# taz.de -- Abschiebeterminal: München ist nicht Bayern
       
       > Ganz so rechts wie der Rest Bayerns will sich die Landeshauptstadt nicht
       > geben. Noch könnte das dort geplante Abschiebeterminal gestoppt werden.
       
 (IMG) Bild: Die NS-Dokumentationsstelle in München spricht von einem „deutlichen Zeichen der Abschottung“
       
       Man könnte sagen: „Es ist halt Bayern“ und hätte damit irgendwie recht. Da
       soll es niemanden überraschen, dass in der Landeshauptstadt München ein
       eigenes Flughafenterminal nur für Abschiebungen entstehen soll, von dem
       eines Tages bis zu 100 Menschen täglich abgeschoben werden könnten.
       Politisch passt das. Es ist mit Alexander Dobrindt ein CSU-Mann, der als
       Bundesinnenminister [1][Abschiebungen forciert]. Es ist mit Markus Söder
       ein CSU-Mann, der Bayern regiert. Und es ist mit Joachim Herrmann ein
       CSU-Mann, der im bayerischen Innenministerium sitzt und die Entscheidung
       für das Terminal getroffen hat.
       
       Aber es ist auch München und das mag zwar nicht die sympathischste Stadt
       Deutschlands sein, aber so rechts wie der Rest Bayerns, ist sie nicht. Und
       [2][so formiert sich in der Stadt grade Widerstand] in Form der Kampagne
       „Abschiebeterminal MUC verhindern“. Unterstützt wird sie von fast fünfzig
       Organisationen vom VNN-BdA bis zur Unabhängigen Flugbegleiter Organisation
       ([3][UFO]). Es ist ein Hoffnungsschimmer.
       
       Die Kampagne beweist, dass in München noch etwas von dem existiert, was im
       Sommer 2015 zum Symbol für die Willkommenskultur wurde. Tausende klatschten
       damals, als die Züge mit Geflüchteten ankamen. Zehntausende spendeten
       Kleidung, Spielzeug oder was auch immer sonst gerade gebraucht wurde.
       
       Das geplante Abschiebeterminal steht für das Gegenteil. Wie der Münchner
       Flüchtlingsrat schreibt, könnte der Neubau „nicht nur bayernweit, sondern
       bundes- und möglicherweise EU-weit als Abschiebe-Drehscheibe fungieren“.
       Die NS-Dokumentationsstelle in München spricht von einem „deutlichen
       Zeichen der Abschottung“, das entstehen soll. Es ist die düstere
       Dobrindt-Vision für die Landeshauptstadt.
       
       Sie muss nicht Wirklichkeit werden. Im Aufsichtsrat des Flughafens sitzt
       nicht nur die bayerische Landesregierung, sondern auch die Münchner
       Stadtregierung. Bislang stützt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die
       Baupläne offenbar. Er sollte sich umentscheiden.
       
       11 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /EU-Innenminister-setzen-auf-Abschottung/!6136574
 (DIR) [2] https://www.br.de/nachrichten/bayern/protest-gegen-abschiebeterminal-am-flughafen-muenchen,VAp5fqR
 (DIR) [3] https://ufo-online.aero/de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frederik Eikmanns
       
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