# taz.de -- Lockerung der Ölsanktionen: Putin kann sich freuen
> Für die Ukraine wäre es günstig, wenn Russlands Verbündeter Iran
> geschwächt wird. Dass Trump die Ölsanktionen gegen Moskau lockerte, ist
> fatal.
(IMG) Bild: Kampfdrohne, vermutlich vom Typ Shahed 136 iranischer Bauart, die Russland oft für den Beschuss von Zielen in der Ukraine nutzt
Man kann die ukrainische Führung verstehen, dass sie sich über den
Angriffskrieg gegen den Iran gefreut hat. Zahlreiche feindschaftliche
Signale sind vom iranischen Regime Richtung Kyjiw geschickt worden. Nur zu
gut erinnert man sich noch an den 8. Januar 2020, als das iranische Militär
mit einer russischen Rakete [1][ein ukrainisches Passagierflugzeug
abgeschossen] hatte. Eine der Kritikerinnen, die die Version eines
versehentlichen Abschusses nicht hatte glauben wollen, war die Kriminologin
Hanna Maljar, die 2022 und 2023 stellvertretende Verteidigungsministerin
war.
Der Schrecken, den Russland mit seinen Luftangriffen auf die ukrainische
Zivilbevölkerung verbreitet, wäre um ein Vielfaches geringer, wenn nicht
der Iran Russland mit den gefürchteten Shahed-Drohnen und anderer
Kriegstechnik versorgt hätte. Und immer, wenn es in New York um die Ukraine
geht, kann sich Moskau auf die Stimme Teherans verlassen. Für die Ukraine
wäre es ein Geschenk, wenn Russland diesen Bündnispartner verlieren würde.
Tatsächlich aber verliert die Ukraine durch den Krieg gegen Teheran mehr,
als sie gewinnt. Nicht genug damit, dass die USA die Verhandlungen um eine
Friedenslösung vorerst ruhen lassen. Nun werden auch noch die US-Sanktionen
gegen russisches Öl gelockert, was Präsident Wladimir Putin geradenwegs in
die Hände spielt. Er hat damit eine zweistellige Milliardensumme zusätzlich
für die Weiterfinanzierung der Angriffe gegen die Ukraine zu zahlen
An die Menschen in der Ukraine senden Trumps Sanktionslockerungen zudem das
fatale Signal, dass dem Westen Öl- und Benzinpreise wichtiger sind als die
Solidarität mit der Ukraine. Völlig unverständlich ist, dass nun auch die
ukrainische Regierung Abfangdrohnen in den Nahen Osten schicken will, die
dringend zum Schutz der eigenen Zivilbevölkerung vor den russischen
Angriffsdrohnen aus iranischer Produktion gebraucht werden. Offenbar wiegen
in Kyjiw geopolitische Erwägungen schwerer als die Mission, die Landsleute
vor Schaden zu bewahren.
15 Mar 2026
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(DIR) Bernhard Clasen
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