# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Ukraine besiegelt mit Golfstaaten Luftverteidigungskooperation
       
       > Pakistans Premier telefoniert mit dem Präsidenten des Iran, das AKW
       > Buschehr ist erneut Ziel von Luftangriffen geworden, und erstmals hat
       > auch die jemenitische Huthi-Miliz eine Rakete auf Israel abgefeuert.
       
 (IMG) Bild: Beschädigte Hausfassaden nach iranischen Raketenangriffen auf Zentralisrael in der Nacht von Freitag auf Samstag
       
       ## Ukraine besiegelt Luftverteidigungskooperation mit Golfstaaten
       
       Die Ukraine hat mit mehreren Golfstaaten eine Zusammenarbeit bei der
       Luftverteidigung besiegelt. Bei einer Reise in die Region schloss der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entsprechende Abkommen zunächst
       mit Saudi-Arabien und am Samstag dann mit den Vereinigten Arabischen
       Emiraten und Katar. Nach dem Beginn des Irankriegs Ende Februar wurden
       ukrainische Experten zur Abwehr von iranischen Drohnenangriffen in die
       Region entsandt.
       
       Selenskyj erklärte am Samstag, er habe bei einem Treffen mit dem
       Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Sajed, eine Kooperation im Bereich
       „Sicherheit und Verteidigung“ vereinbart. Angesichts der heutigen
       „Bedrohungen“ wollten Staaten das Leben ihrer Bevölkerungen schützen, sagte
       er weiter. „Die Ukraine hat auf diesem Gebiet bedeutende Expertise.“
       
       Bei einem anschließenden Besuch in Katar schloss Selenskyj einen ähnlichen
       Vertrag. „Die Vereinbarung beinhaltet eine Zusammenarbeit in
       technologischen Bereichen, gemeinsame Investitionen und den Austausch von
       Fachwissen bei der Abwehr von Raketen und unbemannten Luftsystemen“,
       erklärte das katarische Verteidigungsministerium.
       
       Im Ukrainekrieg greift Russland das Nachbarland unter anderem mit
       Schahed-Drohnen iranischer Bauart an, die Russland inzwischen unter der
       Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt. Der Iran wiederum attackiert seit
       Beginn des Irankrieges mit den USA verbündete Golfstaaten.
       
       Bei einer solchen Attacke will der Iran nach eigenen Angaben auch ein Depot
       eines ukrainischen Anti-Drohnen-Systems in Dubai in den Vereinigten
       Arabischen Emiraten zerstört haben, das dem Schutz eines US-Stützpunkts
       gedient habe. Dieser Darstellung widersprach das ukrainische
       Außenministerium. „Dies ist eine Lüge“, sagte Außenamtssprecher Georgyj
       Tychyj am Samstag. Teheran verfolge oft solche
       „Desinformations-Operationen“, fügte er hinzu.
       
       Die Ukraine nutzt zur Abwehr russischer Drohnen insbesondere elektronische
       Störgeräte und mobile Abwehrwaffen statt der erheblich teureren Raketen,
       die von Golfstaaten zur Abwehr iranischer Drohnen verwendet werden. Kiew
       schlägt seit Wochen vor, solche Geräte gegen Abwehrraketen zu tauschen, die
       in der Ukraine zur Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern
       aus Russland gebraucht werden. (afp)
       
       ## Hisbollah-nahe Journalisten im Südlibanon getötet
       
       Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon sind eine Reporterin und ein
       Reporter von zwei Hisbollah-nahen Fernsehsendern getötet worden. Der
       TV-Sender der proiranischen Hisbollah Al-Manar meldete, dass ihr
       langjähriger Korrespondent Ali Schuaib bei einem Angriff bei Dschesin im
       Süden des Landes ums Leben kam. Zudem berichtete der proiranische Sender
       Al-Majadin, der auch der Hisbollah nahe steht, dass bei dem Angriff ihre
       Reporterin Fatima Fatuni getötet wurde.
       
       Das israelische Militär gab an, einen „gezielten“ Angriff auf Schuaib
       verübt zu haben. Die Armee warf ihm vor, Mitglied der
       Hisbollah-Eliteeinheit Radwan gewesen zu sein. Er habe sich als „Journalist
       getarnt“, hieß es. In dem Zuge habe er über Standorte von israelischen
       Truppen berichtet, die im Süden des Libanons im Einsatz waren. Die Angaben
       ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Fatuni äußerte sich
       das Militär zunächst nicht.
       
       Der libanesische Informationsminister Paul Morcos verurteilte den Angriff
       scharf. Seinen Angaben zufolge ist dabei auch der Kameramann und Bruder
       Fatunis, Mohammed Fatuni, getötet worden. „Wir verurteilen auf das
       Schärfste Israels wiederholte und vorsätzliche Angriffe auf Journalisten“,
       betonte Morcos. (dpa)
       
       ## Neun israelische Soldaten im Südlibanon verletzt
       
       Bei zwei verschiedenen Angriffen sind im Süden des Libanons nach Angaben
       des israelischen Militärs neun Soldaten verletzt worden, zwei davon schwer.
       Die Soldaten seien mit einer Panzerabwehrrakete und einer Rakete beschossen
       worden. Eine Anfrage zur Gesamtzahl der verletzten Soldaten seit dem Beginn
       der US-israelischen Angriffe auf den Iran und dem Wiederaufflammen des
       Konflikts mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah ließ das
       israelische Militär am Samstag zunächst unbeantwortet. (rtr)
       
       ## Irans Präsident droht mit Vergeltungsschlägen gegen Nachbarländer
       
       Irans Präsident Massud Peseschkian hat mit harten Vergeltungsschlägen gegen
       Nachbarländer gedroht, falls die Infrastruktur oder Wirtschaftszentren im
       Land attackiert werden. In einer „Botschaft an die Länder der Region“
       schrieb Peseschkian auf der Plattform X: „Wenn ihr Entwicklung und
       Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem
       Boden aus führen.“
       
       Zuvor hatten israelische und US-Luftstreitkräfte laut iranischen Angaben
       ihre Angriffe auf Stahlwerke sowie Anlagen der Rüstungs- und
       Energieinfrastruktur in mehreren iranischen Provinzen ausgeweitet.
       
