# taz.de -- Geschäftsbericht von Vonovia: Keine guten Aussichten für Mieter*innen
> Vonovia steigert den Gewinn auch durch höhere Mieten. Schulden sollen nun
> schneller abgebaut werden. Der Mieterbund beklagt aggressive
> Mieterhöhungen.
(IMG) Bild: Luka Mucic freut sich über gute Geschäftsaussich-ten: Er leitet den Immobilienkonzern Vonovia
Für Vonovia selbst klingt alles vielversprechend. „Starkes Ergebnis und
Zuversicht für weitere Geschäftsentwicklung“. Mit diesen Worten ist der
Geschäftsbericht für das Jahr 2025 überschrieben, der am Donnerstag
veröffentlicht wurde. Das Kerngeschäft der Vermietung profitierte demnach
„von einem positiven Marktumfeld und zeigte erneut einen verlässlich
steigenden Cashflow“. Es gibt kaum Leerstand, die Mieten wurden um 4,1
Prozent erhöht, die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie
erhalten. Unter dem Strich erwirtschaftete Vonovia einen bereinigten Gewinn
von 1,54 Milliarden Euro, das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Doch ganz so überzeugt sind nicht alle, was sich unter anderem daran zeigt,
dass [1][der Aktienkurs einbricht]. In der Vergangenheit musste Vonovia
wegen der Immobilienkrise den Wert seiner Immobilien immer wieder
herunterschreiben und hat deshalb Milliardenverluste verzeichnet.
Vonovia-Chef Luka Mucic kündigte an, in den kommenden Jahren die hohe
Verschuldung weiter abzubauen, dafür seien auch „verstärkte
Verkaufsaktivitäten“ geplant. Ziel sei „das Wachstum zu stärken und
Mehrwert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen“. Das heißt
auch: Der Druck auf Mieter*innen bleibt weiter hoch.
Vonovia ist Deutschlands größter Vermieter. Der Konzern steht immer wieder
in der Kritik wegen [2][zu hoher Heizkostenabrechnungen] oder
[3][unzulässigen Mieterhöhungen.] Davon kann auch Maximilian Fuhrmann vom
Deutschen Mieterbund in Nordrhein-Westfalen berichten. „Das vergangene Jahr
war geprägt von aggressiven Mieterhöhungen bis an die Grenze des Erlaubten
und darüber hinaus“, sagt er der taz am Telefon.
## Niederlagen vor Gericht mit eingepreist
Vonovia gehe dabei sehr systematisch vor. In Berlin, Dresden, Dortmund und
Stuttgart habe Vonovia „zwar zahlreiche Schlappen vor Gericht erlitten, da
Mieterhöhungen mit Fantasiezuschlägen auf den Mietspiegel begründet
wurden“. Das halte den Konzern aber nicht davon ab, weiter unzulässige
Mieterhöhungen zu verschicken. „Die Niederlagen vor Gericht werden einfach
mit eingepreist“, erklärt Fuhrmann.
Das Problem sei, dass ein Großteil der Mieter*innen „aus Unwissenheit
oder aus Angst die Wohnung zu verlieren, den überhöhten Mieten einfach
zustimmt“. Das habe fatale Folgen. Denn die überhöhten Mieten fließen dann
auch in die Berechnung des nächsten Mietspiegels ein. „Das hat also einen
preistreibenden Effekt auf alle Mieten“, kritisiert Fuhrmann. Man müsse
daher den Mieterschutz ausweiten, um diese Dynamik zu verhindern.
Ein weiteres Problem sei, dass die Mieten in Städten wie Bochum oder Essen,
in denen die Mietpreisbremse nicht gilt, stetig stiegen. „Die Angebote von
Vonovia liegen dort deutlich über dem Mietspiegel. Gleichzeitig ist das
Lohnniveau im Ruhrgebiet immer noch niedrig“, sagt Fuhrmann. Deswegen sei
es wichtig, die Mietpreisbremse flächendeckend auszuweiten.
## „Wohnungen sollten nicht an Börse gehandelt werden“
Auch Caren Lay, Sprecherin für Mietenpolitik der Linksfraktion im
Bundestag, kritisiert das Vorgehen von Vonovia scharf: „Ein
profitorientierter Aktienkonzern wirtschaftet gegen das Gemeinwohl.
Wohnungen sollten nicht an der Börse gehandelt werden.“ Lay spricht sich
deshalb für eine Vergesellschaftung der Wohnungen aus.
Derzeit berät eine [4][von der Bundesregierung eingesetzte
Expertenkommission] wie man gegen überhöhte Mieten vorgehen kann – etwa
darüber, ob es künftig Bußgelder bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse
geben soll. Ergebnisse werden erst Ende des Jahres erwartet.
19 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-sechs-lehren-fuer-anleger-und-mieter-aus-den-vonovia-zahlen/100205105.html
(DIR) [2] /Fragwuerdige-Nebenkostenabrechnungen/!6074831
(DIR) [3] /Mietenprotest-zeigt-Wirkung/!6135139
(DIR) [4] /Start-einer-Mietrechtskommission/!6110355
## AUTOREN
(DIR) Jasmin Kalarickal
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