# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Hunde eigentlich kitzlig?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Viele Hunde geben deutlich zu verstehen, dass sie Kitzeln mögen
       
       Und ob! Aber es ist wie bei uns Menschen: Der eine Hund ist kitzliger, der
       andere fast gar nicht. Der eine nur an den Fußsohlen, der andere mehr am
       Bauch, am hinteren Rücken, an den Ohren oder unter den Achseln. Woran liegt
       das? Und was ist Kitzeln überhaupt? Gar nicht so leicht zu beantworten!
       
       So richtig wissen selbst die klügsten Forschenden bis heute nicht, was es
       mit der Kitzeligkeit auf sich hat. Klar ist, dass sowohl wir Menschen als
       auch Hunde und viele andere Tiere jede Menge winziger Sensoren in der Haut
       haben, die Berührungen wahrnehmen. Diese „Kitzelsensoren“ treten an einigen
       Körperstellen geballt auf. Wenn dich da jemand killert, senden sie ein
       Signal [1][an dein Gehirn]: „Achtung, Berührung!“ Aber erst das Gehirn
       deutet die Information als Kitzeln und reagiert [2][mit Lachen]. Das weiß
       man, weil man das Kitzelsignal auch ohne Berührung, nur mit elektrischer
       Reizung des Gehirns auslösen kann. Zumindest bei [3][Ratten], die auch
       ziemlich kitzelig sind.
       
       Du hast sicher schon gemerkt, dass du dich nicht selbst kitzeln kannst.
       Berührungen, mit denen du deine Freunde zum Prusten bringst, ringen dir
       nicht mal ein müdes Lächeln ab. Dieselben Reize auf der Haut werden von
       deinem Gehirn also ganz unterschiedlich verarbeitet. Wenn der Reiz von dir
       selbst kommt, ist er deinem Gehirn völlig egal.
       
       ## Mensch ist für Hund Ersatz für andere Hunde
       
       Daraus lässt sich schließen, dass Kitzeln und Kitzeligkeit zu unserem
       Zusammenleben mit anderen Menschen gehören – oder eben mit Hunden. Hunde
       und Menschen verstehen sich ja deshalb so gut, weil der Hund den Menschen
       als Teil seiner Familie sieht und umgekehrt oft auch. Der Mensch ist für
       den Hund also ein Ersatz für andere Hunde.
       
       Wenn Hunde, Katzen oder Ratten miteinander herumtollen, lösen sie dabei
       auch Kitzelgefühle bei den Spielkameraden aus. Der Mensch kann diese Rolle
       einfach übernehmen. Ratten laufen der Hand, die sie gekitzelt hat, oft
       sogar begeistert hinterher, weil sie mehr davon wollen. Und auch viele
       Hunde geben deutlich zu verstehen, dass sie Kitzeln mögen – im Internet
       wimmelt es vor Videos mit durchgekitzelten Hunden, die sehr zufrieden
       wirken. Oft zucken sie dabei lustig mit den Beinen, manche Hunde geben
       sogar Spiellaute von sich, die man durchaus als Lachen deuten kann.
       
       Allerdings gilt bei Hund wie bei Mensch: Schnell kann einem das Kitzeln zu
       viel werden, und man empfindet es dann als unangenehm oder sogar quälend.
       Kitzeln kann ein großer Spaß sein, solange man es nicht übertreibt. Also
       immer gut auf die Signale des Hundes achten, wenn du ihn kitzelst.
       
       10 Apr 2026
       
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