       Seit Beginn des Krieges am 28. Februar greift der Iran wiederum Ziele in
       arabischen Nachbarländern an. Die Führung in Teheran begründet dies unter
       anderem mit der Stationierung von US-Truppen in diesen Ländern.
       
       ibanons Präsident Joseph Aoun schrieb auf der Plattform X, Israel verstoße
       wieder einmal „gegen die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts, des
       humanitären Völkerrechts und des Kriegsrechts“. Israel nehme „Journalisten
       ins Visier, die letztlich Zivilisten sind und die ihrer beruflichen Pflicht
       nachkommen“.
       
       Auch im Gazakrieg hat das israelische Militär mehrfach Journalisten
       getötet. Das Journalistenschutzkomitee CPJ wirft dem israelischen Militär
       unter anderem vor, eine „langwährende, dokumentierte Praxis, Journalisten
       als Terroristen zu beschuldigen, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen“ zu
       verfolgen. (dpa)
       
       ## Sieben Verletzte bei Raketenangriff auf israelische Ortschaft
       
       Bei einem Raketenangriff auf die zentralisraelische Ortschaft Eschtaol in
       der Nähe von Jerusalem sollen mindestens sieben Menschen verletzt worden
       sein. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte am Samstag
       mit, einige der Menschen seien durch die Explosion verletzt worden, andere
       bei dem Versuch, Schutzräume zu erreichen. (ap)
       
       ## Pakistanischer Premier telefoniert mit Irans Präsident
       
       Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif hat mit dem iranischen Präsidenten
       Massud Peseschkian über den Krieg im Nahen Osten gesprochen. Sharifs Büro
       teilte am Samstag mit, der pakistanische Regierungschef habe in einem mehr
       als einstündigen Telefonat mit Peseschkian ausführlich über die regionalen
       Feindseligkeiten und Bemühungen um ein Ende des US-israelischen Krieges mit
       dem Iran diskutiert.
       
       Pakistans Außenminister Ishaq Dar und Armeechef Feldmarschall Asim Munir
       hätten Peseschkian über diplomatische Bemühungen informiert, die USA,
       mehrere Golfstaaten und andere islamisch geprägte Länder einzubinden, um
       die Voraussetzungen für Friedensgespräche zu schaffen, hieß es in der
       Mitteilung.
       
       Sharif habe sich hoffnungsvoll gezeigt, dass man gemeinsam einen Weg aus
       der Krise finden könne. Peseschkian habe die Friedensbemühungen Pakistans
       gelobt, aber die Notwendigkeit betont, Vertrauen aufzubauen, um Dialog und
       Vermittlung zu ermöglichen, hieß es in der Mitteilung. (ap)
       
       ## Pakistan berät mit weiteren Ländern über Irankrieg
       
       Pakistan will ‌am Sonntag und Montag mit Saudi-Arabien, der Türkei und
       Ägypten über den Irankrieg beraten. Bei dem zweitägigen Treffen der
       Außenminister in Islamabad gehe es um „intensive Diskussionen über eine
       Reihe von Themen, einschließlich der Bemühungen um eine ‌Deeskalation der
       Spannungen in der Region“, teilte das pakistanische Außenministerium am
       Samstag mit. Laut dem türkischen Außenminister Hakan Fidan soll ein
       Mechanismus zur Deeskalation geschaffen werden. Ziel des Treffens seien
       rasch „umsetzbare Schritte“ zur Beendigung des Krieges, bevor es zu
       weiteren Zerstörungen in der Region und noch mehr Schäden für die
       ‌Weltwirtschaft komme, sagte Fidan auf einer Konferenz in Istanbul. Die
       neue „polyzentrische Ordnung“ der Welt erfordere eine Lösung zum ⁠Schutz
       wichtiger Energie- und Handelsrouten.
       
       Das Treffen findet vor dem Hintergrund von Versuchen für eine Vermittlung
       zwischen den USA und ‌dem Iran ‌statt. Pakistan hat sich als ⁠möglicher
       Verhandlungsort angeboten und der Führung in Teheran bereits einen
       15-Punkte-Vorschlag der USA ‌zur Beendigung des Krieges übermittelt. (dpa)
       
       ## Erneuter Angriff auf iranisches AKW Buschehr
       
       Das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist nach Angaben der
       Internationalen Atomenergiebehörde IAEA erneut angegriffen worden. Die
       UN-Organisation sei von Teheran darüber informiert worden, dass der in
       Betrieb befindliche Atomreaktor keine Schäden davongetragen habe und keine
       radioaktive Strahlung freigesetzt worden sei, erklärte die IAEA am Samstag
       im Onlinedienst X. Laut iranischer Atomenergiebehörde habe es auch keine
       Verletzten gegeben. Es handele sich um den dritten Angriff auf Buschehr
       innerhalb von zehn Tagen.
       
