# taz.de -- Annexionsfantasien Trumps: Mit Blutkonserven nach Grönland
       
       > Dänemark und verbündete Staaten bereiteten sich intensiver als vermutet
       > auf einen US-Angriff auf Grönland vor. Man rechnete wohl mit dem
       > Schlimmsten.
       
 (IMG) Bild: Damit Blut fließen kann, muss es erst mal nach Grönland geflogen werden
       
       Von wegen Übung: Als Dänemark im Januar Truppen nach Grönland flog, waren
       nach Informationen des Dänischen Rundfunks DR auch Sprengstoff und
       Blutkonserven mit an Bord. Falls die USA Ernst machen würden mit ihrer
       Drohung, sich die zum dänischen Königreich gehörende Insel im Zweifelsfall
       gewaltsam einzuverleiben.
       
       Wie DR am Donnerstag berichtete, sollte der Sprengstoff unter anderem zur
       Zerstörung von Landebahnen eingesetzt werden können, wenn amerikanische
       Militärflugzeuge versuchen würden, [1][Soldaten nach Grönland] zu bringen.
       Die zur Insel verlegten dänischen Kampfflugzeuge waren demnach mit scharfen
       Waffen ausgerüstet. Der Auftrag an die Soldaten soll es gewesen sein, sich
       im Fall eines Angriffs zu verteidigen.
       
       DR beruft sich auf „zentrale Quellen“ aus der dänischen Regierung, auf
       Top-Offiziere, hohe Beamte und Informanten von dänischen, französischen und
       deutschen Nachrichtendiensten. Die Blutkonserven wurden den Angaben zufolge
       zur Versorgung Verwundeter mitgenommen, falls es zu Kampfhandlungen kommen
       würde. Die Informanten hätten insgesamt das Bild eines unvergleichlichen
       Jahres gezeichnet, mit „schlaflosen Nächten“, seit der alte und neue
       US-Präsident Donald Trump [2][mit seinem Anspruch auf Grönland nicht
       lockerließ.]
       
       ## Nach US-Angriff auf Venezuela Militärübung vorgezogen
       
       Schon kurz nach Trumps zweitem Amtsantritt Anfang 2025 habe Dänemark sich
       bei seinen nordischen Nachbarn, aber auch etwa bei Frankreich und
       Deutschland der politischen Unterstützung in [3][der Grönland-Frage]
       vergewissert. Gemeinsame Übungen auf der Arktis-Insel – von Soldaten aus
       Dänemark und verbündeten europäischen Ländern wie etwa Deutschland,
       Frankreich, Norwegen und Schweden – seien zwar für das Jahr 2026 geplant
       gewesen. Man habe damit zeigen wollen, dass man die Verteidigung der Insel
       ernst nehme. Eine schwache Verteidigungsbereitschaft Dänemarks war ein
       ständig wiederkehrendes Argument Trumps, warum die USA die Kontrolle der
       Insel übernehmen müssten.
       
       Auslöser für das plötzliche Vorziehen der Militärübung auf den Januar war
       dann der [4][US-Angriff auf Venezuela], wie laut DR acht verschiedene
       Informanten sagten. In die Beurteilung der angespannten Lage sei
       eingeflossen, dass „die offiziellen USA nicht mehr so funktionierten wie
       üblich“, erklärte demnach eine hochrangige Quelle aus dem dänischen
       Sicherheitsapparat.
       
       Über konkrete Angriffspläne habe keine der Quellen „handfeste“
       Informationen gehabt, dennoch sei im Januar die Befürchtung gewachsen, der
       eigentlich wichtigste Alliierte USA könne Grönland jederzeit attackieren.
       Ziel der vorgezogenen Militärübung – nun offenbar mit scharfer Munition und
       auf alles vorbereitet – sei vor allem Abschreckung gewesen. Mit der Präsenz
       von Soldaten aus gleich mehreren verbündeten Ländern sollten die Folgen
       eines potenziellen Angriffs für die USA mehr Gewicht bekommen und so die
       Hemmschwelle erhöht werden.
       
       19 Mar 2026
       
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 (DIR) Anne Diekhoff
       
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