# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Warum werden Haare grau, wenn man älter wird?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Olivia, 10, und Karla, 6.
       
 (IMG) Bild: Mit dem Alter nimmt der Gehalt des Melanins bei den meisten Leuten ab
       
       Mal lockig, wellig oder ganz glatt, mal schwarz, mal rot, mal braun, mal
       blond – und irgendwann grau. Die Haare auf unserem Kopf können ganz
       unterschiedlich aussehen. Diese bunte Vielfalt macht es möglich, dass wir
       so viele verschiedene Frisuren tragen können. Und die wiederum haben großen
       Einfluss darauf, wie wir uns selbst sehen oder von anderen wahrgenommen
       werden.
       
       Doch warum sind die Haare von Mensch zu Mensch so unterschiedlich? Und
       warum werden sie irgendwann grau?
       
       Ein Haar setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem sichtbaren Teil, man
       nennt ihn den Haarschaft, und der Haarwurzel. Die Haarwurzel steckt in der
       Haut. Dort ist sie von Gewebe umgeben, das Haarfollikel heißt. Am Ende des
       Follikels sind viele Nervenfasern, durch die spüren wir, wenn sich unsere
       Haare bewegen, zum Beispiel wenn es stürmt oder jemand an den Haaren zieht.
       An ihrem Ende ist die Haarwurzel dann zur Haarzwiebel verdickt. Hier
       entstehen ständig neue Haarzellen, durch die unsere Haare wachsen.
       
       In dieser Wachstumsphase kann ein Haar jeden Monat einen Zentimeter länger
       werden, [1][wenn man es nicht abschneidet.] Diese Phase dauert bei manchen
       Menschen drei Jahre, bei anderen bis zu sieben – entsprechend können manche
       Leute ihre Haare bis zu den Schultern tragen, andere bis zum Po. Unendlich
       lang, so wie bei Rapunzel im Märchen, können Haare aber nicht wachsen. Denn
       irgendwann wird die Haarwurzel müde und stößt ihr Haar ab. Dann macht sie
       für einige Wochen Pause, bevor sich wieder neue Haarzellen in ihr
       anreichern.
       
       ## Luft ersetzt Farbpigmente
       
       In der Haarzwiebel entsteht neben den Haarzellen auch ein Farbstoff: das
       Melanin. Dieses wird von sogenannten Pigmentzellen hergestellt. Das Melanin
       färbt die Haare rot, blond, braun oder schwarz. Mit dem Alter nimmt der
       Gehalt des Melanins bei den meisten Leuten ab. Statt der Farbpigmente
       schließt das Haar dann vermehrt Luft ein. So verliert es seine Farbe nach
       und nach. Je nach früherer [2][Haarfarbe] und dem Anteil der weißen Haare
       auf dem Kopf erscheint das Kopfhaar dann grau oder sogar weiß.
       
       Ob Haare glatt oder [3][lockig] sind, hängt übrigens vom Querschnitt des
       Haarschafts ab. Ist dieser rund, wachsen die Haare glatt aus der Haut. Je
       ovaler oder unregelmäßiger der Querschnitt, desto lockiger oder welliger
       sind die Haare.
       
       30 Mar 2026
       
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