# taz.de -- Trendstudie „Jugend in Deutschland“: Die Gen Z ist abgefuckt
       
       > Unter-30-Jährige fühlen sich nicht mehr wohl im Land, ein Fünftel denkt
       > ans Auswandern. Ein ungewöhnliches Duo aus dem Bundestag schlägt Lösungen
       > vor.
       
 (IMG) Bild: Was bleibt für die Jungen übrig? Nicht viel mehr als ein Beutel mit lustiger Aufschrift
       
       Die [1][Trendstudie „Jugend in Deutschland“] sorgte in dieser Woche für
       düstere Schlagzeilen. Von den 14- bis 29-Jährigen in Deutschland gibt
       demnach ein Drittel an, [2][psychologische Behandlungen] zu benötigen. Ein
       Fünftel denkt ans Auswandern. Nur eine Minderheit vertraut noch politischen
       Institutionen, und abgesehen von AfD und Linken verlieren alle Parteien an
       Zustimmung.
       
       „Kein Grund zur Resignation“, schreibt jetzt ein schwarz-grünes
       Autorinnenduo. Die Politik müsse aber umdenken. „Alle demokratischen
       Parteien sollten sich fragen, wann sie zuletzt was für die Jugend in diesem
       Land gemacht haben. Ein Reel aus den Parteizentralen mit Floskeln wie ‚wir
       nehmen Euch ernst‘ reicht nicht mehr“, heißt es in einem Debattenbeitrag
       von Mayra Vriesema und Nora Zabel, der der taz vorab vorliegt.
       
       [3][Vriesema zog vergangenes Jahr] als Nachrückerin für Robert Habeck in
       den Bundestag ein und ist mit 26 Jahren das jüngste Fraktionsmitglied der
       Grünen. Zabel, 29, ist CDU-Mitglied und arbeitet für eine Abgeordnete; als
       Buchautorin [4][hat sie 2025 über die Gen Z im Osten geschrieben.]
       
       In ihrem Beitrag zeigen die beiden Verständnis für die Sorgen ihrer
       Generation. „Das frühere Aufstiegsversprechen trägt heute nicht mehr“,
       schreiben sie. Fleiß reiche nicht mehr, um sich einmal Wohneigentum leisten
       zu können. Leistungsdruck treffe auf immer schlechtere Zukunftsaussichten.
       Und auf den Generationenvertrag könne man nicht mehr vertrauen: „Man muss
       keine Mathematikerin sein, um zu verstehen, dass für die Jungen wenig
       übrigbleiben wird.“
       
       Allerdings sei es auch falsch, die Zahlen aus der Studie „als Zeichen einer
       unpolitischen, desinteressierten Generation zu lesen“. Die Abwendung von
       der politischen Mitte entstehe nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus dem
       Eindruck, „dass die etablierten Parteien die Bedürfnisse der jungen
       Generation schlicht nicht sehen“. Wer enttäuscht sei, suche sich andere
       Angebote und finde sie unter anderem bei rechten Kräften. Diese sprächen
       „gezielt Identität und Anerkennung an, während andere Parteien oft zu
       technokratisch erscheinen und zu weit vom Alltag junger Menschen entfernt
       sind“.
       
       ## 9-Euro-Ticket und Jugendzentren
       
       Gegenmaßnahmen schlagen Vriesema und Zabel auf drei Ebenen vor. Erstens bei
       den politischen Verfahren: Es brauche „echte Beteiligung“, etwa durch
       „institutionalisierte Jugendparlamente, verbindliche Beteiligungsverfahren,
       Dialogformate auf Augenhöhe“.
       
       Zweitens fordern die Autorinnen einen „neuen Generationenvertrag, der Geld
       in die Köpfe und Herzen unserer Jugend investiert“. Dazu gehöre ein
       einfacher Zugang zu Kultur und Teilhabe: „Es klingt banal, aber ein
       Kulturpass oder das 9-Euro-Ticket ermöglichen Ausflüge und Aktivitäten, die
       die mentale Gesundheit erheblich fördern und gleichzeitig denen hilft, für
       die am Ende des Monats kein Kinobesuch oder eine Bahnfahrt mehr drin ist.“
       
       Drittens müsse ein Fokus auf den ostdeutschen Bundesländern und
       strukturschwachen ländlichen Regionen liegen. Dort würden Kaufhäuser,
       Buchläden, Cafés und Kneipen aussterben. „Das, und mangelnde berufliche
       Aussichten führen dazu, dass viele kluge Köpfe abwandern, insbesondere
       junge Frauen.“
       
       Konkret schlagen Vriesema und Zabel hier vor, ungenutzte Gebäude in
       Jugendhäuser umzubauen. Um ländliche Räume für junge Menschen attraktiv zu
       halten, brauche es aber auch eine pünktliche Bahn, Ärzte und Kindergärten
       mit genügend Erzieherinnen. „Wenn der Staat nicht radikal lokal denkt und
       sich aus der Fläche zurückzieht, entsteht ein Vakuum, das von
       Rechtsextremisten besetzt wird“, schreiben die Autorinnen.
       
       27 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://cdn.prod.website-files.com/6729ed5c5e23342c69e72a11/69c0fc91e3d6c3e8d81a2c0c_PRESSEMITTEILUNG%20Trendstudie%20Jugend%20in%20Deutschland%202026.pdf
 (DIR) [2] /Koordinatorin-ueber-Hilfe-bei-Schulstress/!6164257
 (DIR) [3] /Nachfolgerin-von-Robert-Habeck/!6109512
 (DIR) [4] /!vn6163632/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tobias Schulze
       
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