       IAEA-Chef Rafael Grossi mahnte an, dass jeglicher Angriff auf den Reaktor
       einen schweren Atomunfall verursachen könne und forderte „größtmögliche
       militärische Zurückhaltung“.
       
       Das AKW Buschehr im Südwesten des Iran verfügt über den einzigen in Betrieb
       befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011
       erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden war.
       
       Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene
       Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen
       dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran
       bestreitet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das iranische
       Atomprogramm als einen der Gründe für den Irankrieg. (ap/afp)
       
       ## Israel attackiert erneut Ziele im Südlibanon
       
       Israel hat beim militärischen Vorgehen [1][gegen die islamistische
       Hisbollah-Miliz] erneut zahlreiche Ziele im Süden des Libanon angegriffen.
       Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete am Samstag von
       morgendlichen Luftangriffen auf Städte wie Madschdal Selm, Kafra, Adlun und
       Tulin. In der Stadt Nabatije seien Wohngebäude, Geschäfte und eine
       Tankstelle getroffen worden. Die israelischen Streitkräfte sprachen von
       Angriffen auf die „terroristische Infrastruktur der Hisbollah“ im Libanon.
       
       Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals
       feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die
       Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf
       Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und
       schickte Soldaten über die Grenze. (afp)
       
       ## Weitere iranische Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten
       
       Auch vier Wochen nach Beginn des Irankrieges gehen die Angriffe auf die
       Golfstaaten weiter. Das Medienbüro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi
       meldete, dass in Folge von herabfallenden Raketenteilen mehrere Brände
       entfacht worden seien. Dabei seien insgesamt sechs Menschen verletzt
       worden. Die Trümmerteile seien nach dem Abfangen ballistischer Raketen
       abgestürzt.
       
       Auch im Oman wurde ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hätten den Hafen
       von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldet die omanische
       Nachrichtenagentur ONA. Dabei sei ein ausländischer Arbeiter verletzt
       worden. Zudem seien geringe Schäden entstanden.
       
       Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums wurde in der Nacht
       eine auf die Region der Hauptstadt Riad gerichtete ballistische Rakete
       abgefangen und zerstört. Außerdem seien drei Drohnen abgefangen worden.
       
       Im Zuge des Irankriegs greift der Iran immer wieder als Vergeltungsmaßnahme
       auch in den Golfstaaten an. Sie beherbergen US-Militärbasen. (dpa)
       
       ## Schwere Schäden nach Drohnenangriff auf Airport von Kuwait
       
       Ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait hat zu
       schweren Schäden geführt. Die amtliche Nachrichtenagentur des Golfstaats
       berichtete am Samstag unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, bei dem
       Angriff sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden. Menschen
       seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.
       
       Derweil berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer
       schweren Explosion nahe dem internationalen Flughafen von Erbil, der
       Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak. Ein Augenzeuge
       berichtete, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer
       US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der nordirakischen Stadt sind zudem
       Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition
       stationiert. (afp)
       
       ## Jemenitische Huthi-Miliz feuert Rakete auf Israel abgefeuert
       
       Zum ersten Mal seit Beginn des Irankriegs vor einem Monat ist aus dem Jemen
       eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Die Flugabwehr sei im Einsatz,
       teilte die israelische Armee am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Rakete
       wurde Medienberichten zufolge erfolgreich abgefangen, Verletzte oder
       Schäden habe es nicht gegeben.
       
       Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische
       Huthi-Miliz. Sie hatte die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit
       Teheran angekündigt. Zuletzt wurde befürchtet, die Miliz werde sich aus dem
       Jemen in den Irankrieg einmischen.
       
       Die Huthi reklamierten den Angriff für sich. Sie hätten eine Salve
       ballistischer Raketen gegen „sensible militärische Ziele“ in Südisrael
       gefeuert, meldete der Huthi-nahe TV-Sender Al-Masirah unter Berufung auf
       einen Sprecher.
       
       Der Raketenangriff sei eine Reaktion auf die fortgesetzte Zerstörung von
       Infrastruktur im Iran, im Libanon, im Irak und in den palästinensischen
       Gebieten, teilte die mit dem Iran verbündete Islamisten-Miliz am Samstag
       mit. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die „Aggression“ an allen Fronten
       beendet sei.
       
       Die Huthi-Miliz hatte bereits im Gazakrieg zur Unterstützung der
       radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, die ebenfalls mit dem
       Iran verbündet ist, Israel mehrfach mit Raketen beschossen und im Roten
       Meer sowie dem sich südlich anschließenden Golf von Aden immer wieder
       Handelsschiffe attackiert. Beide Seewege gelten als eine der wichtigsten
       Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen Nordostafrika und der
       Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale Verbindung zwischen dem
       Mittelmeer (über den Suezkanal) und dem Indischen Ozean (über die Meerenge
       Bab al-Mandab). (rtr/dpa)
       
       ## Pakistan tritt überraschend als Vermittler auf die Bühne
       
       Im eskalierenden Konflikt nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf
       den Iran Ende Februar ist überraschend Pakistan als Vermittler aufgetreten,
       um Washington und Teheran an den Verhandlungstisch zu bringen. Islamabad
       wird in Krisenfällen nicht oft gebeten, als diplomatischer Vermittler zu
       fungieren, wurde dieses Mal aber aus einer Reihe von Gründen aktiv. Denn
       das Land unterhält sowohl zu den USA als auch zu Iran gute Beziehungen und
       hat großes Interesse an einer Beilegung des Kriegs.
       
