# taz.de -- Iran-Krieg: Ein planloser Krieg eines verantwortungslosen US-Präsidenten
> Der US-israelische Krieg dauert an. Aber noch immer ist unklar, was Trump
> damit erreichen will. Um die iranische Bevölkerung geht es jedenfalls
> nicht.
(IMG) Bild: Nach einem US-Angriff: Menschen in Teheran versuchen ihre Habseligkeiten zu Retten
Zwei Wochen dauert der Angriff der USA und Israels auf Iran inzwischen an –
und allein in den ersten zehn Tagen haben die USA mehr Ziele bombardiert
als im ersten halben Jahr des Krieges gegen den Islamischen Staat vor gut
zehn Jahren, tödliche Irrtümer wie den Angriff auf die Mädchenschule in
Minab eingeschlossen. Was der völkerrechtswidrige Krieg aber erreichen und
wie er zu Ende gehen soll, darüber herrschen nach wie vor Planlosigkeit und
Kommunikationschaos. Dabei sind zumindest ein paar Parameter erkennbar:
Während für Israels Premier Benjamin Netanjahu jeder Tag Krieg ein
politisches Geschenk ist, bedeutet jeder Tag länger für den US-Präsidenten
ein immer größeres politisches Risiko.
Für Netanjahu ist jede Bombe ein Erfolg bei der Schwächung der als
ultimative Bedrohung Israels wahrgenommenen Islamischen Republik. Für
Donald Trump hingegen kann es politisch nicht egal sein, für welches
Ergebnis er sein Versprechen gebrochen hat, keine neuen Kriege zu beginnen.
Selbst Trump schafft es irgendwann nicht mehr, sich und seinen
Anhänger*innen die Realität zurechtzulügen.
Dabei ordnet sich der Iran-Krieg zunächst in eine atemlose Abfolge von
Ereignissen ein, die alle dazu gedacht scheinen, zu verhindern, dass über
irgendetwas davon länger nachgedacht wird. Der Überfall auf Venezuela, um
vom [1][ICE-Desaster in Minneapolis] abzulenken, das Gerede von der
Einverleibung Grönlands, um von den Epstein-Files abzulenken, die
Ölblockade Kubas, um von der Niederlage in der Grönlandfrage abzulenken.
Und das ewige Gequatsche über die nie gesehene Schönheit des [2][geplanten
Ballsaals im Weißen Haus,] um wiederum auf irgendetwas nicht zu antworten,
etwa auf den Vorwurf der Respekt- und Stillosigkeit bei der feierlichen
Überführung sechs im Iran-Krieg getöteter US-Soldaten. In dieser
Atemlosigkeit sticht der Iran-Krieg schon jetzt heraus: Zwei Wochen an
einem Thema zu bleiben, erscheint lang für diese Regierung. Die Kosten sind
gewaltig, Benzinpreise und Inflation steigen, und die sich ständig
widersprechenden Aussagen unterschiedlicher Regierungsmitglieder stellen
auch die Geduld von Trumps Anhängerschaft auf die Probe.
Überhaupt [3][keine Rolle bei den Überlegungen spielen allerdings die
Menschen in Iran selbst,] die Trump noch zu Beginn des Krieges ermutigte,
bald sei die Stunde gekommen, in der sie selbst ihr Land würden regieren
können. Nur um Tage später über mögliche Deals mit der Führung in Teheran
nach dem Modell Venezuelas nachzudenken, dann wieder „bedingungslose
Kapitulation“ zu fordern, eine neue Oberste Führung bestimmen zu wollen,
ein unmittelbar bevorstehendes Kriegsende anzudeuten oder das genaue
Gegenteil. Auf diesen Präsidenten kann sich niemand verlassen. Schon gar
nicht die Iraner*innen, die womöglich in wenigen Wochen mit einem Regime
alleingelassen werden, das seine volle Repressionskraft nach innen richten
wird, wenn sich Trump einfach davongestohlen hat.
13 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Bernd Pickert
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