
       Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass die vier jetzt fraktionslosen
       AfD-Mitglieder eine zweite AfD-Fraktion gründen. „Dann beschäftigt sich die
       Bezirksversammlung nur noch mit sich selber“, befürchtet Bliefernicht. „Wir
       müssen sehen, wie wir politische Arbeit machen können.“
       
       Simon Dhemija (Die Linke) wundern die Austritte nicht. Schon vorher sei die
       Harburger AfD-Fraktion vor allem dadurch aufgefallen, [3][demokratische
       Prozesse] zu bremsen. Dhemija sitzt seit zwei Legislaturperioden als Teil
       der Linksfraktion im Harburger Rathaus. „Es ist nicht so, dass sie richtig
       mitarbeiten“, sagt sie. „Es geht ihnen nur darum, zu skandalisieren und
       aufzuregen und die Struktur zu lähmen.“
       
       Die [4][AfD-Fraktion] war telefonisch bis Redaktionsschluss nicht
       erreichbar.
       
       30 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] https://afd-hh-harburg.de/bezirksabgeordnete
       
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