       Nach Angaben pakistanischer Regierungsvertreter gingen den öffentlichen
       Friedensbemühungen [2][Wochen stiller Diplomatie voraus]. Sie erklärten,
       Islamabad sei bereit, Gespräche zwischen Vertretern der USA und Irans
       auszurichten.
       
       Pakistans Rolle in Verhandlungen zwischen beiden Seiten wurde erst vor
       wenigen Tagen im Zuge von Medienberichten bekannt. Regierungsbeamte in
       Islamabad bestätigten später, dass ein US-Vorschlag an den Iran übermittelt
       worden sei. Dabei soll es sich um einen [3][15-Punkte-Plan] handeln. Wer
       auf iranischer Seite bei den indirekten Gesprächen als Kontaktperson
       fungierte, ist unklar. Iran beharrt darauf, keine solchen Gespräche geführt
       zu haben, und hat den US-Vorschlag zurückgewiesen. Teheran hat aber
       bestätigt, mit eigenen Vorschlägen reagiert zu haben.
       
       Nach pakistanischen Angaben werden Mitteilungen der USA an den Iran
       weitergeleitet und iranische Reaktionen an Washington. Einzelheiten zum
       Ablauf wurden nicht mitgeteilt. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar
       sagte in dieser Woche, auch die Türkei und Ägypten arbeiteten hinter den
       Kulissen daran, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen.
       
       Pakistans Vermittlungsbemühungen trügen möglicherweise zu einer relativen
       Zurückhaltung in dem Konflikt bei, sagt Abdullah Khan, Geschäftsführer des
       Pakistanischen Instituts für Konflikt- und Sicherheitsstudien. Er verweist
       darauf, dass US-Präsident Donald Trump seine Androhung von groß angelegten
       Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur mit Hinweis auf
       diplomatische Fortschritte verschoben habe. Die Reaktionen den Irans mit
       Blick auf US-Interessen am Golf seien zurückhaltend ausgefallen, was
       möglicherweise darauf abziele, Raum für diplomatische Bemühungen zu wahren.
       
       Frühere Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wurden vor allem von
       Ländern im Nahen Osten moderiert, darunter Oman und Katar. Da diese nun
       selbst unter iranischen Beschuss geraten sind, hat Pakistan diese Rolle
       übernommen. Beobachtern zufolge verschafft Pakistans geografische Nähe zum
       Iran als eines seiner Nachbarländer in Verbindung mit seinen langjährigen
       Beziehungen zu den USA dem Land eine einzigartige Position in einer Zeit,
       in der die direkte Kommunikation zwischen beiden Seiten weiter
       eingeschränkt ist.
       
       Islamabad hat gute Arbeitsbeziehungen zu den meisten der aktuellen
       Konfliktparteien, auch zum Iran. Es unterhält zudem enge strategische
       Beziehungen zu Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien, mit dem es im
       vergangenen Jahr eine Verteidigungskooperation unterzeichnet hat. Zu Israel
       unterhält Pakistan allerdings wegen der ungelösten Frage eines
       palästinensischen Staats keine diplomatischen Beziehungen.
       
       Das Verhältnis zwischen den USA und Pakistan hat sich seit vergangenem Jahr
       auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene verbessert. Pakistan trat
       auch trotz des Widerstands von Islamisten im Land Trumps neugegründetem
       Friedensrat bei. Am vergangenen Wochenende sprach Trump mit dem
       pakistanischen Heereschef Asim Munir, den er öffentlich als seinen
       „Lieblingsfeldmarschall“ bezeichnet hat. Beobachtern zufolge ist Munir ein
       Akteur, der sowohl zum iranischen als auch zum US-Militär gute Verbindungen
       unterhält.
       
       Der Konflikt stelle Pakistan vor einige der größten Herausforderungen für
       Wirtschaft und Energiesicherheit in seiner Geschichte, sagt der in
       Islamabad ansässige Sicherheitsexperte Syed Mohammad Ali. Das Land beziehe
       den Großteils seines Öls und Gases aus dem Nahen Osten, und die fünf
       Millionen Pakistaner, die in der arabischen Welt arbeiten, überwiesen jedes
       Jahr Geld etwa in Höhe der gesamten Exporteinnahmen des Landes nach Hause.
       
       Der Anstieg der weltweiten Ölpreise infolge des Kriegs hat Pakistan dazu
       gezwungen, die Kraftstoffpreise um etwa 20 Prozent anzuheben, die Regierung
       von Premierminister Shehbaz Sharif steht dadurch unter Druck. Der Krieg
       verschärft die innenpolitischen Spannungen, außerdem hat es Pakistan seit
       Monaten mit einem Konflikt mit dem Nachbarland Afghanistan zu tun.
       Islamabad hat die Taliban-Regierung des Landes beschuldigt, militante
       Gruppen zu dulden, die hinter Anschlägen in Pakistan stehen.
       
       Nach Beginn der US-Angriffe auf den Iran und der Tötung des Obersten
       geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei kam es in Pakistan landesweit zu
       Protesten, Demonstranten lieferten sich in mehreren Städten Zusammenstöße
       mit Sicherheitskräften. Allein in der Hafenstadt Karachi kamen mindestens
       zwölf Menschen ums Leben. Chamenei war eine wichtige Führungspersönlichkeit
       für Schiiten weltweit.
       
