# taz.de -- Proteste gegen Abschiebeterminal: Es ist eine Black Box
       
       > Am Münchener Flughafen soll ein Terminal für Abschiebungen entstehen.
       > Mittel für Deutschkurse und die Asylberatung werden hingegen gestrichen.
       
 (IMG) Bild: Byern plant für Abschiebungen ein eigenes Terminal zu eröffnen – dagegen regt sich Protest
       
       Auf die Idee muss man erst mal kommen: für Abschiebungen ein eigenes
       Terminal zu eröffnen. Genau das ist für den Flughafen München geplant. Über
       45 Initiativen haben einen Appell gegen den Bau des Abschiebeterminals
       initiiert und rufen für heute Nachmittag zu einer Demonstration auf.
       
       Das Terminal soll Ende 2027 fertiggestellt werden. Bis zu hundert Menschen
       könnte man pro Tag dort abschieben. Das wären bei voller Auslastung 36.500
       [1][Abschiebungen im Jahr]. Zum Vergleich: 2025 wurden von deutschen
       Flughäfen insgesamt 22.787 Menschen abgeschoben. Da nicht zu erwarten ist,
       dass über die anderen Flughäfen dann weniger abgeschoben wird, werden
       voraussichtlich [2][deutlich mehr Menschen Deutschland verlassen müssen].
       
       Mittel für Deutschkurse und die Asylberatung streichen, aber massiv in
       Abschiebeinfrastruktur investieren, das ist die Politik dieser Regierung.
       Dafür wird munter daran gearbeitet, „abschiebbare“ Menschen zu produzieren.
       Das BAMF senkte zum Beispiel die Anerkennungsquote alleinstehender Männer
       aus Afghanistan von 95 Prozent im Januar 2024 auf 16 Prozent im Januar
       2026. Hat sich die Menschenrechtslage in Afghanistan gebessert?
       [3][Keineswegs]. Aber die Bundesregierung [4][paktiert mit dem
       Unrechtsregime der Taliban], um Abschiebungen zu ermöglichen. Ebenso
       hemmungslos werden [5][Somalier], [6][Jesiden] und viele andere in extrem
       gefährliche Situationen abgeschoben. Es gibt nicht einmal einen
       bundesweiten Abschiebestopp für Iran.
       
       Ein eigenes Abschiebeterminal, damit wären Abschiebungen dem kritischen
       Blick der Öffentlichkeit vollends entzogen. Abschiebungen aus München sind
       ohnehin eine Black Box. Im Unterschied zu anderen Airports gibt es hier
       kein unabhängiges [7][Abschiebemonitoring]. Der Protest fordert vom
       Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft, in dem die Stadt München vertreten
       ist, den Plänen nicht zuzustimmen. Ob das Erfolg hat, ist sehr fraglich.
       Der nach der Kommunalwahl angezählte [8][Oberbürgermeister Dieter Reiter]
       (SPD) lehnt das Terminal nicht ab.
       
       17 Mar 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Sökefeld
       
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