# taz.de -- Preise für Benzin und Diesel: Wien reagiert auf hohe Spritkosten, Berlin so gut wie nicht
       
       > Österreich senkt die Spritsteuer, Deutschland die Frequenz der
       > Preiserhöhung an der Tankstelle. Am Donnerstag berät der Bundestag das
       > Gesetzespaket.
       
 (IMG) Bild: Österreich reagiert und schränkt Preiserhöhungen für Benzin ein
       
       Die österreichische Regierung reagiert auf die stark steigenden Preise für
       Benzin und Diesel. Sie will die Spritsteuern senken und die Gewinne von
       Raffinerien und Tankstellen deckeln. [1][Das kündigte die aus ÖVP, SPÖ und
       Neos bestehende Regierung am Mittwoch an.] Ziel sei, Verbraucher:innen
       und Betriebe zu entlasten, Preisschocks abzufedern und die wirtschaftliche
       Stabilität zu sichern. Deutschland plant nichts Vergleichbares. Das
       „Tankpaket“ der schwarz-roten Koalition ist am Donnerstag in erster Lesung
       im Bundestag.
       
       Die Steuer auf Benzin und Diesel soll in Österreich um 5 Cent pro Liter
       gesenkt werden. Außerdem will die Regierung Gewinne der Energieunternehmen
       vorübergehend einfrieren. Insgesamt sollen die Maßnahmen dazu dienen,
       Treibstoff ab April pro Liter im Schnitt um 10 Cent günstiger zu machen.
       „Wir sehen nicht dabei zu, wie einige wenige auf Kosten aller anderen
       Übergewinne erzielen“, sagte Vize-Kanzler Andreas Babler (SPÖ).
       Umweltverbände kritisieren die Maßnahme. Der WWF etwa fordert stattdessen
       ein Sofortpaket für klimafreundliche Mobilität.
       
       Seit Beginn des Irankriegs sind die Ölpreise auf dem Weltmarkt stark
       gestiegen. Auch wenn sie zwischenzeitlich sinken, bleibt das Preisniveau
       hoch. In Europa ist Sprit viel teurer geworden. Hohe Energiepreise bergen
       die Gefahr, die Inflation anzuheizen. Ungarn und Kroatien haben Preisdeckel
       eingeführt. In Griechenland sind die Gewinne der Ölkonzerne gedeckelt.
       
       Solche Maßnahmen oder die von Umweltverbänden geforderten Anreize für
       fossilfreie Mobilität sind in Deutschland nicht geplant. Am Donnerstag
       berät der Bundestag in erster Lesung das „Kraftstoffmaßnahmenpaket“ der
       Bundesregierung, das zu einer Stabilisierung der Spritpreise hierzulande
       führen soll. [2][Einer Auswertung der Monopolkommission zufolge sind die
       Preise an den Zapfsäulen im EU-Vergleich in Deutschland am stärksten
       gestiegen.] Das Paket sieht vor, dass Tanksstellen nur noch einmal täglich
       die Preise erhöhen, aber jederzeit senken dürfen. Außerdem werden die
       Rechte des Bundeskartellamts gestärkt.
       
       ## Grüne: SPD und Union sind Teuer-Duo
       
       Für die Grünen gehen die Maßnahmen in die falsche Richtung. Sie
       kritisieren, dass die schwarz-rote Koalition weiter auf Gas und Öl setzt.
       Das führe zu steigenden Kosten. „In der aktuellen Energiekrise ist ganz
       klar: Sind Union und SPD gemeinsam an der Regierung, sind sie das fossile
       Teuer-Duo für Deutschland“, sagte die grüne Fraktions-Vize Julia Verlinden.
       „Statt echte Antworten zu finden, verwalten sie lediglich die fossile
       Krise.“ Die Grünen fordern in einem Bundestagsantrag einen
       Maßnahmenkatalog, etwa ein günstigeres Deutschlandticket und die Einführung
       einer Übergewinnsteuer, um zusätzliche Profite der Ölkonzerne abzuschöpfen.
       Schon die Ankündigung einer Übergewinnsteuer kann ihrer Auffassung nach zu
       Preissenkungen an den Tankstellen führen.
       
       Außerdem drängen die Grünen auf größere Anstrengungen, fossile
       Anhängigkeiten zu reduzieren. Dazu müsse die Regierung eine komplette
       Kehrtwende ihrer Energiepolitik hinlegen, sagte Verlinden.
       Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant mehrere
       Gesetzesänderungen im Energiebereich. Sie führen nach Auffassung der Grünen
       dazu, dass der Ausbau der Erneuerbaren gebremst wird. Das gilt etwa für das
       sogenannte Netzpaket, mit dem der garantierte Netzanschluss etwa von
       Windparks gekappt werden soll, und das Ende der Förderung von
       Dachsolaranlagen. Reiche müsse diese Pläne ebenso zurückziehen wie die
       [3][angekündigte Entkernung des Heizungsgesetzes], fordern die Grünen.
       
       Auch die Linksfraktion im Bundestag wird einen Gegenantrag zum
       Gesetzentwurf der Regierung vorlegen. Sie fordert ebenfalls viele
       Maßnahmen, etwa die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets und eine
       Übergewinnsteuer. Darüber hinaus plädiert die Linkspartei für eine
       staatliche Preispolitik. Sie fordert die Bundesregierung auf, sich auf
       Ebene der G7-Staaten für die Einführung eines internationalen
       Spritpreisdeckels einzusetzen.
       
       18 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://services.bundeskanzleramt.gv.at/newsletter/bka-medien-newsletter/innenpolitik/bka-medieninformation-18-03-2026.html
 (DIR) [2] /Deutsche-Spritpreise-sind-EU-weit-am-staerksten-gestiegen/!6161978
 (DIR) [3] /Reform-des-Heizungsgesetzes/!6157775
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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