       Zwar tritt Pakistan nur selten als Vermittler auf, doch hat es in der
       Vergangenheit durchaus schon bei einigen hochkarätigen Gesprächen eine
       Rolle gespielt. Der damalige Präsident Yahya Khan ermöglichte geheime
       Kontakte, die 1972 zum historischen China-Besuch von US-Präsident Richard
       Nixon führten. Dies ebnete den Weg für die Aufnahme diplomatischer
       Beziehungen zwischen Washington und Peking im Jahr 1979.
       
       Seither spielte Pakistan eine Rolle bei weiteren komplexen
       Regionalkonflikten, vor allem als Gesprächspartner im Rahmen der Genfer
       Abkommen von 1988, die den Weg für den Rückzug der Sowjets aus Afghanistan
       bereiteten.
       
       In jüngerer Zeit vermittelte Pakistan Kontakte zwischen den afghanischen
       Taliban und Washington, die zu Gesprächen in Doha führten. Die gipfelten
       2020 in einem Abkommen und ebneten den Weg für den Abzug der von den USA
       geführten Nato-Truppen sowie die Rückkehr der Taliban an die Macht 2021.
       (dpa)
       
       ## Mangel an Dünger als Folge des Krieges
       
       Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen Golf
       bereits sehr konkret zu spüren. Dass sie mehr Geld für Treibstoff bezahlen
       müssen, ist für die meisten noch das kleinere Problem. Doch weil Teheran
       als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA [4][die für die
       Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus] blockiert, gibt es auch nicht
       mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten
       geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen
       in existenzielle Not bringen.
       
       Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von
       Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung
       komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau,
       stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms. „Im
       schlechtesten Fall wird dies zu geringeren Erträgen und Ernteausfällen in
       der bevorstehenden Saison führen. Im günstigsten Fall werden höhere
       Produktionskosten nächstes Jahr in die Preise für Lebensmittel mit
       einfließen.“
       
       Laut Baldev Singh, einem 55-jährigen Reisbauern aus dem indischen
       Bundesstaat Punjab, könnten die meisten Kleinbauern des asiatischen Landes
       womöglich nicht überleben, falls die Regierung im Juni, wenn die Nachfrage
       meist einen Höhepunkt erreicht, Düngemittel nicht subventionieren sollte.
       „Im Moment warten wir ab und hoffen“, sagt er.
       
       Durch die seit Ende Februar weitgehend blockierte Meerenge, die in den
       Persischen Golf führt, wurden vor Beginn des Krieges etwa ein Fünftel der
       globalen Öllieferungen und fast ein Drittel des Düngemittelhandels
       befördert. Besonders betroffen sind die wichtigen Düngemittel-Bestandteile
       Stickstoff und Phosphor. Der Konflikt habe etwa 30 Prozent der weltweiten
       Lieferungen des für Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft wichtigen
       Stickstoffdüngers Harnstoff ausgebremst, sagt Chris Lawson von dem Londoner
       Beratungsunternehmen CRU Group.
       
       Manche Länder hätten schon jetzt mit kritischen Engpässen zu kämpfen, sagt
       Raj Patel, ein auf Lebensmittel spezialisierter Ökonom von der University
       of Texas. Ein Beispiel sei Äthiopien, das mehr als 90 Prozent seines
       Stickstoffdüngers aus der Golfregion beziehe – und das über den Hafen in
       Dschibuti am Golf von Aden, also über eine Route, auf der es schon vor
       Beginn des Irankriegs große Probleme gegeben habe. „Die Pflanzzeit ist
       jetzt“, sagt Patel. „Der Dünger ist nicht da.“
       
       Bei dem für die Förderung des Wurzelwachstums wichtigen Phosphat ist die
       Lage ebenfalls gravierend. Saudi-Arabien produziere etwa ein Fünftel dieses
       Düngemittels, die Region stehe zudem für mehr als 40 Prozent des globalen
       Exports von Schwefel, der als Nebenprodukt bei der Raffination von Erdöl
       und Erdgas anfalle, sagt Lawson.
       
       Selbst wenn der Krieg bald enden sollte, bräuchten die Produzenten in der
       Golfregion zunächst klare Sicherheitsgarantien, bevor sie Lieferungen durch
       die Straße von Hormus wieder aufnehmen könnten, sagt Owen Gooch, Analyst
       von dem Londoner Marktforschungsunternehmen Argus Consulting Services. Und
       mit ziemlicher Sicherheit sei mit einem Anstieg der Versicherungskosten zu
       rechnen.
       
       Düngemittel werden in der Regel unmittelbar vor oder während der
       Anpflanzung ausgebracht. Selbst wenn die Lieferungen zeitnah wieder
       anlaufen sollten, könnte es in manchen Regionen also schon zu spät sein –
       auch in Europa. „Unsere Feldfrüchte benötigen den Stickstoff jetzt – je
       eher, desto besser“, sagt der Agraringenieur Dirk Peters, der einen
       landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Berlin führt. In vielen Teilen
       Asiens beginnt in den kommenden Monaten eine wichtige Pflanzsaison.
       
