# taz.de -- Schwere Wirtschaftskrise in Kuba: Trump lässt russischen Öltanker passieren
       
       > Erstmals seit Beginn der Blockade lässt US-Präsident Trump einen
       > russischen Öltanker nach Kuba durch. Kubas Regierung werde trotzdem
       > fallen, sagt er.
       
 (IMG) Bild: Lockern die USA ihre Öl-Blockade gegen Kuba? Ein Tanker in der Bucht von Havanna (Archivbild)
       
       afp/dpa | Trotz bestehender Ölblockade lassen die USA nach Angaben von
       Präsident Donald Trump einen russischen Öltanker Kuba anlaufen. „Wenn ein
       Land im Moment etwas Öl nach Kuba liefern will, habe ich damit kein
       Problem, ob es nun Russland ist oder nicht“, sagte er am Sonntag vor
       Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Kuba ist
       erledigt, sie haben ein schlechtes Regime, sie haben eine sehr schlechte
       und korrupte Führung, und ob sie nun ein Schiff mit Öl bekommen oder nicht,
       wird keine Rolle spielen“, fügte er hinzu.
       
       Er ziehe es vor, Öllieferungen an Kuba zuzulassen, weil die Bevölkerung des
       Inselstaats Energie zum Wärmen und Kühlen brauche, sagte Trump. Der
       US-Präsident wiederholte zugleich seine Überzeugung, dass die [1][Führung
       in Havanna bald stürzen] werde. „Innerhalb kurzer Zeit“ werde die
       kubanische Regierung scheitern, „und wir werden da sein, um zu helfen“,
       sagte er und drohte: „Kuba wird als Nächstes dran sein.“
       
       Zuvor hatte die [2][New York Times] unter Berufung auf einen mit den
       Vorgängen vertrauten US-Vertreter berichtet, die US-Küstenwache gestatte
       dem mit 730.000 Barrel russischem Rohöl beladenen Frachter „Anatoli
       Kolodkin“ die Durchfahrt nach Kuba. Die US-Küstenwache reagierte zunächst
       nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.
       
       Die „Anatoli Kolodkin“ befand sich am Sonntag laut der Website
       Marinetraffic vor der östlichen Küste von Kuba. Sie soll am Dienstag im
       Hafen von Matanzas im Westen Kubas einlaufen. Es wäre die erste Öllieferung
       an den unter einer US-Blockade leidenden kommunistisch regierten
       Karibikstaat seit Januar.
       
       ## Russland will Kuba unter die Arme greifen
       
       Kuba steckt in seiner [3][schwersten Wirtschaftskrise] seit dem
       Zusammenbruch der Sowjetunion. Seinen wichtigsten Öllieferanten Venezuela
       hat Kuba verloren, seit die USA dort Anfang Januar mit der Festnahme von
       Präsident Nicolás Maduro den Machtwechsel forciert haben. Russland will dem
       Land nach eigenen Angaben unter die Arme greifen. Die „Anatoli Kolodkin“
       hatte den russischen Hafen Primorsk am 8. März in Richtung Atlantik
       verlassen. Ursprünglich war die Ankunft des Frachters in Kuba am Montag
       erwartet worden.
       
       In den vergangenen Monaten kam es in Kuba wiederholt zu [4][landesweiten
       Stromausfällen], die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche
       Nahverkehr in dem Inselstaat ist massiv eingeschränkt, Benzin wurde
       rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der
       dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
       
       Das US-Militär hatte Anfang Januar [5][den venezolanischen Präsidenten
       Nicolás Maduro gefangen genommen] und in die USA gebracht. Anschließend
       sorgte Washington dafür, dass Venezuela, der bis dahin wichtigste
       Öllieferant Kubas, seine Lieferungen einstellte. Ende Januar drohte Trump
       dann Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, mit zusätzlichen US-Strafzöllen.
       
       30 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Von-US-Oelblockade-betroffen/!6160579
 (DIR) [2] https://www.nytimes.com/2026/03/29/world/americas/cuba-russian-oil-tanlker.html
 (DIR) [3] /Krise-in-Kuba-Friedliche-Uebernahme-oder-Kapitulation/!6163374
 (DIR) [4] /Kuba-in-der-Krise/!6164792
 (DIR) [5] /Trumps-Angriff-in-Venezuela/!6143137
       
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