# taz.de -- Kommunalwahl in Frankreich: Paris und Marseille bleiben links
       
       > In den beiden größten Städten Frankreichs setzt sich die Linkspartei
       > durch. Die Rechtspopulisten sollen etwa 30 Städte für sich entschieden
       > haben.
       
 (IMG) Bild: Auch in Frankreich wird, wie hier in Paris, am 22. März gewählt
       
       afp | Paris und Marseille bleiben links: In den beiden größten Städten
       Frankreichs setzten sich in der zweiten Runde der Kommunalwahl am Sonntag
       Kandidaten der Linken durch. In Paris lag der Sozialist Emmanuel Grégoire
       nach Hochrechnungen deutlich vor [1][der konservativen Ex-Kulturministerin
       Rachida Dati]. In Marseille setzte sich der sozialistische Amtsinhaber
       Benoît Payan gegen den rechtspopulistischen Kandidaten Franck Allisio
       durch, mit dem er in den Umfragen zeitweise gleichauf gelegen hatte.
       
       Derweil ist die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) in
       der [2][zweiten Runde der französischen Kommunalwahl] in der
       südfranzösischen Hafenstadt Toulon gescheitert, hat nach eigenen Angaben
       aber etwa 30 Städte erobert. In der südfranzösischen Stadt Nizza setzte
       sich der mit dem RN verbündete Kandidat Eric Ciotti durch.
       
       In Toulon gewann die konservative Amtsinhaberin Josée Massi. Die
       RN-Kandidatin Laure Lavalette, die in den Umfragen lange vorne gelegen
       hatte, konnte sich nicht durchsetzen. Toulon galt während des Wahlkampfs
       als möglicherweise größte Stadt, in der der RN die nächste Bürgermeisterin
       stellen könnte.
       
       Der RN-Abgeordnete Laurent Jacobelli bedauerte das Scheitern seiner Partei
       in Toulon, sprach aber von rund 30 Städten, in denen der RN sich
       durchgesetzt habe. Dazu zählten etwa die südfranzösischen Orte Orange,
       Carcassonne und Carpentras sowie der nordfranzösische Ort Liévin. In Nîmes,
       wo der RN sich ebenfalls Chancen ausgerechnet hatte, setzte sich der
       Kandidat der kommunistischen Partei durch.
       
       ## Einige Ergebnisse erst später erwartet
       
       Die Ergebnisse der Großstädte werden erst später erwartet, da die Wahlbüros
       dort noch bis 20.00 Uhr geöffnet waren. In etwa 1.600 von 35.000 Kommunen
       gab es eine zweite Runde, weil in der ersten Runde vor einer Woche kein
       Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte. Bis zum späten Nachmittag
       gaben nach Angaben des Innenministeriums gut 48 Prozent der Wählerinnen und
       Wähler ihre Stimme ab – damit war die Wahlbeteiligung etwa gleich hoch wie
       zum selben Zeitpunkt in der ersten Runde.
       
       ## Präsidentschaftskandidat Philippe gewinnt in Le Havre
       
       Der ehemalige französische Premierminister Edouard Philippe, der 2027 bei
       der Präsidentschaftswahl antreten will, ist als Bürgermeister von Le Havre
       wiedergewählt worden. Der Mitte-rechts-Politiker gewann Hochrechnungen
       zufolge am Sonntag die zweite Runde der Kommunalwahl in der
       nordfranzösischen Stadt. Er kam dort auf etwa 47 Prozent der Stimmen.
       Philippe hatte seine Präsidentschaftskandidatur bereits erklärt, aber sie
       zugleich von seiner erfolgreichen Wiederwahl als Bürgermeister von Le Havre
       abhängig gemacht.
       
       Philippe war der erste Premierminister unter Präsident Emmanuel Macron in
       dessen erster Amtszeit. Er will sich 2027 um Macrons Nachfolge bewerben,
       der nach zwei Mandaten nicht direkt wieder kandidieren kann. Philippe ist
       zudem Chef der von ihm gegründeten Partei Horizonte, die an der Regierung
       beteiligt ist.
       
       [3][Die Kommunalwahlen] gut ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl gelten
       als richtungsweisend. Allerdings lassen sich die Ergebnisse nur mit
       Einschränkungen auf die nationale Lage übertragen, da viele Kandidaten bei
       den Kommunalwahlen antreten, ohne sich zu einer bestimmten Partei zu
       bekennen.
       
       22 Mar 2026
       
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