       Die Preise für Düngemittel lägen aktuell zwar noch unterhalb der
       Höchstwerte nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, aber
       damals seien auch die Getreidepreise höher gewesen, was den Landwirten
       geholfen habe, die Kosten abzufangen, sagt Joseph Glauber vom International
       Food Policy Research Institute. Wegen der niedrigeren Getreidepreise seien
       die Gewinnspannen jetzt geringer. Deswegen müssten viele Bauern entweder
       auf weniger düngemittelintensive Pflanzen wechseln oder eben einfach
       weniger Dünger einsetzen und geringere Erträge in Kauf nehmen. Das wiederum
       werde sich auch in höheren Preisen für die Konsumenten widerspiegeln.
       
       Im Osten Afrikas hätten viele Landwirte nach einer Phase mit viel Regen
       derzeit ein Zeitfenster von etwa einer Woche, in der sie bei trockenem
       Wetter ihre Felder vorbereiten und Dünger ausbringen könnten, sagt Stephen
       Muchiri, ein kenianischer Maisbauer und zugleich Leiter der Eastern African
       Farmers Federation, die etwa 25 Millionen Kleinbauern vertritt. Selbst sehr
       kurze Verzögerungen beim Einsatz von Dünger könnten die Maiserträge in
       einer Saison um etwa vier Prozent verringern, sagt der Experte Patel. Das
       habe sich bei Forschungsarbeiten in Sambia gezeigt.
       
       Regierungen können versuchen, die Lage in den eigenen Ländern durch
       Subventionen, durch eine Förderung der heimischen Produktion oder durch
       Exportkontrollen zu entschärfen. Indien etwa hat laut Angaben des in den
       USA ansässigen Institute for Energy Economics and Financial Analysis
       (IEEFA) 12,7 Milliarden Dollar (etwa 11 Milliarden Euro) allein für
       Harnstoff-Subventionen in diesem Jahr eingeplant. Damit steht allerdings
       weniger Geld für langfristige Investitionen in der Landwirtschaft zur
       Verfügung.
       
       Die Förderung einer heimischen Harnstoff-Produktion habe in Indien derweil
       zu einer stärkeren Abhängigkeit von Gasimporten geführt, sagt die
       IEEFA-Expertin Purva Jain. Übermäßiger Einsatz von Harnstoff habe an
       manchen Orten zudem die Böden geschädigt. Weniger Abhängigkeit von
       Düngemittel-Importen könne Bauern, aber auch Konsumenten vor
       Energiepreis-Schwankungen und vor Klimaschocks schützen, sagt Oliver
       Oliveros von der Organisation Agroecology Coalition, die sich für eine
       nachhaltigere Landwirtschaft einsetzt. „Dies könnte zu einem Wendepunkt
       werden.“ (dpa)
       
       ## Thailand einigt sich mit Iran auf Durchfahrt seiner Öltanker
       
       Thailand hat sich nach Angaben von Regierungschef Anutin Charnvirakul mit
       dem Iran auf die Durchfahrt seiner Öltankern durch die Straße von Hormus
       geeinigt. Durch die Einigung werde „thailändischen Öltankern eine sichere
       Durchfahrt“ ermöglicht, erklärte Charnvirakul am Samstag vor Journalisten
       in Bangkok. So könne die Sorge über Ölimporte und steigende
       Treibstoffpreise gemindert werden.
       
       Durch die Straße von Hormus verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl-
       und Flüssiggastransports. Seit Beginn des Irankrieges durch Angriffe der
       USA und Israels auf den Iran Ende Februar ist die Meerenge durch die
       iranische Seite de facto weitestgehend gesperrt. Zudem beschoss der Iran
       Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese
       Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
       
       Viele asiatische Länder, darunter Thailand, sind besonders abhängig von Öl-
       und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten. (afp)
       
       ## Witkoff rechnet mit baldigen Gesprächen mit Iran
       
       Der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, rechnet noch in dieser
       Woche mit Gesprächen mit dem Iran für ein Ende des Kriegs. Dabei erwarte
       man auch eine Antwort auf einen den Iranern vorliegenden 15-Punkte-Plan der
       USA, sagte er im US-Bundesstaat Florida.
       
       Der 15-Punkte-Plan der USA für ein Ende des Kriegs sieht Berichten zufolge
       unter anderem vor, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran
       abgeben muss. Teheran hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim
       seine Antwort auf den Vorschlag bereits vor wenigen Tagen übermittelt. Laut
       einer „informierten Quelle“ fordert der Iran ein Ende aller Kampfhandlungen
       an allen Fronten – und damit auch im Libanon oder im Irak.
       
       In welchem Rahmen die von Witkoff erwähnten Gespräche stattfinden sollen,
       blieb zunächst unklar. Er sagte lediglich: „Wir denken, dass es in dieser
       Woche Treffen geben wird.“ (dpa)
       
       ## Deutsche befürchten steigende Lebenshaltungskosten als Kriegsfolge
       
       Neun von zehn Menschen in Deutschland rechnen [5][mit steigenden
       Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten]. Auf deutlich steigende
       Preise stellt sich immerhin knapp ein Drittel (32,2 Prozent) der 2.028
       Erwachsenen ein, die das Marktforschungsinstitut YouGov im März im Auftrag
       der Postbank befragt hat.
       
