# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Spitzenpolitiker des Iran spricht von „großem Weltkrieg“
> Der Irankrieg geht in die fünfte Woche. Pakistan bemüht sich um
> Deeskalation. Derweil drohen die Mullahs mit Angriffen auf Unis in der
> Golfregion.
(IMG) Bild: Brutaler Chamenei-Protegé: Mohammed Bagher Ghalibaf (oben, M., sitzend) Anfang Februar bei einer Sitzung des iranischen Parlaments
## Iran: US-Bodenoffensive wäre ein „Wunschtraum“
Der Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt. „Zweifelt keinen
Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten“, sagte
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen
Nachrichtenagentur Irna zufolge. Der Iran sei sich sicher, dass er die USA
bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht mehr wagen
würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem „großen Weltkrieg“,
so Ghalibaf.
Der 64-Jährige gilt seit dem Tod von Sicherheitsratschef Ali Laridschani
als Irans faktischer Verteidigungsminister und [1][einer der mächtigsten
Politiker des Teheraner Islamistenregimes]. Es heißt, er sei pragmatisch –
und brutal. Seine jetzige Stellung als Parlamentspräsident verdankt er dem
toten Ayatollah Chamenei senior.
Ghalibaf äußerte sich bei der Gelegenheit auch skeptisch zu
Vermittlungsversuchen. Die USA signalisierten Verhandlungsbereitschaft,
planten aber heimlich eine Bodenoffensive, so Ghalibaf. Der Sprecher der
iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib zufolge, eine
Bodenoffensive oder Besetzung eines Teils des Irans sei ein „Wunschtraum“,
man warte nur auf solch eine Aktion.
Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass das US-Militär Pläne für einen
möglichen Einsatz mit Bodentruppen im Iran vorbereitet hat. Zugleich
bemühen sich Pakistan, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei bei einem
Treffen der Außenminister in Islamabad um Deeskalation. (dpa/taz)
## Huthis greifen erneut Israel an
Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen sind Seite Teherans in den Irankrieg
eingetreten und greifen Israel an. Am Samstagabend seien eine Drohne über
der südlichen Stadt Eilat und ein Marschflugkörper vor Erreichen
israelischen Territoriums abgefangen worden, berichtete die Times of Israel
unter Berufung auf das Militär. Am Samstagmorgen hatten die jemenitischen
Islamisten bereits eine Rakete auf Israel gefeuert.
Die [2][EU-geführte Marinemission „Aspides“] warnt zugleich vor Angriffen
der Huthi-Miliz auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im
östlichen Golf von Aden. Schiffen könnte dort erneut ins Visier geraten,
teilte die Marinemission mit Sitz im griechischen Larissa mit. Reedereien,
deren Schiffe sich in der Region befinden, werde empfohlen, besonders
vorsichtig zu sein. Schiffe mit Verbindungen zu Israel oder den USA sollten
die Passage durch das Rote Meer und den Golf von Aden nach Möglichkeit
gänzlich meiden.
Die mit den Mullahs in Iran verbündeten radikalislamistischen Huthis im
bitterarmen Jemen hatten bereits in der Vergangenheit im Roten Meer und dem
sich südlich anschließenden Golf von Aden immer wieder Handelsschiffe
attackiert. Das Rote Meer und der Golf von Aden gelten als eine der
wichtigsten Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen Nordostafrika und
der Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale Verbindung zwischen dem
Mittelmeer (über den Suezkanal) und dem Indischen Ozean. (dpa/taz)
## Katarischer TV-Sender in Teheran getroffen
Bei einem israelischen Raketenangriff auf die iranische Hauptstadt Teheran
ist ein Büro des katarischen Nachrichtensenders Al Arabi beschädigt worden.
Der Sender schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X, eine israelische
Rakete habe das Gebäude getroffen, in dem sich die Redaktionsräume
befinden. Dabei sei „erheblicher Schaden“ entstanden, die
Live-Berichterstattung sei deswegen unterbrochen worden.
Aufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigten zerbrochene Scheiben, Glas
und Trümmerteile. Aufnahmen von außen zeigten Trümmerteile auf den Straßen
und beschädigte Gebäude. (afp)
## Drohnenangriff auf syrischen US-Stützpunkt abgewehrt
Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff aus dem
Nachbarland Irak auf einen der letzten US-Stützpunkte in Syrien abgewehrt.
„Heute wurde die US-Militärbasis in Kasrak mit vier Drohnen angegriffen,
die von irakischem Territorium aus gestartet worden waren“, erklärte
Vize-Verteidigungsminister Sipan Hamo am Sonntag beim Onlinedienst X. Die
Drohnen seien abgeschossen worden, Verletzte habe es nicht gegeben.
