# taz.de -- Zahlen der Fahrradwirtschaft: Stabile Strampelbranche
> Corona brachte den Boom, die Folgejahre machten Schwierigkeiten. Jetzt
> versucht sich die Fahrradindustrie auf gutem Niveau einzupendeln.
(IMG) Bild: Mit Energie am Rahmen: die Fahrradindustrie weiter im Aufwind
Burkhard Stork konnte sich ein paar Seitenhiebe in Richtung der deutschen
Autoindustrie nicht verkneifen. Der Geschäftsführer des
Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) hat am Mittwoch mit dem Verein Zukunft
Fahrrad und dem Verbund Service und Fahrrad die [1][Marktzahlen der Branche
für das Jahr 2025] vorgestellt.
„Die führende Elektromobilität in Deutschland ist das E-Bike“, sagte Stork.
Auf deutschen Straßen seien mehr als 17 Millionen E-Bikes unterwegs, und
erst rund 2 Millionen E-Autos. „Wir sind sehr viel resilienter als die
Industrie, die heute die Nachrichten bestimmt“, meint Stork – eine
Anspielung auf den kriselnden Autobauer Volkswagen, der [2][am Dienstag
Gewinneinbrüche verkündet hatte].
Zu Beginn der Coronapandemie schnellte die Nachfrage nach Fahrrädern in
Deutschland in die Höhe. Händler stockten Lager auf. Später flaute die
Nachfrage ab, die Händler wurden ihre Räder nicht los. Rabatte sollten die
Lager leeren, dämpften aber die Umsätze. Daran hatte die Fahrradwirtschaft
in den letzten zwei Jahren ordentlich zu knabbern.
Nun zeigten sich die Verbände optimistisch. „Die Fahrradbranche pendelt
sich auf einem stabilen Niveau ein“, sagte Stork. So wurden 2025 in
Deutschland etwa 685.000 Fahrräder produziert, 3 Prozent mehr als 2024.
Verkauft wurden mit 3,8 Millionen Rädern 4 Prozent weniger als 2024. Und
auch der Umsatz aus dem Verkauf von Fahrrädern und E-Bikes sank um 7,7
Prozent auf gut 5,8 Milliarden Euro – dennoch war der Umsatz höher als vor
der Pandemie, betonten die Verbände.
## Mehr Geld für Radinfrastruktur
Der Gesamtumsatz im Fachhandel sank um 6,8 Prozent im Vergleich zu 2024.
„Das tut schon weh“, vor allem für kleine Läden, sagte Uwe Wöll,
Geschäftsführer beim Verbund Service und Fahrrad. Aber: Im
Werkstattgeschäft machten Händler 13,5 Prozent mehr Umsatz; so bemühte sich
auch Wöll, die „positive Entwicklung des gesamten Fahrradmarktes“
hervorzuheben.
Und die politischen Bedingungen? Da gebe es noch einiges zu tun, sagte
Wasilis von Rauch vom Verband Zukunft Fahrrad, milde lächelnd. Vor allem
bei der langfristigen Finanzierung der Radinfrastruktur. Viele Menschen
fühlten sich [3][beim Radfahren noch immer nicht sicher] – ein „Hemmschuh“
für die gesamte Branche, sagte von Rauch.
11 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://zukunft-fahrrad.org/wp-content/uploads/2026/03/Marktdaten-Fahrradwirtschaft-2025.pdf?utm_medium=email&_hsenc=p2ANqtz--gfiv0KSB1GGNzqtcLMFg-2UzmbGdR7WCCQnp_ON9OGjDHcaeGNeAOuRG1mnnkjo6Wc97X3Co9LCUbwlLAFbDfiIWn5Q&_hsmi=130729117&utm_content=130729117&utm_source=hs_email
(DIR) [2] /VW-praesentiert-schwaechstes-Ergebnis-seit-11-Jahren-Zehntausende-Stellen-werden-gestrichen/!6161165
(DIR) [3] /Fahrradexpertin-ueber-Winter-und-Politik/!6144235
## AUTOREN
(DIR) Nanja Boenisch
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