       „Viele Menschen erinnern sich noch gut daran, wie stark der russische
       Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 die Preise getrieben hat“,
       ordnet Ulrich Stephan ein, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der
       Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. „Die aktuellen Entwicklungen im
       Nahen Osten zeigen, dass geopolitische Konflikte erneut das Potenzial
       haben, die Inflation über steigende Energiepreise anzuheizen.“
       
       Auch viele Volkswirte rechnen damit, dass die Teuerungsrate in den nächsten
       Monaten in Folge deutlich gestiegener Preise für Öl und Gas anziehen wird.
       Wie stark, hänge von der Dauer des Irankrieges ab. Im Februar war die
       Inflationsrate in Deutschland mit 1,9 Prozent wieder unter die Marke von
       zwei Prozent gesunken. Eine erste Schätzung für März veröffentlicht das
       Statistisches Bundesamt an diesem Montag (30.3.).
       
       Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich die Menschen für
       einen Euro leisten. In der Postbank-Umfrage gibt bereits jetzt jeder Achte
       (12,8 Prozent) an, kaum noch die laufenden Kosten für das tägliche Leben
       aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500
       Euro sagt dies sogar fast jeder vierte Befragte (23,5 Prozent).
       
       Schon der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022
       begann, hatte Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft nach oben
       getrieben. Die Teuerungsrate in Deutschland kletterte im Gesamtjahr 2022
       auf durchschnittlich 6,9 Prozent, 2023 waren es immer noch 5,9 Prozent.
       Viele Preise haben sich dauerhaft erhöht.
       
       Vor allem Preissteigerungen bei Lebensmitteln machen den Menschen der
       Umfrage zufolge zu schaffen. Gefragt nach ihrer aktuell größten
       finanziellen Belastung, nennen 69,4 Prozent der Teilnehmer diesen Bereich.
       Auch Energie (48,7 Prozent) und Mobilität (45,6 Prozent) zählen zu den
       Kostenblöcken, die die Menschen am häufigsten zu ihren drei größten
       finanziellen Belastungen zählen.
       
       „Dass inzwischen mehr als jeder Zweite seine finanzielle Situation
       schlechter bewertet als vor einem Jahr und viele kaum mit Entlastung
       rechnen, ist auch eine Folge der Inflationsphase von 2022“, sagt
       Deutsche-Bank-Experte Stephan. „Das Preisniveau stieg damals deutlich und
       ist für viele bis heute im Alltag spürbar. Neue Krisen verstärken diese
       Wahrnehmung zusätzlich.“ (dpa)
       
       ## Explosionen in syrischer Hauptstadt und ihrer Umgebung hörbar
       
       In der syrischen Hauptstadt Damaskus und ihrer Umgebung sind Explosionen zu
       hören. Dabei handele es sich ‌um Einsätze der israelischen Luftabwehr, die
       im syrischen Luftraum iranische Raketen abfange, berichtet das
       Staatsfernsehen. (rtr)
       
       ## Omid Nouripour sieht Möglichkeiten des Irans noch nicht ausgeschöpft
       
       Einen Monat nach Kriegsbeginn sieht Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour
       von den Grünen die Möglichkeiten des Irans noch längst nicht ausgeschöpft.
       „Der Iran hat ja noch gar nicht die volle Eskalationsstufe ausgenutzt“,
       [6][sagte Nouripour der Neuen Osnabrücker Zeitung]. „Sie könnten zum
       Beispiel durch ihre Verbündeten im Jemen die Straße von Aden schließen. Das
       bedeutet, dass nicht nur kein Öl mehr kommt, sondern gar keine Güter mehr
       aus Ostasien. Damit hätten sie ihren Würgegriff um den Hals der gesamten
       Weltwirtschaft gelegt.“
       
       Das Rote Meer und der sich südlich anschließende Golf von Aden gelten als
       eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen
       Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale
       Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean. Die aus dem
       Jemen agierende und mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz attackierte dort
       bereits in der Vergangenheit immer wieder Handelsschiffe, weshalb diese nun
       von internationalen Streitkräften eskortiert werden. Die EU-Operation
       „Aspides“ war bereits 2024 gestartet worden.
       
       Nouripour erklärte weiter, die Machthaber im Iran hätten diesen Krieg seit
       Jahrzehnten vorbereitet. Die USA hingegen hätten weder zu Beginn einen Plan
       gehabt, noch wüssten sie jetzt, wie sie da wieder rauskommen sollen.
       Nouripour erklärte zugleich, es gebe keine Anzeichen dafür, dass „das
       Regime im Kern erschüttert ist“. Er sagte auch: „Und vor allem hat das
       Regime zunehmend das Gefühl, dass es den Krieg gewinnen kann.“ (dpa)
       
       ## Trump nennt Straße von Hormus „Straße von Trump“
       
       US-Präsident Donald Trump hat die Straße von Hormus „Straße von Trump“
       genannt. Auf einem Kongress in Miami sprach der Republikaner über den
       Verlauf des Irankriegs und sagte: „Sie müssen die Straße von Trump öffnen –
       ich meine Hormus.“ Im Publikum wurde daraufhin gelacht.
       
       Trump ergänzte dann: „Entschuldigung – es tut mir so leid. So ein schlimmer
       Fehler.“ Er schob nach, dass die „Fake News“ berichten würden, dass er es
       aus Versehen gesagt habe. Er ergänzte: „Bei mir gibt es keine Versehen –
       zumindest nicht viele.“ Einige Medien kamen anschließend zur Einschätzung,
       dass er all dies scherzhaft gemeint habe.
       