Bereits am Samstag hatte die syrische Armee erklärt, einen Drohnenangriff
aus dem Irak auf den Stützpunkt al-Tanf abgewehrt zu haben. In al-Tanf im
Südosten Syriens waren bis Februar US-Soldaten stationiert.
Zuvor hatte es nach syrischen Angaben einen ähnlichen Angriff auf eine
weitere Militärbasis im Nordosten des Landes gegeben. Ein irakischer
Beamter hatte damals gesagt, dass eine bewaffnete Gruppe hinter der Attacke
gesteckt habe. Im Zusammenhang mit dem Vorfall wurden im Irak vier Menschen
festgenommen. (afp)
## Iran droht mit Angriffen auf US-Unis in der Golfregion
Der Iran drohte unterdessen mit Angriffen gegen US-Universitäten in der
Region als Vergeltung für die mutmaßliche Bombardierung iranischer
Universitäten. Wenn die US-Regierung wolle, dass ihre Universitäten in der
Region von Vergeltungsmaßnahmen verschont bleiben, müsse sie bis Montag, 12
Uhr mittags Teheraner Zeit, die Bombardierung von Universitäten
verurteilen, zitierte die Nachrichtenagentur Fars eine Erklärung [3][der
iranischen Revolutionsgarden].
Man rate allen Mitarbeitern, Professoren und Studenten amerikanischer
Universitäten in der Region sowie den Anwohnern der umliegenden Gebiete,
sich einen Kilometer von den Campusgeländen fernzuhalten, zitierte Fars aus
der Erklärung der Revolutionsgarden weiter.
Nach iranischen Angaben waren zuvor die Technische Universität Isfahan und
die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran Ziel von
Bombardierungen geworden. Über mögliche Opfer gab es zunächst keine
Angaben. (dpa)
## Pakistan bemüht sich um Deeskalation
Derweil kommen heute auf Einladung Pakistans die Außenminister
Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen
Gesprächen zusammen, um über eine mögliche Deeskalation des seit einem
Monat andauernden Krieges zu beraten. Pakistan teilt sich eine rund 900
Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des
Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des
Krieges angeboten. [4][Mehr auf taz.de]. (dpa)
## Weitere US-Streitkräfte in Nahen Osten verlegt
Die USA hat inzwischen weitere Marinekräfte in den Nahen Osten verlegt. Das
amphibische Angriffsschiff „USS Tripoli“ erreichte nach Angaben des
zuständigen US-Regionalkommandos am Freitag sein Einsatzgebiet.
US-Außenminister Marco Rubio sagte nach den jüngsten G7-Gesprächen, der
Einsatz im Iran könnte „in wenigen Wochen, nicht in Monaten“ abgeschlossen
werden. Die eigenen Kriegsziele könnten ohne Bodentruppen erreicht werden,
hieß es. Kategorisch ausschließen wollte Rubio deren Einsatz aber nicht.
Das israelische Militär wiederum will nach Darstellung eines Sprechers die
iranische Waffenproduktion „in wenigen Tagen“ weitgehend zerstört haben.
Die Streitkräfte würden in diesem Zeitraum „die Angriffe auf alle wichtigen
Komponenten der (iranischen) Militärindustrie abschließen“, sagte
Armeesprecher Effie Defrin am Samstagabend. „Das bedeutet, dass wir den
Großteil der militärischen Produktionskapazitäten zerstören haben werden.“
(dpa)
## Erneut Angriffe auf Golfstaaten
Mehrere Golfstaaten meldeten zugleich erneut Schäden nach Angriffen aus dem
Iran. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach Angaben des
Betreibers bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff ein Metallwerk
schwer beschädigt. Das Werk befindet sich in der Khalifa Industrial Zone
Abu Dhabi. Eine nicht näher genannte Anzahl von Mitarbeitern sei verletzt
worden, hieß es vom Betreiber.
Aus Katar hieß es am frühen Samstagabend (Ortszeit), das Golfemirat sei im
Laufe des Tages Ziel eines Angriffs mit mehreren aus dem Iran gestarteten
Drohnen gewesen. Alle Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden, teilte
das Verteidigungsministerium weiter mit.
Davor hatte bereits Kuwait von Beschuss durch Drohnen berichtet. Einige der
Angriffe hätten auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Kuwait
gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht. Verletzte gebe es
nicht.
Derweil wurde in der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks die
Residenz des Präsidenten Nechirvan Barsani angegriffen. Barsani sagte dem
kurdischen Medienportal „Rudaw“, der Angriff in der Stadt Duhok am Samstag
stelle „eine gefährliche Eskalation für den gesamten Irak“ dar.
Zur selben Zeit wurden in der Region Kurdistan laut „Rudaw“ mehr als ein
halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den
Angriffen bekannt. Zuletzt hatten sowohl der Iran als auch proiranische
Milizen im Irak Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert. Die USA
machten „Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak“ dafür
verantwortlich. (dpa)
29 Mar 2026
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