# taz.de -- Kuba in der Krise: Erneut inselweiter Stromausfall
       
       > Blackouts, knappe Lebensmittel, Müll auf den Straßen: Kuba kämpft mit
       > einer massiven Krise. Das US-Ölembargo macht die Lage noch schlimmer.
       
 (IMG) Bild: Menschen verbringen am 21. März die Nacht im Dunkeln auf dem Malecón während eines Stromausfalls in Havanna
       
       dpa | Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem
       inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter
       schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung
       gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. [1][Bereits
       am Montag] war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen
       sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen.
       
       Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in
       schlechtem Zustand. Durch ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes
       Ölembargo hat sich die Lage zudem dramatisch verschlechtert. Die
       Stromversorgung ist von Öl abhängig, und das Land hat seit drei Monaten
       keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.
       
       ## Ohne Strom verderben die knappen Lebensmittel
       
       In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschärfen häufige
       [2][Stromausfälle und Treibstoffmangel] die ohnehin bereits seit Jahren
       dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die
       wenigen verfügbaren Lebensmittel im Kühlschrank. Die Telefon- und
       Internetverbindung bricht ständig ab. Krankenhäuser müssen ihre Leistungen
       kürzen. Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus. Aufgrund des
       Kraftstoffmangels sammelt sich der Müll auf den Straßen, weil eine
       Müllentsorgung nur eingeschränkt möglich ist.
       
       Selbst die US-Botschaft ist von den Stromausfällen betroffen. Die
       kubanische Regierung hatte zuletzt einem Bericht der Washington Post
       zufolge der US-Vertretung eine Einfuhr von Diesel für Generatoren
       verweigert. Die Botschaft nehme „schamlos“ ein Privileg für sich in
       Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es.
       
       ## Washington und Havanna führen vertrauliche Gespräche
       
       Seit der Revolution 1959 unter dem linken Revolutionsführer Fidel Castro
       sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die
       kommunistische Regierung Kubas führt die [3][Wirtschaftskrise des Landes]
       auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf
       das aktuelle Ölembargo zurück.
       
       Schon vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Januar hatte Präsident
       Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen
       von Kubas südamerikanischen Verbündeten angeordnet. Auch durch
       Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab.
       Trump versucht, wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel
       zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet.
       Zugleich führen Washington und Havanna Gespräche, deren Inhalt nicht
       bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System
       ausgeschlossen.
       
       22 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Uebernahmegelueste-durch-die-USA/!6163284
 (DIR) [2] /Krise-in-Kuba-Friedliche-Uebernahme-oder-Kapitulation/!6163374
 (DIR) [3] /Krise-in-Kuba-Friedliche-Uebernahme-oder-Kapitulation/!6163374
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Kuba
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) Karibik
 (DIR) Stromausfall
 (DIR) Kolumne Gesten der Macht
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) Kuba
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Fidel Castros Kappe: Wer hat auf Kuba den Hut auf?
       
       Was für die Touris ein Scherz und für bestimmte Linke ein Zeichen der
       Rebellion war, ist im Land selbst ein Symbol der Staatsmacht.
       
 (DIR) Kuba in tiefster Krise: Regierung stoppt Diesel-Lieferung für US-Botschaft in Havanna
       
       Der Ölmangel in dem Inselstaat verschärft sich zusehends. Angesichts der
       katastrophalen Versorgungslage haben Aktivisten Schiffe mit Lebensmitteln
       und Medikamenten losgeschickt.
       
 (DIR) Kuba in tiefster Krise: Friedliche Übernahme oder Kapitulation?
       
       Donald Trump will Kuba in „irgendeiner Form übernehmen“. Für Kubas
       Staatschef Miguel Díaz-Canal ist kein Platz, wenn es nach den USA geht.