       Trump kokettierte in der Vergangenheit immer wieder mit der Umbenennung
       etwa von Institutionen und setzte das zum Teil in die Tat um. So heißt das
       berühmte Kulturhaus Kennedy Center in Washington inzwischen Trump Kennedy
       Center. Er verfügte auch die Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von
       Amerika“. (dpa)
       
       ## Israel attackiert erneut Ziele in Teheran
       
       Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der
       iranischen Hauptstadt Teheran attackiert. Die Angriffe richteten sich gegen
       „Ziele des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran“ und hielten am frühen
       Samstagmorgen an, erklärte die Armee am Samstag. Ein AFP-Reporter
       berichtete von einer schwarzen Rauchwolke über der Stadt. Es seien etwa
       zehn heftige Explosionen im Osten Teherans zu hören gewesen.
       
       Am Freitag waren bereits mehrere Regionen des Irans von erneuten
       Luftangriffen getroffen worden. (rtr)
       
       ## Ein Toter nach iranischen Raketenangriffen auf Israel
       
       Bei iranischen Raketenangriffen sind nach israelischen Angaben mindestens
       ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Ein 52-jähriger Mann
       sei in Tel Aviv seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte der
       Rettungsdienst Magen David Adom am Freitagabend mit. Zwei weitere Menschen
       in der Küstenstadt seien leicht verletzt worden. In der südisraelischen
       Stadt Kuseife seien ebenfalls zwei Menschen verletzt worden.
       
       Zuvor hatte die israelische Armee vor iranischen Raketenangriffen gewarnt,
       in Jerusalem waren Sirenen zu hören. In Jericho im besetzten Westjordanland
       gab es Explosionen. Am Ort eines Raketeneinschlags in Tel Aviv waren
       zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, eine Hauptstraße wurde teilweise
       abgesperrt.
       
       Mehrere Raketen seien in Richtung Israel abgefeuert worden, [7][die
       „Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen“],
       erklärte die Armee im Onlinedienst Telegram. In den frühen Morgenstunden am
       Samstag warnte die Armee vor weiteren Angriffen. (afp)
       
       ## Trump kritisiert Merz für ausbleibende Militärhilfe im Irankrieg
       
       US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die
       ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Der
       Republikaner attackierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat
       Florida erneut zunächst die Nato-Verbündeten Frankreich und Großbritannien
       – und kam dann auf Deutschland zu sprechen: „Der deutsche Bundeskanzler –
       das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er
       sagte: „Das ist nicht unser Krieg“.“ Trump schob nach, dass dann der
       Ukraine-Krieg auch nicht der der USA sei.
       
       Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als
       „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei:
       „Das ist nicht unser Krieg.“ Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten
       Namen und schrieb die Äußerung der Spitze zu („the head of Germany“). Der
       Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
       Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert:
       „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht
       werden.“
       
       Der US-Präsident hatte Nato-Verbündete um Hilfe bei der militärischen
       Absicherung der durch den Irankrieg quasi blockierten Schifffahrt durch die
       Straße von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten
       Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, hat er
       sie wiederholt mit scharfen Worten kritisiert.
       
       Auf Trumps Kritik an Deutschland vom Vortag hatte am Freitag die
       Bundesregierung zurückhaltend reagiert. „Wir kommentieren jetzt nicht jede
       Äußerung anderer Staatsoberhäupter und werden auch in diesem Fall diese
       Äußerung intern bewerten“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in
       Berlin. Man stehe im engen Kontakt mit der US-Regierung. „Aber es ist jetzt
       keine Äußerung, die uns den Schlaf raubt“, fügte er hinzu.
       
       Merz attackierte später Trump für dessen Agieren im Irankrieg. „Was Trump
       da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine
       friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit
       offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind
       Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen,
       sondern für uns alle.“ (dpa)
       
       ## FBI-Chef wurde Opfer eines Angriffs von Hackern mit Verbindungen zu Iran
       
       Der Direktor der US-Bundespolizeibehörde FBI, Kash Patel, ist
       Medienberichten zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden. Eine Gruppe
       mit Verbindungen zum Iran habe den Cyberangriff für sich reklamiert,
       schrieb unter anderem die „New York Times“. Demnach wurden Fotos und
       Dokumente von Patels privatem E-Mail-Konto auf einer Webseite mit dem Namen
       „Handala“ veröffentlicht. Laut New York Times wurde die Seite allerdings
       von einem russischen Server aus betrieben.
       
       Dem Federal Bureau of Investigation (FBI) sei bekannt, dass Angreifer es
       auf die persönlichen E-Mail-Daten von Direktor Patel abgesehen hätten,
       teilte ein Sprecher mit. „Die Informationen sind nicht aktuell und
       enthalten keine Daten aus der Regierung“, teilte ein Sprecher der Behörde
       mit. Demnach setzt das Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn
       Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zur Identifizierung des
       iranischen „Handala Hack Teams“ führen.
       
       Wie CNN berichtete, stammen die E-Mails aus dem Zeitraum von etwa 2011 bis
       2022. Dabei gehe es vor allem um persönlichen und geschäftlichen
       Mailverkehr. Patel ist seit etwas mehr als einem Jahr Direktor der
       Sicherheitsbehörde.
       
       Erst vergangene Woche hatte das Justizministerium einen Schlag gegen
       iranische Hacker verkündet: Mehrere Webseiten, die mit den iranischen
       Geheimdiensten in Verbindung stehen sollen, wurden demnach gesperrt. Auch
       in diesem Kontext fiel der Name Handala. Eine Seite mit dem Namen habe in
       diesem Jahr etwa einen Cyberangriff auf ein Medizintechnikunternehmen mit
       Sitz in den USA für sich reklamiert. (dpa)
       
       28 Mar 2026
       
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