# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Wie entsteht Glas?
> Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
> beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Johannes, 5 Jahre alt.
(IMG) Bild: In der Glasfabrik ist es sehr heiss
[1][Glas ist faszinierend], das ist ja wohl glasklar. Es kann so dünn sein,
dass es in Glasfaserkabeln verbaut wird. Und so dick, dass es nicht einmal
von einer Pistolenkugel durchschossen werden kann. Im Gegensatz zu anderen
Materialien haben Menschen Glas jedoch nicht erfunden, sondern in der Natur
entdeckt. Dort taucht es in sogenannten Quarzsanden auf. Nicht jeder Sand
ist Quarzsand, aber du findest ihn an vielen Stellen, auch an Stränden oder
im Sandkasten.
Wenn solcher Sand bei großer Hitze schmilzt, etwa bei einem Vulkanausbruch,
dann entsteht dort Glas. Die Menschen haben es der Natur dann einfach
nachgemacht. Vor 2.500 Jahren beherrschten schon die Ägypter die
Herstellung von Glas. Sie brachten den Wüstensand beim Feuermachen zum
Schmelzen.
Heute wird Glas nicht auf dem Wüstenboden, sondern in der Glasfabrik
hergestellt. Die Zutaten sind aber die gleichen: Quarzsand und hohe
Temperaturen. Wobei allerdings der Quarzsand aus dem Sandkasten nicht rein
und fein für die moderne Herstellung ist. Er würde das Glas trüb und spröde
machen. Es gibt spezielle Orte, wo besonders quarzhaltiger Sand für die
Fabriken abgebaut wird.
Damit das Glas bereits bei einer etwas niedrigeren Temperatur schmilzt,
wird der Rohstoff Soda beigemischt. Damit das Glas stabiler ist, wird Kalk
hinzugegeben. Im Schmelzofen wird das Gemisch dann auf 1.200 bis 1.700 Grad
erhitzt. Das ist ungefähr sechsmal so heiß wie der Backofen bei dir zu
Hause. Um Schlieren und Bläschen zu vermeiden, werden im nächsten Schritt
[2][chemische Stoffe] hinzugefügt – sie heißen Läutermittel.
Das erhitzte Gemisch ist die sogenannte Glasschmelze, sie erinnert an
flüssigen Honig. Die Glasschmelze kommt dann in eine riesige Wanne, die
außerdem schon mit flüssigem Zinn gefüllt ist. Und weil die Glasschmelze
leichter ist als der Zinn, schwimmt das flüssige Glas nach oben und kühlt
ganz langsam ab. Wenn es dann kalt ist, wird das Glas von einer Maschine in
große Scheiben zerschnitten.
Glas ist superpraktisch. Es kann leicht sauber gehalten werden und hat
keinen Geschmack, deshalb eignet es sich so gut zum Aufbewahren von Essen
und Getränken. Es lässt sich auch bequem wiederverwenden. Aus diesem Grund
wirft man alte Glasflaschen auch nicht in den Hausmüll, sondern entsorgt
sie in der Glassammlung. Das alte Glas wird dann einfach wieder
eingeschmolzen. Das verbraucht weniger Energie, als neues zu machen. Und es
sorgt dafür, dass der Quarzsand, den es in der Natur gibt, nicht so schnell
aufgebraucht wird.
3 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kinder-fragen-die-taz-antwortet/!5926492
(DIR) [2] /Kinder-fragen-die-taz-antwortet/!6009966
## AUTOREN
(DIR) Luis Bretthauer
## TAGS
(DIR) Kinderfrage
(DIR) Physik
(DIR) Chemie
(DIR) wochentaz
(DIR) Kinderfrage
(DIR) Kinderfrage
(DIR) Kinderfrage
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Hunde eigentlich kitzlig?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre alt.
(DIR) Kinder fragen, die taz antwortet: Warum werden Haare grau, wenn man älter wird?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Olivia, 10, und Karla, 6.
(DIR) Kinder fragen, die taz antwortet: Gibt es Aliens oder nicht?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Fridolin, 7 Jahre alt.
(DIR) Kinder fragen, die taz antwortet: Woher kommen Läuse?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre alt.