# taz.de -- Spekulationen über Steinmeier-Nachfolge: Eine Frau soll es wohl werden
       
       > Für die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier kursieren zahlreiche
       > Namen. Der neueste: die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters.
       
 (IMG) Bild: Das Merz-Lager dürfte keine Luftsprünge machen: Monika Grütters (CDU), große Unterstützerin von Merkels Flüchtlingspolitik
       
       Jetzt also [1][Monika Grütters]. Seit einigen Wochen poppen im politischen
       Berlin immer wieder Namen dafür auf, wer Bundespräsident Frank-Walter
       Steinmeier im Amt beerben könnte. Steinmeiers zweite Amtszeit endet im 18.
       März 2027, eine Verlängerung ist ausgeschlossen, deshalb wird die
       Bundesversammlung am 30. Januar die Nachfolge regeln. Die Schriftstellerin
       Juli Zeh wurde jüngst genannt, auch der Name von Ex-Kanzlerin Angela Merkel
       fiel – beide wurden medial kurz und heftig diskutiert, bis sie sich selbst
       aus dem Spiel nahmen.
       
       Die neueste Spekulation nun, vom Spiegel aufbereitet: die Christdemokratin
       Monika Grütters, ehemalige [2][Staatsministerin für Kultur und langjährige
       Bundestagsabgeordnete]. Es spricht tatsächlich einiges dafür, dass beim
       nächsten Mal eine Frau das formal höchste Amt in diesem Land bekleiden
       wird. Nach zwölf männlichen Vorgängern scheint das überfällig, SPD und
       Grüne sind schon lange dafür, und inzwischen haben sogar CDU-Chef Friedrich
       Merz und der CSU-Vorsitzende Markus Söder ihre Sympathie für diese Idee
       bekundet.
       
       Grütters, 64, ist eine angesehene Christdemokratin. Sie saß bis 2025 zwei
       Jahrzehnte lang im Bundestag, war Mitglied des CDU-Präsidiums und
       Vorsitzende der Berliner Landespartei. Angela Merkel machte sie 2013 zur
       Staatsministerin für Kultur, das blieb sie zwei Legislaturperioden lang.
       Grütters, der die Sozialethik am Herzen liegt, sitzt im Zentralkomitee der
       deutschen Katholiken, 2015/2016 unterstützte sie den in der Union höchst
       umstrittenen flüchtlingspolitischen Kurs der ehemaligen Kanzlerin.
       
       Schon deshalb dürfte sie keine Frau sein, bei deren Erwähnung Merz vor
       Begeisterung Luftsprünge macht. Hinzu kommt: Bei der Bundestagsabstimmung
       mit der AfD, in die der Noch-Oppositionsführer Merz seine Fraktion vor gut
       einem Jahr trieb, war Grütters eine der wenigen, die dagegen votierte.
       
       ## Eine ausgewiesene Merkelianerin
       
       Nun können aber Merz & Co. Steinmeiers Nachfolge nicht allein regeln. Der
       Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, gehören die
       Bundestagsabgeordneten an und eine gleiche Anzahl von Mitgliedern, die von
       den Landtagen bestimmt werden. Es braucht also einen Personalvorschlag, der
       über die Union hinaus Anklang findet – das könnte Grütters vielleicht sein.
       
       Gehandelt werden aber auch zahlreiche andere Namen: die bayerische
       Landtagspräsidentin Ilse Aigner etwa, die ehemalige CDU-Chefin Annegret
       Kramp-Karrenbauer, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und
       Bundesbildungsministerin Karin Prien. AKK allerdings hat sich gerade erst
       in einer Kampfabstimmung an der Spitze der Konrad-Adenauer-Stiftung
       durchgesetzt, Klöckner hat viele im Bundestag mit ihrer Amtsführung
       verärgert.
       
       Und ob Prien, die gerade erst Bundesministerin geworden ist, auf ein
       repräsentatives Amt würde wechseln wollen? Also doch jemand jenseits der
       Politik, die ehemalige WZB-Chefin Jutta Allmendinger etwa? Spekulationen
       gibt es mehr als genug.
       
       Ohnehin muss man bei Vorschlägen aus der Politik beachten: Einen Namen ins
       Spiel zu bringen, bedeutet nicht, dass man diese Person wirklich auf dem
       Posten sehen will. Dass mit Grütters eine ausgewiesene Merkelianerin
       genannt wird, lässt mit Blick auf Merz jedenfalls aufhorchen. Dass sie eine
       angesehene ehemalige Kulturstaatsministerin ist, während der Amtsinhaber
       strauchelt, kommt hinzu. Was nicht heißt, dass Grütters nicht
       möglicherweise eine gute Kandidatin wäre. Aber es ist bislang eben nur ein
       Gerücht.
       
       18 Mar 2026
       
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